Neben- und Wechselwirkungen auch bei äußerlicher Anwendung

vom 21.02.2013, 00:13 Uhr

Ich wurde von der aktuellen Erkältungswelle leider auch nicht verschont und liege seit einigen Tagen mit sehr starken Gliederschmerzen und Fieber im Bett. Meine Mutter hatte mir vor einiger Zeit Johanniskrautöl mitgegeben, das ich eigentlich gegen meine Verspannungen nehmen sollte. Nun habe ich etwas recherchiert, ob mir dieses Öl auch gegen die Gliederschmerzen helfen kann. Dabei fiel mir auf, dass Johanniskraut zu Neben- und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten führen kann. Unter anderem waren dort Antidepressiva aufgelistet, mit denen man es nicht nehmen soll.

Ich nehme seit einigen Jahren zwei Antidepressiva und würde daher kein Johanniskraut zusätzlich einnehmen. Jetzt stellt sich mir aber die Frage, ob das auch für ein Öl gilt, das ja nur äußerlich angewandt wird. Die Wirkstoffe der Medikamente gelangen doch über die Magenschleimhaut ins Blut, während das Öl ja nur auf die Muskeln wirken dürfte.

Gibt es also auch Wechselwirkungen zwischen oral und äußerlich angewandten Medikamenten? Oder kann man diese gefahrlos kombinieren?

» Lacrima » Beiträge: 62 » Talkpoints: 36,79 »



Das kann dir wohl kein Laie verantwortungsbewusst beantworten. Ich rate also dringend dazu, einen Arzt oder Apotheker aufzusuchen. Oder wärst du beruhigt, wenn hier jemand schreiben würde, dass das völlig harmlos ist? Nur ein kompetenter Arzt oder Apotheker kennt die Wechselwirkungen. Es kann ja durchaus sein, dass das Öl über Haut oder Nase aufgenommen wird.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Bei NSAR wie z.B. Voltaren ist es nachgewiesenermaßen so, dass Diclofenac auch in Salbenform zu Magengeschwüren führen kann, nur wissen es die wenigsten, selbst die meisten Ärzte wissen Umfragen zufolge nichts davon. Insofern werden bzw. sollten auch bei Salbenverschreibungen vorsichtshalber Magenschutzpräparate verordnet werden und generell rät man ja davon ab, Schmerzmittel dauerhaft einzunehmen.

Wie es bei lokaler Anwendung von Johanniskraut der Fall ist, weiß ich nicht, ob es eine wissenschaftliche Studie bzw. Untersuchung diesbezüglich ist mir nicht bekannt. Aber allein durch die Überlegung, dass Johanniskraut scheinbar als Muskelrelaxans wirkt, nehme ich mal an, dass es auch als Öl in die Haut einwirkt. Was in die Haut einzieht, kann theoretisch auch in die Blutbahn gelangen: Zwar wäre da die Konzentration letztens Endes geringer, als wenn man es oral zu sich nehmen würde, aber vorstellbar wäre es auf jeden Fall. Sicherheitshalber würde ich Johanniskraut weglassen, wenn ich Medikamente einnehme, die im Verdacht stehen in Wechselwirkung mit Johanniskraut zu stehen. Es sind ja keine Medikamente wie Aspirin oder Paracetamol, sondern schon teils stärkere Substanzen, die letzlich in ihren Wirkungen massivst verstärkt werden können.

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge



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