Wirkung und Nebenwirkungen von Koffeintabletten

vom 28.02.2013, 14:33 Uhr

Heute Vormittag hat mich ein Bekannter besucht, weil ich zur Zeit krank bin. Er hat wohl im Moment viel um die Ohren und hatte auch nicht viel Zeit. Was ich aber ein wenig beunruhigt hat war, dass er ein kleines Röllchen Tabletten dabei hatte. Darin waren kleine Pillchen. Es waren Koffeintabletten. Er hat davon welche (ich weiß nicht ob eine oder mehrere) genommen und meinte, dass er ohne diese zur Zeit nichts auf die Reihe bekommt.

Welche Wirkung und vor allem auch Nebenwirkungen haben solche Koffeintabletten? Sind diese gefährlich? Habt ihr solche Koffeintabletten auch schon mal genommen? Kann man da leicht auch wieder von weg kommen oder machen diese Tabletten abhängig?

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» Ampelmännchen » Beiträge: 1310 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Der Grund, weshalb dein Bekannter die Tabletten nimmt, wird wohl der sein, dass Koffein in erster Linie zentral stimulierend wirkt, sprich, man fühlt sich konzentrierter und wacher. Ich rede deshalb von "fühlen", weil ich beispielsweise von Koffein gar nichts habe, warum auch immer. Ich kann soviel Schwarztee bzw. Kaffee trinken, motivierter, wacher und konzentrierter fühle ich mich ehrlich gesagt nicht. Da steckt bei mir schon der Wille dahinter nicht zu schlafen bzw. auf den Beinen bleiben zu müssen.

Darüber hinaus wirkt Koffein bronchodilatatorisch, was soviel heißt, dass es die Muskulatur des Atemwegstraktes entspannt und dadurch zu einer gewissen Atembesserung führt. Deswegen wird Theophyllin (ebenfalls ein Alkaloid) in schweren Fällen bei COPD-Patienten angewandt, hat aber eine geringe Behandlungsbreite, weshalb Vorsicht geboten ist. Weiterhin erzielt man mit Koffein eine Erhöhung der Herzfrequenz und des Blutdruckes - beides wird über sogenannte Adenosinrezeptoren reguliert, wo Koffein als Antagonist wirkt. Auch wird durch Koffein die Diurese angeregt, die Wasserausscheidung wird also gefördert.

Die mir bekannte wohl größte Nebenwirkung von Koffein ist, dass Koffein vielerlei Wechselwirkungen mit Medikamenten eingeht. Diese sind nicht gerade wenige und es sind auch einige dabei, die sehr oft verschrieben werden. Entweder verstärkt oder hemmt Koffein ihre Wirkungen, andersrum kann aber auch die Wirkung von Koffein beeinflusst werden. An dieser Stelle sei aber auch an die Toleranzentwicklung von Koffein hingewiesen: Einige Autoren schreiben, dass Koffein bei regelmäßiger Einnahme innerhalb von 2-3 Wochen zu einer Toleranzentwicklung führen kann. Molekularbiologisch wird das durch Zunahme der entsprechenden Rezeptoren begründet, mit gleichzeitig abnehmender Zellarbeit. Wie es jedoch in der Praxis aussieht, weiß ich nicht, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass dauerhafte Koffeineinnahme keine Risiken mit sich bringt.

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Ich kenne diese Koffeintabletten auch und ich muss sagen, dass ich zukünftig echt die Finger von diesen Mittelchen lassen werde. Damals war ich gerade dabei, mein Abitur zu machen und hab oft bis spät in die Nacht gelernt. Ich wollte einfach wach bleiben und möglichst viel Stoff in meinem Kopf unterbringen. Damals waren diese Tabletten total modern und einige meiner Schulkameraden haben diese auch genommen und sie mir sogar empfohlen. Ich habe kurze Zeit nach der Einnahme extremes Herzrasen bekommen und mir wurde total schwindelig. Erst habe ich mir nichts dabei gedacht, aber es wurde wirklich erst dann besser, als ich die Tabletten wieder abgesetzt habe. Kann sein, dass ich da wirklich ein wenig empfindlich war, aber für mich sind diese Tabletten nichts.

Abhängig von den Tabletten war ich allerdings nicht. Ich konnte sie danach wirklich problemlos wieder absetzen, weil ich eben auch sehr schnell gemerkt habe, dass sie mir wirklich mehr schaden als nutzen. Allerdings kann ich mir sehr gut vorstellen, dass Leute, die überzeugt von der Wirkung dieser Tabletten sind, wesentlich mehr Probleme haben könnten, wieder davon loszukommen. Also ich würde die Koffeintabletten eher mit Vorsicht genießen und bin auch davon überzeugt, dass es auch anders geht. Ich kenne sie nur als Aufputschmittel in stressigen Zeiten. Bei welchen anderen Gelegenheiten man diese Tabletten ebenfalls noch nimmt, kann ich nicht sagen.

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» MeL.G » Beiträge: 4918 » Talkpoints: 16,81 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Also zunächst muss klargestellt sein, dass in solchen Pillen ganz normales Koffein drin ist, wie in Kaffee auch. Mit dem Unterschied, dass es synthetisch hergestellt ist, was aber nichts an der Wirkung ändert. Nunja, Koffein ist an sich schon bedenklich genug.

Nimmt man dauernd Koffein zu sich, so erhöht sich - vereinfacht ausgedrückt - Die Zahl der Melatonin-Rezeptoren im Gehirn, wodurch man sich bei Ausbleiben der Koffein-Zufuhr überproportional müde fühlt. Das Koffein versetzt das Gehirn dann nur in den Normalzustand. So braucht man jedes mal eine immer höhere Dosis um über den Normalzustand hinauszukommen.

Nach eigener Erfahrung wird das Koffein aus Koffeintabletten schneller resorbiert als bei Aufnahme durch Kaffee. Es kommt demzufolge schneller zum Rauschzustand und im Anschluss zu einem heftigeren Absturz. Außerdem ermöglichen die Pillen eine viel höhere Koffein-Aufnahme als dem Körper eigentlich lieb ist. So bleibt z.B. der bittere Geschmack aus, der normalerweise signalisiert, dass ein Gift im Anmarsch ist.

Allgemein lässt sich sagen, dass man mit Koffein dem Körper allenfalls Energiereserven entleihen kann und je höher der "Höhenflug", desto heftiger ist dann der Absturz. Bei Pillen ist dieser Achterbahn-Effekt heftiger als bei Kaffee.

» MasterOers » Beiträge: 348 » Talkpoints: 1,16 » Auszeichnung für 100 Beiträge



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