Können Tumore durch Aushungern besiegt werden?

vom 05.02.2013, 21:42 Uhr

Krebszellen lieben Zucker. Da Kohlenhydrate im Körper in Zucker umgewandelt werden, bekommt nicht nur das Gehirn seinen Zucker, sondern auch die Krebszellen. Anfang des 20. Jahrhunderts machte ein kanadischer Anthroprologe eine erstaunliche Entdeckung. Er stellte fest, dass die Eskimos keinen Krebs kannten. Sie aßen keine kohlehydratreiche Nahrung. Das änderte sich Mitte des 20. Jahrhundert. Ab diesem Zeitpunkt aßen sie auch Kohlenhydrate. Das Ergebnis war, dass sie Krebs bekamen.

Eine Krebszelle vergärt den Zucker zur Milchsäure. Das umliegende Gewebe wird zerstört. Diese Milchsäure kann sich in Knochen einätzen und Metastasen bilden.

Die Erkenntnis ist ein hoffnungsvoller Ansatz, den Mediziner und Biologen weiter verfolgen werden. Die Frage ist, wenn der Mensch voll auf Zucker verzichten würde, könnte dann der Tumor ausgehungert werden? Das gilt nicht nur für den Menschen, sondern auch für Hunde (nicht für den Wolf). Nachzulesen hier.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Ich bin bei solchen scheinbar simplen Lösungen immer sehr skeptisch. Wenn mal wieder die bösen Kohlehydrate schuld sind, wieso haben dann nicht alle Europäer Krebs? Und eine Robbenfleisch-Diät für alle ist sowieso nicht praktisch umzusetzen, ganz abgesehen davon, dass man sich davon vielleicht andere Krankheiten oder Mangelerscheinungen zuzieht.

Es mag schon sein, dass diese wissenschaftlichen Erkenntnisse in Zukunft dabei helfen können, Krebskrankheiten besser zu behandeln, aber es würden sich wohl kaum Scharen von Forschern das Hirn zergrübeln, wenn die Lösung "kein Zucker - kein Tumor" klar auf der Hand liegt. Außerdem finde ich solche Ansagen den Betroffenen gegenüber fast ein bisschen unfair, weil es sich manchmal so anhört, als sei jeder, der sich mit Darm-, Brust-, oder Leberkrebs herumquält, an seiner Misere selber schuld, weil er die Finger nicht von Zucker lassen konnte.

Davon abgesehen stellen Metastasen Ansiedlungen von Tumorzellen dar, die sich von einem Primärtumor abgespalten haben und weitere Körperteile befallen. Mit Milchsäure hat das mal gar nichts zu tun.

» Gerbera » Beiträge: 11346 » Talkpoints: 56,04 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


Ich kann mir schon vorstellen, dass das verzichten auf Zucker zum Teil einer Krebstherapie werden könnte. Allerdings nicht, dass das alleine reicht. Auch, dass die Lösung einfacher ist, als man uns glauben machen will, halte ich für möglich. Oft werden billige und gute Methoden zur Krankheitsbekämpfung unterschlagen und man will uns glauben lassen, dass wir Chemie für alles brauchen, weil die Pharmaunternehmen daran mehr als gut verdienen.

Sollte der Verzicht auf Zucker den Krebs besiegen können wird uns das aber sicher niemals gesagt, denn das würde der Industrie schaden.

» Felilou » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Die heutige Krebstherapie ist doch schon sehr weit fortgeschritten, wieso will man jetzt auf einmal dem Menschen seinen wichtigsten Energielieferanten wegnehmen? Man darf bei alldem nicht vergessen, dass das Gehirn ebenfalls auf Kohlenhydrate angewiesen ist, Kohlenhydrate sind der einzige Energielieferant des zentralen Nervensystems.

Die moderne Krebstherapie wird weniger mit der Ernährung zu tun haben: Das Stichwort der Zukunft in der Onkologie lautet "targeted therapy"! Viele Krebsarten werden Schritt für Schritt entschlüsselt, undzwar bishin zu den genetischen Veränderungen. Ausgehend davon greift man dann an einem der Schritte an, der durch die Mutation verändert ist. Bestimmte Rezeptorblocker oder Blocker bestimmter Signalkaskaden beispielsweise werden heute schon vermehrt eingesetzt. Das hat zum einen den Vorteil, dass die entsprechenden Krebszellen sehr gut und vor allem gezielt therapiert werden können, und zum anderen sind die Nebenwirkungen weniger, weil man spezifisch, eben "targeted" vorgeht und die systemische Wirkung ausbleibt.

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Also mir erscheint dieser Ansatz aus vielerlei sehr plausibel: Es wurde immerhin schon vor langer Zeit festgestellt, dass generell der Verzicht auf Nahrung das Immunsystem zur Höchstform auflaufen lässt. Dies sei dadurch zu begründen, dass der Körper versuche dem Körper in Zeiten der Hungerphase zusätzliche Belastungen zu ersparen. Demzufolge müssten Krebspatienten nicht nur vom Verzicht auf Zucker profitieren können, sondern auch vom Verzicht auf sonstige Nahrung.

» MasterOers » Beiträge: 348 » Talkpoints: 1,16 » Auszeichnung für 100 Beiträge


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