Wann ist man rein medizinisch gesehen nüchtern?

vom 15.02.2013, 20:06 Uhr

Ein Bekannter von meinem Vater wird nächste Woche operiert und er hat den Operationstermin für Donnerstag Nachmittag bekommen. Er muss dann auch schon am Mittwoch ins Krankenhaus. Normal bekommt man dann ja am Abend vor der Operation das letzte zu Essen und zu Trinken. Aber wie ist das, wenn man erst am Nachmittag operiert wird? Er wird mit Vollnarkose operiert. Er wird am Knie operiert und ich denke, dass er dann ja auch nüchtern sein muss, wegen der Vollnarkose.

Als mein Vater mir das erzählte, habe ich dann doch meine Gedanken gemacht, ob man dann von Mittwoch Abend an nichts mehr zu Essen und zu Trinken bekommt oder ob man dann morgens noch eine Kleinigkeit bekommt. Wie lange darf man vor einer Operation nichts gegessen und getrunken haben?

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» supermami » Beiträge: 2317 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich hatte 2006 eine Unterleibs-Operation, diese war für morgens 8 Uhr angesetzt! Zur Vorbesprechung der Operation, wurde mir seitens der Ärzte nahe gelegt ab abends 20 Uhr also 12 Stunden vorher "nichts" mehr zu mir zu nehmen, keine Flüssigkeiten, keine Nahrung!

Am besagten Tag hielt ich mich daran und verzichtete sogar auf den Kaffee am morgen was mir sehr schwer fiel! Im Krankenhaus dann erfolgte die geplante Op dann doch erst 2 Stunden später! Es wurde noch einmal nachgefragt wann ich das letzte mal gegessen, bzw getrunken hatte! Kurz vor dem Eingriff bekam ich ein Beruhigungsmittel mit ein wenig Flüssigkeit, das war`s! Habe alles gut überstanden! Denke man sollte sich schon daran halten, um die Risiken der Narkose gering zu halten!

» ludmoeller » Beiträge: 24 » Talkpoints: 11,36 »


Als ich 2007 operiert wurde war meine OP ebenfalls direkt morgens um 8 Uhr; an dem Tage habe ich auch absolut nichts mehr bekommen. Das letzte Mal hatte ich Abendbrot am Vortag, was so gegen 18 Uhr war. Von daher denke ich, dass der Vater des Bekannten am Tag der OP nichts mehr zu essen bekommen wird. Ein wenig Flüssigkeit wird er wohl schon zu sich nehmen dürfen am Morgen.

Ich wurde drei Tage vor meiner OP eingeliefert und an dem Tag, sowie dem danach wollte man mich auch möglichst nüchtern halten, für den Fall dass ich Not-operiert werden muss. Ich habe dennoch Wasser zu trinken bekommen und nach einem Tag ohne Essen bekam ich sogar drei Zwiebäcke. In dem Fall denke ich aber dass es direkt an dem Tag der OP nichts geben wird.

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» Nana_2011 » Beiträge: 2250 » Talkpoints: 0,21 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Selbst wenn man am Nachmittag operiert wird, bleibt man am selben morgen nüchtern, gilt übrigens auch OPs, die für 14-15 Uhr angesetzt sind! Das ist für den Patienten sicherlich nicht leicht zu ertragen mit knurrendem Magen auf den Eingriff zu warten, aber anders ist es leider nicht zu handhaben. Wird der Eingriff letztlich auf den nächsten Tag verschoben - aus welchen Gründen auch immer - wird dem Patienten je nach Uhrzeit das Mittagessen nachgereicht, das Abendessen kriegt er dann aber auch auf jeden Fall.

Flüssigkeit wird er sicherlich über Infusionen bekommen, ist er allerdings in recht gutem Allgemeinzustand wird die Flasche sehr langsam laufen, denke ich mal. Spielt aber insofern keine Rolle, weil er spätestens dann am nächsten morgen selbst trinken kann. :)

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Im Idealfall ist man dann nüchter, wenn der Magen leer ist. Man sollte nüchtern sein, weil dann die Aspirationsgefahr kleiner ist und das senkt das OP - Risiko natürlich. Man kann ja überlegen, was wie lange dauert, damit es den Magen passiert hat. Das ist natürlich unterschiedlich. Deswegen handhabt man es so, dass man dem Patienten am Vortag das Letzte am Abend gibt. Egal, wann die Operation am Folgetag angesetzt ist. Ein Erwachsener kann damit auch gut umgehen. Man ergreift ja auch bei Kindern Maßnahmen, damit sie es nicht so schwer haben.

Babys kann man selbstverständlich nicht so lange nüchtern lassen. Die würden dehydrieren. Manchmal gibt man dann aber auch lieber eine Infusion, als dass man die Mama noch Stillen oder Füttern lässt. Das entscheidet der Arzt. Die letzte Mahlzeit gibt man bei Babys, wenn ich mich nicht irre, in der Nacht. Der Arzt bestimmt die letzte Mahlzeit.Die sind also nicht so lange nüchtern, haben aber auch entsprechend einen kleineren Magen, der nicht so viel Fassungsvermögen hat.

