Welche Arten von Selbsthilfegruppen kennt ihr?

vom 13.03.2013, 19:27 Uhr

Ein Kollege von mir ist in einer Selbsthilfegruppe für trauernde Witwen. Er hat vor einem halben Jahr seine Frau verloren und geht nun erst seit einigen Wochen dort hin. Ob diese Selbsthilfegruppe ihm hilft, weiß er noch nicht so richtig.

Ich habe dann mal überlegt, dass es ja wirklich für alles und jedes eine Selbsthilfegruppe gibt. Aber basieren sie alle auf die gleiche Art und Weise und sind von Betroffenen gegründet worden oder gibt es auch Selbsthilfegruppen, die irgendwie von Fachleuten geführt werden? Welche Arten von Selbsthilfegruppen kennt ihr und in welche Richtung führen diese?

Seid ihr schon selber in einer Selbsthilfegruppe gewesen? Wurde euch da geholfen oder war es nur ein Zeitvertreib, den ihr euch hättet sparen können?

Benutzeravatar

» Sherlock-Holmes » Beiträge: 2025 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Anstatt "trauernde Witwen" meintest du bestimmt "trauernde Witwer", bzw. für beide Geschlechter "Verwitwete"? Trauergruppen gibt es teilweise auch von Beerdigungsinstituten oder kirchlichen Organisationen.

Fachleute ist ja ein weitreichender Begriff und es kommt darauf, wen du als Fachmann ansiehst. Bei sehr selten Krankheiten zum Beispiel sind es manchmal die Betroffenen selbst, die ein sehr großes Wissen entwickeln und sich dadurch mit Spezialisten-Wissen messen können, mit dem der kleine Dorfarzt vermutlich in den wenigsten Fällen mithalten könnte.

Es gibt auch Vorträge zu gewissen Themen oder Diskussionsrunden. Jedoch haben die eher keinen Selbsthilfegruppencharakter und ich würde sie eher einzeln sehen. Auch wenn ich weiß, dass einige Selbsthilfegruppen manchmal zum Beispiel Fachleute einladen oder gemeinsam gewisse Gruppensitzungen oder Kurse buchen. Wobei dies dann auch in der Regel eher ein Zusatzangebot ist.

Es kommt immer darauf an, was man persönlich als Hilfe erwartet. "Zeitvertreib" klingt so abwertend. Dabei spielt Zeit bei vielen Problemen eine Rolle. Entweder man kann diese nicht richtig einteilen oder es spielt auch der zeitliche Faktor bei der Verarbeitung eines Traumas eine Rolle. Und letztendlich muss man sich meiner Meinung nach immer selbst helfen. Wenn jemand nicht möchte, dass ihm geholfen wird, so helfen weder Selbsthilfegruppen noch die besten Spezialisten.

Selbsthilfegruppen gibt es dennoch zu sehr vielen Themen. Wobei sich manche Nischengrüppchen oft über einen weiten Raum erstrecken und zum Angehörige einem ganzen Land zusammenbringen oder auch weltweit übers Internet funktionieren, sowie mit gelegentlichen Treffen. Trauergruppen, sowie Selbsthilfegruppen bei Suchtproblematiken, Depressionen, Elterngruppen und andere häufige Themengruppen findet man häufiger, als Selbsthilfegruppen für Angehörige von Opfern durch falsche tierärztliche Behandlung.

Benutzeravatar

» Trisa » Beiträge: 3323 » Talkpoints: 38,55 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^