Wie ernstzunehmen ist eine Vorstufe von Diabetes?

vom 24.02.2013, 23:06 Uhr

Eine Freundin von mir ist familiär vorbelastet, was Diabetes betrifft. Nun bekam sie nach einer Blutuntersuchung von der Ärztin gesagt, dass ihr Werte auf eine Vorstufe von Diabetes hindeuten und sie bekam einen neuen Termin nächste Woche. Viel mehr Zeit war leider auch nicht, dass zu erläutern. Jedoch macht sie sich nun natürlich große Sorgen, dass sie wie ihr Vater auch bald Insulinabhängig sein könnte.

Dabei wurde erst einmal nur eine Blutuntersuchung gemacht. Sie hat erhöhte BhA1c Werte. Das Blutergebnis zeigt zwei dieser Werte als erhöht an, einmal IFCC und einmal NGSP. Was sagen diese Werte genau aus? Und wie eindeutig sind diese Werte? Ist es nicht für eine Diabetesfeststellung notwendig genauer zu prüfen? Oder verhält sich dies bei einer Vorstufe von Diabetes anders?

Die Freundin möchte auf keinen Fall regelmäßig Tests durchführen müssen. Selbst vor dem Blutzuckermessgerät hat sie große Angst, obwohl ihr Vater regelmäßig auch bei ihr messen möchte. Sie lehnt dies jedoch immer ab und als sie es einmal selbst machte, hat sie vor Schmerzen geheult. Natürlich würde sich dies vermutlich legen und ist auch Gewohnheit. Doch deutet eine Vorstufe von Diabetes überhaupt darauf hin, dass es irgendwann so sein wird?

Selbst wenn nun weitere Tests das Ergebnis bestätigen würden, wäre es dann trotzdem möglich, dass sich die Werte schnell wieder normalisieren? Oder wird es so sein, dass sie bereits jetzt zumindest genau auf ihre Ernährung achten muss?

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» Trisa » Beiträge: 3323 » Talkpoints: 38,55 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Hier eine entsprechende Tabelle mit den Umrechnungen von IFCC bzw. NGSP im Bezug auf den HbA1c-Wert. Ich muss sagen, dass ich die beiden Werte IFCC/NGSP bisher nicht kannte, kann daher auch nicht sagen, was sie genau bedeuten. Aus meiner logischen Schlussfolgerung allerdings leite ich ab, dass sie nichts anderes ausdrücken als das, was der HbA1c-Wert anzeigt, denn irgendwie scheinen es für mich zwei bzw. drei verschiedene Sachen für den ein und denselben Wert zu sein.

Was ich unter der Vorstufe des Diabetes verstehe - also Prädiabetes - sind zwei Sachen: Einmal die gestörte Glucosetoleranz (impaired glucose tolerance, IGT), "messbar" per 2-Stunden oraler Glucosetoleranztest (IGT: 140-199 mg/dl) und einmal die abnorm hohe Nüchternglucose (impaired fasting glucose, IFG), die man auch zu Hause bestimmen kann (IFG: 100-125 mg/dl). Beide, also sowohl das Vorliegen einer IGT als auch einer IFG, gelten als Prädiabetes und sollten entsprechenden Maßnahmen zur Folge haben, insbesondere die sportliche Aktivität und möglicherweise Umstellung der Ernährungsgewohnheiten.

Das Vorliegen von IFG/IGT heißt aber nicht, dass man zwangsläufig an Diabetes erkranken wird, um Gottes Willen: Vielmehr dient es als eine Art Warnung, dass es bald soweit sein kann, wenn man an seinen Gewohnheiten nichts ändert. Was das nun für Sachen im Detail sind, kann mit dem Hausarzt abgeklärt werden, denn Diabetes liegt ja ursächlich nicht nur an der Ernährung - Stichwort multifaktoriell.

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Eine vorbelastete Person mit Diabetes in der Familie muss nicht zwangsläufig auch bedeuten, dass die Tochter ebenfalls an Diabetes erkrankt. Letztendlich kommt es auch darauf an, um welchen Typ des Diabetes es sich handelt und daher gehe ich davon aus, dass es sich um einen Typ II-Diabetes bei dem Vater handelt. Dieser muss nicht unbedingt mit Insulin behandelt werden, aber dennoch ist es wichtig, dass sich die Tochter durchaus damit auseinandersetzt und sich vielleicht auch beraten lässt, was sie selbst tun kann.

Das Übliche ist, mögliches Übergewicht abzubauen, sich (mehr) zu bewegen, auf die Ernährung zu achten, und so kann es sein, dass man dann um den Typ II-Diabetes herumkommt und somit auch keine Befürchtung mehr vor dem Blutzuckermessen und dem Insulin haben muss.

Der HbA1c-Wert ist ja letztendlich so etwas wie ein Blutzuckergedächtnis und der sollte dann hin und wieder überprüft werden, auch die Symptome müssen beachtet werden. Sicherlich kann man mit einer entsprechenden Umstellung der Lebensgewohnheiten da herumkommen, aber ich muss sagen, dass die wenigsten Leute da dann davor gefeit sind. Sollte es so weit kommen, wird Deine Freundin aber das Blutzuckermessen betreiben müssen und ich gehe einfach davon aus, dass sie eine falsche Einstelltiefe der Stechhilfe hatte. Womöglich war die Nadel auch nur zu alt gewesen, die sie hatte und damit zu stumpf geworden.

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



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