Nachbarin plötzlich sterbenskrank, wie geht man damit um?

vom 23.03.2013, 21:01 Uhr

Wie ich schon schrieb, hatten wir in dieser Woche eine WE-Versammlung. Nach dieser Sitzung meldete sich eine WE zu Wort und teilte den Anwesenden mit, dass ihre Schwester, die als Mieterin im Haus wohnt, tödlich erkrankt sei. Bei dieser Schwester handelt es sich um eine sehr sympathische Frau, die neben uns wohnt.

Sie hatte eine starke Grippe und ist dann, nachdem der Husten nicht aufhörte, mal zum Arzt gegangen. Der hatte sie krank geschrieben und zum Spezialisten geschickt. Dieser wiederum veranlasste die Einweisung in eine Lungenklinik. Dort wurde ihr nach eingehender Untersuchung gesagt, dass sie nur noch zwei bis vier Wochen zu leben hätte. Die Lunge sei total voll Krebs, die Nieren seien auch angegriffen und die Bauchspeicheldrüse. Weitere Untersuchungen des Gehirns standen noch aus.

Diese Nachbarin hatte die Schwester gebeten, uns allen diese schreckliche Nachricht von ihrem nahen Tod auf der Sitzung zu überbringen. Als die Schwester das sagte, war es lange Zeit ganz still. Alle waren total betroffen. Sie sagte auch, dass die Mutter, die zeitweise in Spanien lebt, noch keine Kenntnis davon hat.

Diese Nachbarin ist erst 49 Jahre alt, aber eine sehr starke Raucherin. Sie ist erst vor etwa zwei Jahren hier ins Haus gezogen. Die Nachricht ist mir dermaßen auf den Magen geschlagen, dass mich anschließend übergeben musste, als ich wieder in der Wohnung war. Auch am nächsten Tag hatte ich noch Probleme mit dem Magen und der Übelkeit. Das hatte ich so noch nie erlebt.

Wie geht man nun mit solch einer schlimmen Nachricht um? Wie würdet ihr euch in dem Fall verhalten? Habt ihr Ähnliches schon einmal erlebt und was habt ihr da gemacht? Ich habe immer noch die Hoffnung, dass sie operiert werden kann. Aber das ist laut der Schwester leider nicht mehr möglich. Wie kann es sein, dass sie vorher noch nichts gemerkt hatte. Solche eine Krankheit kommt doch nicht innerhalb einer Woche, oder?

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



So etwas Ähnliches habe ich auch schon mal erlebt, nur dass es sich nicht um eine Nachbarin handelte, sondern um eine nahe Verwandte, die auch nicht sehr alt war. Mir hat diese schlimme Nachricht damals auch sehr auf den Magen geschlagen, sodass ich tagelang nichts essen mochte und mir regelmäßig schlecht war und ich stets und ständig an diese Nachricht denken musste und auch nichts mehr anderes in meinem Kopf ging und ich den Kopf also auch nicht freihatte, für andere Dinge.

Ich hatte viele Probleme mit dem Thema und der Person umzugehen. Ich habe mich am Anfang auch gefragt, wie ich mich der Person gegenüber verhalten sollte. Soll ich mich ganz normal verhalten und mir meinen Schock und meine Trauer nicht anmerken lassen. Oder soll ich der Person schon spüren lassen, wie sehr mich das mitnimmt und wie traurig ich über diese Nachricht bin.

Die Frage hat sich dann letztendlich von alleine gelöst. Denn als ich meine nahe Verwandte persönlich wieder gesehen habe, hat sie sich mir gegenüber ganz normal verhalten, sodass ich mich auch ihr gegenüber ganz normal verhalten habe. Wir haben ganz normal geredet und herum gealbert und gelacht. Wir haben aber auch ganz ernst über ihre Krankheit geredet und sie war sehr gefasst und ging mit ihrer Krankheit sehr offen um und sie wusste auch, dass sie in naher Zukunft sterben wird und nicht mehr lange zu leben hat.

Bei meiner Verwandten kam ihre Krebserkrankung auch ganz plötzlich. Ein Wochenende vorher ging es ihr noch richtig gut und man konnte nicht ahnen, dass sie schon längst erkrankt ist und dann kam auf einmal die Nachricht. Wir ­alle und meine Verwandte selber ­hatte vorher auch nichts geahnt oder gemerkt. Alles so etwas kann tatsächlich plötzlich kommen und bei ihr war es auch unheilbar. Wir hatten auch immer diese Hoffnung, doch leider konnte man nichts mehr machen. Wobei wir uns auch immer wieder gesagt haben, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ich denke, dass du deiner Nachbarin gegenüber ganz normal auftreten solltest und einfach darauf achten solltest, wie sie mit ihrer Krankheit umgeht. Wenn sie sehr offen mit ihrer Krankheit umgeht, dann würde ich die Trauer und desgleichen auch nicht so zeigen, damit man sie nicht so runter zieht und ihr nicht noch mehr Probleme damit bereitet.

» kai0409 » Beiträge: 3345 » Talkpoints: 72,64 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


@kai0409. Danke für deinen Rat. Ich werde ihn beherzigen, wenn sie aus dem Krankenhaus kommt. Da sie ja auch offen durch ihre Schwester von ihrer Krankheit berichten ließ, nehme ich an, dass sie es auch ganz offen sieht und so damit umgeht. Also werde ich es so versuchen, wie sie mir entgegenkommt, zu reagieren.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Man kann da wirklich nichts mehr machen, wenn der Krebs sich schon so weit ausgebreitet hat und deswegen wirst du es irgendwann akzeptieren müssen. Natürlich geht man als Patient und auch als Bekannter oder Nachbar mehrere Phasen durch, wenn man so eine Nachricht bekommt und so kann es auch durchaus sein, dass deine Nachbarin noch sehr sauer und depressiv wird.

Du solltest dich ihr anpassen. Wenn sie keine Besuche möchte, dann solltest du ihr zwar zeigen, dass du für sie da bist, ihr aber nicht auf die Nerven gehen. Sie wird sich dann melden, wenn sie dich um sich herum haben möchte. Ansonsten solltest du durchaus auch auf sie eingehen, wenn sie das möchte. Du kannst ihr ja ein bisschen helfen, wenn sie das braucht und möchte. Du solltest dabei aber immer genaustens auf die Laune achten. Hat sie gute Laune, kannst du auch mal einen Witz erzählen oder sie zum Lachen bringen.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge



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