Sich ohne Sport wohler fühlen als mit?

vom 05.02.2013, 15:34 Uhr

Ich treibe im Moment keinen bewussten Sport. Die Bewegung, die ich am Tag bekomme, beschränkt sich auf den täglichen Einkauf und das Tragen der Einkaufstaschen, die normalen Haushaltstätigkeiten und das Treppensteigen in unsere Wohnung in den fünften Stock mindestens zweimal am Tag.

Vor einigen Jahren habe ich immer gedacht, dass ich Sport treiben müsse. Ich habe mich abwechselnd zum Joggen oder ins Schwimmbad gequält. Später war ich ein Jahr lang im Fitnessstudio und habe zweimal in der Woche mein Programm absolviert. Aber ich muss sagen, dass ich mich jetzt ohne Sport wohler fühle. In meinen Sportphasen habe ich manchmal Magenbeschwerden gehabt und nachts schlecht geschlafen. Außerdem war immer die innere Stimme da, die mir sagte, dass ich jetzt aus den und den Gründen Sport machen müsse. Auch der Sonntagmorgen war verdorben, weil ich eben immer im Kopf hatte, dass ich mein Sportprogramm noch nicht absolviert habe.

So wie es jetzt ist, fühle ich mich wohl. Fühlt ihr euch eigentlich wohler, wenn ihr Sport treibt? Oder geht es einigen wie mir, die Sport nur als Qual betrachten und sich in ihrer Lebensqualität eingeschränkt fühlen? Muss man vielleicht mehrere Jahre durchhalten, damit der Sport selbstverständlicher Teil des Lebens wird und nicht mehr zur Qual? Gibt es Leute, die einfach für den Sport nicht geschaffen sind, aber trotzdem nicht ungesünder sind?

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Ich bin kein großer Sportfan. Ich habe da keine große Begabung zu - schwimmen fände ich ganz ok, aber nicht am Wochenende. Abends ginge ich gern, aber da sind Schulen und Vereine vor Ort und blockieren das halbe Schwimmbad. Eine Weile war ich beim Kieser-Training. Hat anfangs eigentlich auch Bock gemacht, man hat was gesehen und das Programm geht schnell. Allerdings nervte mich bald die Fahrerei und die Umzieherei, da war der Feierabend am Ende immer total kaputt. Zum Schluss habe ich mich nur noch hin knüppeln können, weil es halt sonst heraus geschmissenes Geld gewesen wäre. Da habe ich den Vertrag auslaufen lassen und mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. Ohne Spaß an der Sache bringt das nämlich alles nichts.

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» Bellikowski » Beiträge: 7700 » Talkpoints: 16,89 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Mir geht es genauso wie dir. Sport ist für mich einfach eine Qual. Mir macht es einfach keinen Spaß, Sport treiben zu müssen. Ich mag es einfach nicht, mich bei jedem Wetter nach draußen quälen zu müssen. Sport ist mir ganz einfach zu anstrengend und macht mir auch keinen Spaß. Dazu kommt, dass ich am nächsten Tag oftmals Muskelkater habe. Von daher beschränke ich mich darauf, im Sommer ab und zu Federball zu spielen. Das macht mir sogar ein wenig Spaß, wobei ich Federball aber auch nicht unbedingt als Sport ansehe.

Früher habe ich mich auch dazu gequält, regelmäßig joggen zu gehen oder auf dem Hometrainer zu trainieren. Das habe ich auch wirklich lange durchgezogen, bis ich irgendwann in den Urlaub ging und dort keinen Sport gemacht habe, weil sich auch keine Möglichkeiten dazu ergeben hatten. Als ich wieder zu Hause war, war meine Kondition hinüber und ich hatte nach so einer langen Zeit ohne Sport auch keine Lust dazu, mich weiter anzustrengen. Immerhin war mein Erfolg hinüber und ich müsste fast noch einmal von vorn beginnen, um meine Kondition aufzubauen. Darauf hatte ich wirklich keine Lust.

