Welche Tablettenbox bei Demenz am Besten?

vom 12.04.2013, 12:22 Uhr

In der Familie meines Verlobten gibt es einen älteren Mann, der offensichtlich Demenz hat. Nun ist es ziemlich schwierig ihm täglich seine Tabletten zu geben. Er sagt zwar immer, dass er sie nimmt, aber er nimmt sie nicht und möchte man sie ihm geben, denkt er, dass er vergiftet wird. Er hat momentan mehrere kleine Boxen mit jeweils 3 Fächern. Das funktioniert nicht, weil er dann nicht so richtig weiß, ob er schon eine Tablette genommen hat. Ich habe mich nun mal ein bisschen im Internet umgesehen und habe da Boxen gesehen, die für die ganze Woche sind und wo man auch nach den Tageszeiten Einteilungen hat. Die würde ich ja eigentlich besser finden und ich denke auch, dass er das eher verstehen würde.

Wie sind eure Erfahrungen? Sind solche Wochentablettenboxen bei einer Demenzerkrankung gut? Noch weiß der Mann, welcher Tag ist und auch mit den Tageszeiten, hat er noch kein Problem. Er ist eben nur sehr stur und bei seiner bisherigen Methode sehe ich eine Gefährdung seiner Gesundheit. Ende des Jahres könnte er auch ganztägig gepflegt werden und so muss nun erst mal ein bisschen die Zeit überbrückt werden.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge



Diese Tablettenboxen mit vier Einteilungen für jeden Tag sind schon sehr praktisch. Auch für denjenigen, der sich um den Kranken kümmert. Alte Menschen bekommen ja heutzutage so unglaublich viele Tabletten. mein Großvater hat eine Zeitlang 23 Tabletten am Tag genommen. Wer soll denn da den Überblick behalten. Da braucht man keine Demenz, um Fehler zu machen. Also ist es auch für den Pflegenden eine sehr große Erleichterung.

Mein Onkel, der sich um meinen Großvater gekümmert hat, hat zusätzlich auch von jeder Tablette eine auf ein Blatt geklebt und daneben Name und Dosierung notiert. Weil, wenn die Tabletten einmal aus der Packung und in der Dosierungsbox sind, ist es sehr schwer rauszufinden, welche es denn nun ist.

Wenn der Kranke aber die Tabletten gar nicht freiwillig nimmt, sollte es sowieso nicht ihm überlassen werden. Dann ist die Gefahr viel, viel zu groß, dass er sie nicht nimmt oder heimlich in die Pflanzen steckt oder so. Es sollte am besten nur eine Person für die Tabletten zuständig sein, sie ihm mit einem Glas Wasser geben und daneben stehen bleiben, bis er sie runtergeschluckt hat. Das klingt hart und sehr nach Irrenhaus. Aber wenn er die Tabletten braucht und billig sind die ja auch nicht, dann sollte er sie auch ganz sicher einnehmen.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Bei Demenzerkrankten kannst du davon ausgehen, dass diese Tablettenboxen auf Dauer und über kurz oder lang gar nicht mehr funktionieren. Ich habe seinerzeit für meinen Vater eine Schachtel besorgt, die wiederum sieben kleine Schachteln enthielt, die mit den Wochentagen gekennzeichnet sind. So konnte man halt für eine Woche die Dosierungen fertig machen.

Das ging eine Weile ganz gut, leider aber gehört zum Thema Demenz auch, dass die Betroffenen den Bezug zum Kalender verlieren. Meist musste man ihm immer wieder mal sagen, welcher Tag ist oder aber man stellte dann doch fest, dass er mal wieder etwas verwechselt hat. Häufig kommt bei Demenzerkrankten später dann auch hinzu, dass sie die Tageszeiten anders wahrnehmen und/oder vergessen, ob und wie viele Medikamente sie eingenommen haben. Wenn man also eine regelmäßige und verordnungsgemäße Einnahme der Tabletten wünscht, kann man sich von der Illusion verabschieden, dass diese Tablettenbox eine effektive Lösung darstellen. Da muss man leider immer wieder kontrollieren oder besser noch direkt in die Hand geben.

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» Bellikowski » Beiträge: 7700 » Talkpoints: 16,89 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Es ist sicher sehr schwer, dabei eine geeignete Möglichkeit zu finden, wie man den Patienten regelmäßig mit den Arzneimitteln versorgt. Es gibt zwar die verschiedensten Systeme bei den Tablettenboxen, aber leider ist es immer möglich, dass eine Einnahme vergessen wird, gerade, wenn der Patient dement ist. Es gibt ja mittlerweile auch schon Pillendosen mit einer integrierten Uhr. Damit kann man sich dann einen Wecker programmieren und so an die Einnahme erinnern lassen. Vielleicht wäre das ja eine Möglichkeit.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge



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