Autoimmunerkrankung Hashimoto - Was macht der Endokrinologe?
Bei meiner Mutter besteht der Verdacht auf die Autoimmunerkrankung Hashimoto. Sie hat eine Überweisung zu einem Endokrinologen bekommen, der entweder diese Krankheit ausschließen soll oder diagnostizieren soll. Aber was macht dieser Endokrinologe um diese Krankheit auszuschließen oder zu diagnostizieren? Welche Untersuchungen stehen da an? Auf was muss meine Mutter sich da gefasst machen? Ist diese Untersuchung schmerzhaft? Welche genauen Untersuchungen muss dieser Arzt machen?
Morbus Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Der Körper produziert Antikörper gegen körpereigene Proteine und greift körperigenes Gewebe an. Das ist das Kriterium für eine Autoimmunerkrankung und die Hashimoto-Thyreoiditis gehört zu den häufigsten Autoimmunerkankungen. Ist also keine seltene Erkrankung.
Der Endokrinologe wird sich erstmal die Patientin angucken, womöglich eine Anamnese erheben. Da Morbus Hashimoto im fortlaufenden Stadium eine Schilddrüsenunterfunktion (=Hypothyreose) zur Folge hat, weil irgendwann zu wenig Schilddrüsengewebe vorhanden ist, um den basalen Bedarf zu decken, können die typischen hypothyreotischen Symptome erfragt werden: Abgeschlagenheit, Müdigkeit, kalte und teigige, blasse Haut, Kälteintoleranz, Haarausfall, brüchige Nägel, Antriebslosigkeit, Obstipation (=Verstopfung) und bei Frauen evtl. Zyklusstörungen. Eine Früharteriosklerose ist ebenfalls beschrieben, deshalb sollten selbst tendenziell hypothyreotischen Schilddrüsen behandelt werden.
Darüber hinaus wird er Blut abnehmen und sich die Schilddrüsenparamter anschauen wollen: , fT3, fT4, TSH basal und mögliche Antikörper wie TRAK, TPO-Ak und Tg-Ak. TRAK ist zu >95% bei Morbus Basedow zu finden (Schilddrüsenüberfunktion), TPO-Ak und Tg-Ak hingegen zu >95% bei Morbus Hashimoto. Allein aus dem Laborbild kann man also schon recht gute Rückschlüsse ziehen, wobei das Befinden des Patienten ebenfalls eine große Rolle spielt. Ob ein Endokrinologe auch eine Ultraschall-Untersuchung macht, weiß ich nicht, wäre aber sicherlich nicht verkehrt: Im Ultraschall ist die Schilddrüse bei Morbus Hashimoto recht dunkel (zumindest dunkler als üblich) zu sehen, auch echoarm genannt. Im Blutbild würde bei M.Hashimoto bei den Parametern folgendes sich zeigen: TPO-Ak und Tg-Ak wären nachweisbar, TSH basal wäre erhöht (evtl. leicht erhöht) und fT4 wäre erniedrigt (Vorsicht: Bei latenter Hypothyreose kann fT4 normal sein, TSH wäre aber dennoch erhöht!).
Eine sogenannte Szintigraphie, die man bei Schilddrüsen auch gerne macht und bei einigen unklaren Fällen sogar obligat ist (bzw. sein sollte), ist bei Morbus Hashimoto nicht unbedingt indiziert. Selbst wenn, wirklich schmerzhaft ist es nicht, es wird über eine Kanüle Kontrastmittel injiziert und die Schilddrüse ausgewertet.
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