Als ich dann eben auf den Sport verzichtet hatte, merkte ich, dass es mir gleich viel besser ging. Ich hatte keinen Druck in mir, an bestimmten Tagen Sport machen zu müssen. Außerdem hatte ich so auch einiges an Zeit gespart. Auch fühlte sich mein Körper besser an, da ich keinen Muskelkater hatte und mir auch sonst meine Muskeln nicht weh taten. Dadurch, dass ich keinen Sport mache, bin ich nun auch nicht so schnell müde. Immerhin ist es ja so, dass man durch sportliche Betätigung auch schnell schlapp und müde wird. Das ist eben mittlerweile nicht der Fall, wodurch ich mich eben irgendwie auch fitter fühle. Von daher werde ich mich in Zukunft wohl auch nicht wieder mit dem Sport anfreunden. Ich weiß jetzt, dass es mir ohne Sport einfach viel besser geht.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 35273 » Talkpoints: -0,01 » Auszeichnung für 35000 Beiträge



anlupa hat geschrieben:Gibt es Leute, die einfach für den Sport nicht geschaffen sind, aber trotzdem nicht ungesünder sind?

DEN Sport gibt es nicht, sondern verschiedene Sportarten, die man nur bedingt miteinander vergleichen und schon gar nicht in einen Topf werfen kann. Und wenn du für alles, was mit sportlichen Betätigungen zu tun hat, nicht "geschaffen" wärst, wärst du wohl kaum in der Lage jeden Tag mehrmals Treppen zu steigen. Es gibt schließlich Sportarten, die einen ganz ähnlichen Bewegungsablauf wie das Treppensteigen haben.

Ich glaube nicht, dass Sport zwangsläufig gesünder macht. Sämtliche Verletzungen an Bändern, Gelenken und Knochen, die ich bisher hatte, sind immerhin durch Sport zustande gekommen. Und ich glaube auch, dass man in jungen Jahren gut ohne Sport klar kommen kann, wenn der Stoffwechsel noch gut in Schwung ist und wenn man im Alltag aktiv ist, wenn man jedes Wochenende feiern geht und nicht nur mit einem Getränk in der Gegend herum steht bekommt man ja auch einiges an Bewegung. Bemerkbar machen wird sich der Sportmangel erst später, wenn man im Job zum Beispiel viel sitzt und Rückenschmerzen bekommt, weil die Muskeln nur schwach ausgebildet sind, oder wenn man sich mit einer Diät herumschlagen muss, weil der Stoffwechsel nicht mehr so aktiv ist.

Wenn du eine Sportart als Qual empfindest und keinen Spaß daran hast, was soll sich da ändern, wenn du sie mehrere Jahre lang betreibst? Also wenn ich an etwas keinen Spaß habe entsteht der nicht dadurch, dass ich es ständig wieder mache, das führt eher dazu, dass ich die Aktivität dann richtig hasse. Golf kann ich zwei, drei Mal im Jahr tolerieren, aber wenn ich jedes Wochenende spielen müsste wäre ich wahrscheinlich schon genervt bevor ich den Schläger überhaupt in die Hand genommen hätte.

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» Cloudy24 » Beiträge: 27476 » Talkpoints: 0,60 » Auszeichnung für 27000 Beiträge



Ich denke, beides hat so seine Vor- und Nachteile. Ich fühle mich jedenfalls um einiges wohler und leistungsfähiger nachdem ich Sport getrieben kann. Der Effekt fällt bei mir umso stärker aus, je intensiver das Sportprogramm ausgefallen war. Besonders interessant ist in der Hinsicht Krafttraining. Wenn ich mich da ordentlich verausgabt habe, fühle ich mich wesentlich entspannter und kann mich auch viel besser konzentrieren. Dies wäre dadurch zu begründen, dass beim sich durch Sport die Lungenbläschen weiten und dadurch auch an das Gehirn mehr Sauerstoff gelangt.

Ein wenig Problematisch kann dagegen zu intensiver Ausdauersport sein, insbesondere wenn man eine Neigung zu Angstzuständen hat. Wenn ich zwei Stunden lang geradelt bin, fühle ich mich zwar ziemlich fit, allerdings auch irgendwie aufgekratzt. Das Gefühl entsteht durch den erhöhten Puls. Generell bedeutet jede Art von Sport für den Sportler Stress. Daher sollte man vor dem Training überflüssige Stressoren beseitigen.

» MasterOers » Beiträge: 348 » Talkpoints: 1,16 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Es ist generell so, dass man dann gesund lebt, wenn man das tut was einem Freude macht - bewusst! Es bringt also nicht, wenn man sich zum Sport quält obwohl man auch ohne zufrieden ist. Man muss hier allerdings ehrlich mit sich selbst sein und nicht z.B. aus Faulheit einbildet dass man sich ja eh wohl fühlt.

