Angst - wie finde ich sie heraus und welche Methoden helfen?

vom 22.03.2013, 01:00 Uhr

Jeder Mensch hat Ängste. Manche haben Höhenangst, während andere sich nicht trauen eine Frau anzusprechen. Ich möchte kein bestimmtes Beispiel ansprechen. Mir geht es um die Frage, wie ich eine Angst herausfinden und sie anschließend bekämpfen kann.

Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie vor einer Sache Angst haben. Sie verspüren nur eine Art schlechtes Gefühl, sie fühlen sich unwohl. Deshalb meine erste Frage: Wie kann man Ängste herausfinden?

Der zweite Schritt ist mir deutlich wichtiger. Wie gehe ich aktiv gegen Ängste vor? Die meisten Menschen kennen ihre Angst. Nehmen wir als Beispiel die Angst vor Spinnen. Was könnte man gegen eine solche Angst machen? Wie könnte ein Betroffener lernen, wie er mit Spinnen umgehen soll? Allgemein gesagt: Welche Methoden helfen einem Betroffenen seine Ängste zu überwinden?

» Ratgeber » Beiträge: 48 » Talkpoints: 42,09 »



Meistens merkt man doch, dass es sich bei dem unguten Gefühl um Angst handelt, würde ich einfach mal sagen. Die meisten Menschen haben das in ihrem Leben schon mal erlebt und es sei es, dass sie Angst hatten, einen geliebten Menschen zu verlieren. Ich denke, dass es nicht so schwer ist, heraus zu finden, dass man Ängste hat.

Das schwierige ist, diese zu überwinden. Wenn man nichts gegen diese Ängste macht, können sie das ganze Leben bestimmten und stark einschränken. Ich denke, dass der erste Schritt ist, sich Hilfe zu suchen und etwas ändern zu wollen. Es ist aber trotzdem sehr schwer, wenn man dann langsam durch professionelle Hilfe an die Angst heran geführt wird und in die Situationen gebracht wird, die einem Angst machen.

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» Nelchen » Beiträge: 32238 » Talkpoints: -0,25 » Auszeichnung für 32000 Beiträge


Die erste Frage verstehe ich nicht ganz. Welchen Nutzen hat es Ängste herauszufinden, von denen ich gar nicht weiß, dass ich sie habe? Möglicherweise meinst du Menschen, die Ängste bewusst oder unbewusst verdrängen und deshalb diese nicht richtig wahrnehmen. In diesem Fall würde es helfen, ehrlich zu sich selbst zu sein und sich nichts vorspielen zu wollen.

Die zweite Frage ist einfacher zu beantworten. Man kann nicht pauschal sagen, wie man Ängste bekämpft, weil jeder Mensch anders ist und auch die Ängste individuell analysiert werden müssen. Trotzdem möchte ich Ratschläge geben, die in vielen Fällen hilfreich sein können.

1. Ängste sind häufig irrational
Viele Ängste sind mit dem Verstand nicht zu erklären, das heißt sie sind unvernünftig bzw. gefühlsbetont. Ein Beispiel ist die Angst vor Spinnen, weil das völlig harmlose Tiere sind (zumindest in Deutschland). Auch wenn diese Tiere nicht gerade ästhetisch sind, gibt es rein logisch gesehen keinen Grund sich vor ihnen zu fürchten. Ähnlich verhält es sich mit vielen anderen Ängsten. Der erste Schritt ist deshalb, dass man sachlich bzw. rational über die Angst nachdenkt. Allerdings ist die Angst manchmal so groß, dass es manche Menschen alleine nicht schaffen, rational über eine Angst nachzudenken. Hier kann ein einfühlsamer Freund weiterhelfen. Es ist sehr wichtig, dass der Gesprächspartner einfühlsam ist. Es wäre fatal einen Angstpatienten einfach nur zu sagen, dass seine Angst unvernünftig ist! Die Ängste eines Menschen sollte man unbedingt ernst nehmen und mit viel Feingefühl besprechen.

2. Schrittweise Konfrontation mit der Angst
Das natürliche Verhalten eines Menschen ist vor der Angst zu fliehen und entsprechenden Situationen unter allen Umständen vermeiden zu wollen. Die Folge ist aber, dass die Angst immer größer wird. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen muss man sich der Angst stellen. Wer zum Beispiel Angst vor Spinnen hat, sollte Schritt für Schritt vorgehen. Als erstes könnte man zum Beispiel aus sicherer Entfernung eine Spinne anschauen, ohne gleich wegzulaufen. Nun erlebt man, dass man nicht, wie eventuell befürchtet, gleich ohnmächtig wird. Diese Erfahrung ist sehr wichtig. Diese Konfrontation kann man solange steigern, bis man am Ende vielleicht sogar zulässt, dass eine (kleine) Spinne über die Hand läuft. Das wäre für viele eine Horrorvorstellung, aber rein rational gesehen ist es ein absolut ungefährlicher und harmloser Vorgang. Allerdings erfordert eine Konfrontation mit der Angst extrem viel Willensstärke und Mut. Wenn man die Konfrontation mit der Angst aber bis zum Ende durchhält, hat man gute Chancen die Angst zu überwinden. Eine erfahrene Begleitperson, die ermutigt und begleitet, ist hier sehr hilfreich.

3. Körperliche Symptome bei Angst
Angst löst selbstverständlich auch körperliche Symptome aus. Dadurch wird die Angst noch viel bedrohlicher erlebt. Deshalb ist es wichtig, dass man über diese Symptome Bescheid weiß und diese gegebenenfalls richtig behandeln kann. Starke Angst bewirkt häufig, dass man flach und schnell atmet. Dadurch atmet man zu viel Sauerstoff ein und zu wenig Kohlendioxid aus. Mögliche Folgen sind unter anderem Schwindel, Taubheitsgefühle (oder Kribbeln) an den Händen oder anderen Körperteilen und Schwäche. Wenn man in dieser Situation bewusst anfängt tiefer und langsamer zu atmen, verschwinden die Symptome ziemlich schnell. Natürlich können Ängste noch viele weitere bedrohlich wirkende körperliche Symptome auslösen. Es ist wichtig zu wissen, dass diese Symptome in der Regel harmlos sind. Im Zweifelsfall kann man einen Arzt aufsuchen, welcher allerdings vermutlich nichts finden wird, weil ein Angstsymptom keine organische Krankheit ist.

Das Thema Angst ist sehr umfangreich und ich habe nur ansatzweise die Problematik erläutert. Ich habe versucht aufzuzeigen, dass man viele Ängste gezielt bekämpfen kann und welche Wege zum Erfolg führen können. Zum Schluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass man Beitrag nur als grober Wegweiser gedacht und nicht pauschal auf alle Ängste anwendbar ist. Bei starken Ängsten kann es außerdem erforderlich sein einen Arzt oder Therapeuten aufzusuchen.

» kengi » Beiträge: 886 » Talkpoints: 17,93 » Auszeichnung für 500 Beiträge



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