Nüchtern sein bedeutet auch, dass man sich am Morgen der OP nicht die Zähne putzt, nicht raucht und nicht Kaugummi kaut. Das ist sehr wichtig, wird aber meistens (hoffentlich) auch gesagt.

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» winny2311 » Beiträge: 15159 » Talkpoints: 4,91 » Auszeichnung für 15000 Beiträge


Im Krankenhaus wird man wissen, wie die operierenden Ärzte es gerne hätten. Zu Essen wird er aber nichts mehr bekommen und vermutlich auch am Vorabend nur leichte Kost. Bei mir war es damals so, dass ich früh morgens auch noch ein wenig Wasser trinken durfte, als die Vollnarkose am Mittag war.

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» Trisa » Beiträge: 3323 » Talkpoints: 38,55 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Dafür gibt es zwei ganz klar festgelegte Zeiten. Nüchternheit heißt dabei, dass man bis 6 Stunden vor dem Eingriff nichts mehr essen darf und bis 2 Stunden vor dem Eingriff noch klare Flüssigkeiten trinken kann. Rein rechnerisch ist es daher also eigentlich Unsinn das Abendbrot als letzte Mahlzeit zu geben. Nur gibt es halt im Krankenhaus nach dem Abendbrot, was es oft zwischen 17 und 18 Uhr gibt keine weiteren Mahlzeiten mehr.

Aber selber kann man eigentlich in der Regel bis 24 Uhr noch ganz normal essen und trinken. Ab sollte man dann nur noch klare Flüssigkeiten trinken, da diese schnell den Magen passieren und gerade Wasser eigentlich keine Bestandteile hat, die zu Problemen mit anderen Medikamenten führen können. Das wird aber in den meisten Fällen auch so beim Narkosegespräch gesagt und wenn nicht kann man da auch immer nochmal nachfragen. Das ist auch eine generelle Regelung die für alle Krankenhäuser gilt.

Auf das Frühstück wird auch bei Nachmittagseingriffen verzichtet, da trotz großer Planung immer auch OP´s ausfallen können oder plötzlich benötigte Instrumente bei der Vor-OP kaputt gehen oder sonstwelche Gründe dafür sorgen, dass der eigentliche OP-Plan umgestellt werden muss und somit plötzlich auch eine Nachmittags-OP schon am Vormittag stattfindet. Hat es aber dann schon Frühstück gegeben, dann kann auch die Alternativ-OP nicht stattfinden und es gibt plötzlich Leerlauf und man muss OP´s auf den nächsten Tag verschieben.

Infusionen kann man aber trotzdem bekommen, da diese ja direkt in die Vene verabreicht werden und den Magen somit umgehen. Damit kann dann der Flüssigkeitsbedarf bei langen Wartezeiten vor der OP gedeckt werden.

» Klehmchen » Beiträge: 5497 » Talkpoints: 1.016,89 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Ja, er muss natürlich nüchtern sein vor seiner Operation, weil ich wurde auch schon operiert und das war auch am Nachmittag. Wenn die Operation vorbei ist darf man auch nicht essen. Ich durfte nach meiner Operation drei Tage lang nichts essen und das war eine Qual. Am liebsten würde man so fort was essen, selbst etwas, was man überhaupt nicht mag. Hauptsache man hat was zu essen.

Ich wünsche den bekannten deines Vaters viel Glück bei der Operation, weil Operationen sind ja auch nicht ungefährlich und zu deiner Frage am Schluss, die hieß wie lange man vor der Operation nicht essen darf habe ich auch eine Antwort. Ich glaube gehört zu haben, dass man mindestens drei Stunden nichts essen darf, aber länger geht natürlich immer.

» andre xD » Beiträge: 209 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 100 Beiträge


andre xD hat geschrieben:Wenn die Operation vorbei ist darf man auch nicht essen.


Das kommt auf die Operation und die Art der Narkose an. Es gibt durchaus OP´s, da darfst du eigentlich sofort danach wieder etwas trinken und wenn das ohne Probleme klappt auch etwas essen. Bei einer Vollnarkose wird man damit in der Regel einige Stunden warten, bei einer Spinalanästhesie geht das recht zügig.

Wird man natürlich irgendwo am Magen-Darm-Trakt operiert, dann kann es durchaus sein, dass man mehrere Tage erstmal nichts essen darf. Bei einer Knie-OP aber, sollten solche Einschränkungen nicht bestehen und es kann durchaus sein, dass nach der Nachmittags-OP schon Abends wieder etwas richtiges zu essen gibt, spätestens aber das Frühstück am nächsten morgen, sofern es keine Komplikationen bei der OP und der Narkose gibt.

» Klehmchen » Beiträge: 5497 » Talkpoints: 1.016,89 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


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