Was sind Unterschiede zwischen normalem Tape und Kinesiotape

vom 20.04.2013, 14:08 Uhr

Ich habe jetzt zwar schon einiges über Kinesiotape gelesen, bin mir aber immer noch nicht ganz schlüssig, ob ich alle Unterschiede richtig verstanden habe. Ich weiß inzwischen, dass das Kinesiotape dehnbar ist und je nach Farbe unterschiedlich ist. Zudem unterstützt es die Muskelfunktionen. Ein normales Tape hingegen ist starr und stützt zum Beispiel verletzte Gelenke.

Was für Unterschiede gibt es noch? Kann man mit Kinesiotape aber dann auch genauso wie mit normalem Tape, Gelenke stabilisieren, zum Beispiel, wenn man sich beim Sport verletzt hat?

Benutzeravatar

» Nettie » Beiträge: 7637 » Talkpoints: -2,59 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Dass die Farben einen Unterschied bei dem Tape bedeuten, ist schon mal nicht richtig. Sie sollen einfach nur verschiedene Dinge signalisieren, wie z.B. rot für Wärme steht und blau für Kälte. Aber die Art der Tapes und auch die Elastizität sind bei allen Farben genau gleich. Wie du schon geschrieben hast sind die Kinesio-Tapes dafür da, die Muskeln zu unterstützen, weil sie eben elastisch die Bewegungen mitmachen. Außerdem unterstützen sie auch die Bewegung, was man wirklich gut merkt, wenn man so ein Tape angelegt bekommen hat.

Ich kann mir nicht gut vorstellen, dass diese Tapes auch zur Stabilisierung von Gelenken verwendet werden können. Dafür werden sie einfach zu elastisch sein. darum denke ich, dass man zur Stabilisierung eher die anderen, starren Tapes verwenden sollte, so wie man es schon immer gemacht hat.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


Die großen Unterschiede zwischen klassischem Tape und Kinesiotape sind sehr vielzählig und am besten zählt man erst die Eigenschaften im anderen und im Anschluss die des anderen auf.

Klassisches Tape ist oft weiß oder blau, nicht elastisch und klebt am besten auf sich selbst, auf klassischem Tape. Es ist nicht wasser- oder luftdurchlässig und der Kleber nicht sehr wasserresistent. Wenn es auf der Haut klebt, geht es durch Wasser oder Schweiß relativ schnell ab, weshalb oft mehrere Schichten übereinander geklebt werden, damit das Tape auf sich selbst klebt. Mit klassischem Tape werden vor allem Gelenke stabilisiert und fixiert.

Kinesiotape gibt es in den verschiedensten Farben, ist sehr elastisch (bis zu 120%) und klebt am besten auf gereinigter Haut, da der Kleber wärmeaktiviert ist. Das bedeutet, dass die Körperwärme oder das Reiben nach dem Aufkleben den Kleber aktiviert. Es ist wasser- und luftdurchlässig und der Kleber wasserresistent, weshalb das Tape, wenn es erstmal über wenige Stunde aktiviert wurde, auch mehrere Duschen überlebt. Die Einsatzmöglichkeiten für Kinesiotape sind sehr vielzählig.

BarbaraAnn hat geschrieben:Dass die Farben einen Unterschied bei dem Tape bedeuten, ist schon mal nicht richtig. Sie sollen einfach nur verschiedene Dinge signalisieren, wie z.B. rot für Wärme steht und blau für Kälte.

Diese Aussage ist so nicht ganz richtig. Die Farbe sagt nichts über die Stärke oder Eigenschaft des Tapes aus, jedoch leitet sich die Wirkung der Farbe aus der Farblehre ab. Die Haut besitzt Rezeptoren, die die Wellenlänge der Farben erkennen können. In der Theorie wirken so die Farben auf die aufgetragende Stelle tatsächlich tonus- und thermoregulierend.

Je nachdem in welcher Form, mit wie viel Stretch und Vordehnung des Körpers das Tape aufgetragen wird, ergeben sich verschiedene Möglichkeiten. In dem einen leichten, wechselnden Zug der Haut auf das darunterliegende Gewebe erzeugt, kann der Lymphe- oder Flüssigkeitsabfluss bei Schwellungen, Ödemen oder Entzündungen verbessern und gleichzeitig die Schmerzen hemmen. Anders aufgetragen kann es Muskelaktivität herabsetzen oder ihn unterstützen und vor Verletzungen bewahren, indem das Gewebe unterstützt wird. Durch andere Techniken können mithilfe von Neurostimulation Schmerzen gehemmt werden.

Und auch Gelenkstabilisation ist möglich, um deine Frage zu beantworten. Es ist zwar nicht so starr fixierend wie klassisches Tape, aber es kann richtig angelegt Bänder unterstützen und gleichzeitig das Gelenk in bestimmte Bewegungsrichtungen leicht hemmen, auch durch Aktivierung von entgegen wirkender Muskulatur.

Das gesamte Thema ist sehr, sehr komplex und es benötigt viele Weiterbildungen, um sämtliche Möglichkeiten und Ansätze des Tapens mit Kinesiotape zu erklären, aber ich hoffe, dies gibt dir einen kleinen Einblick. Wenn noch Fragen offen sind, frag ruhig nach.

» benutzer7 » Beiträge: 2116 » Talkpoints: 49,80 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^