Ich kenne das z.B. von vielen Übergewichtigen, dass sie sich im Sommer nicht an den Baggersee trauen wegen Ihrer Figur, aber dennoch sagen dass sie sich so akzeptieren wie sie sind. Und in dem Fall ist es nicht ehrlich. Aber Wichtig ist jedenfalls die Freude am Leben.

» blümchen19 » Beiträge: 9 » Talkpoints: 2,27 »


Ich mache sehr viel und gerne Sport und könnte mir ein Leben ohne Sport gar nicht vorstellen. Ohne Sport fühle ich mich definitiv unwohl, da ich dann einfach zu wenig Bewegung habe. Ich denke nicht, dass es Menschen gibt, die für Sport einfach nicht geschaffen sind, sondern eher, dass diese einfach nicht den richtigen Sport gefunden haben. Manche Sportarten sind für mich auch eine Qual und ich mache sie nicht gerne, aber anderer Sport macht mir so viel Spaß, dass ich die Anstrengung gerne in Kauf nehme.

Vielleicht solltest du also einfach mal etwas anderes probieren, beispielsweise eine Mannschaftssportart. Wenn du aber absolut keinen Sport machen willst, dann musst du das auch nicht tun. Solange du gesund bist, kein Übergewicht hast und so weiter, kannst du dir ja andere Hobbies suchen. Ich kenne auch einige Leute, die kein Sport machen, dafür stattdessen Musikinstrumente spielen oder sowas. Und ich würde nicht behaupten, dass sie jetzt irgendwie ungesünder leben würden.

» SuperGrobi » Beiträge: 3876 » Talkpoints: 3,22 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Ich war lange Zeit ein richtiger Sportmuffel. Das lag vor allem daran, dass es mir keinen Spaß gemacht hat. Vor allem damals in der Schule haben mich meine schlechten Leistungen immer selber geärgert. Damit ging der Spaßfaktor immer weiter verloren.

In der Jugendzeit habe ich dann einige Mannschaftssportarten ausprobiert. Beim Volleyball habe ich dann endgültig die Lust verloren. Ich kann wegen eines Augenfehlers nicht räumlich sehen. Also stand ich immer genau da, wo der Ball nicht aus der Luft zu mir herunter sauste. Dann war lange Zeit Schluss mit Sport.

Jahre später habe ich das Schwimmen wieder für mich entdeckt. Und auch den Spaß daran. Leider ist es aus beruflichen Gründen für mich schwer, immer irgendwo ein Schwimmbad zu finden, da ich sehr viel reise. Deswegen habe ich wieder mit Joggen begonnen.

Doch gerade im Winter sind beide Sportarten für mich schwierig. Mein innerer Schweinhund fürchtet die Kälte so sehr, dass ich ihn oft gewinnen lasse. Die Lösung war ein Laufband für zu Hause. Seit ich das habe, zähle ich mich nun endgültig wieder zu den sportlich aktiven Menschen. Bin ich unterwegs, findet sich im Hotel oft ein Fitnessraum.

Ich muss sagen, ich fühle mich inzwischen mit Sport deutlich wohler, als ohne. Ich bevorzuge es, morgens Sport zu machen. In bin eigentlich ein Morgenmuffel, brauche immer lange Zeit und viel Kaffee, bis ich wirklich wach bin. Da hilft der Sport morgens wunderbar. Dabei setze ich mir allerdings keine großen Ziele, die mir dann Druck machen, unbedingt ein Pensum einzuhalten. Und das Gefühl hält dann ziemlich lange am Tag an. Das gefällt mir sehr.

Wenn ich allerdings mal überhaupt keine Lust habe oder der Abend vorher zu lang war, dann zwinge ich mich auch nicht dazu. Es eins habe ich gelernt: es muss mir Spaß machen, damit ich mich wohl dabei fühle.

» marillion » Beiträge: 150 » Talkpoints: 1,03 » Auszeichnung für 100 Beiträge


So wie du es beschreibst glaube ich, dass nicht der Sport der Grund war, dass du dich schlecht gefühlt warst. Es war einfach die Tatsache, dass du dir eingeredet hast, dass du unbedingt Sport treiben musst. Damit baust du innerlich Druck auf und versetzt dich selbst in eine Stresssituation. Und das solch künstlich erzeugter Stress nicht gesund ist und nicht zum Wohlbefinden beiträgt, ist wohl sehr einleuchtend.

Nun ist es ja aber so, dass man nicht unbedingt Sport treiben muss, und schon gar nicht bestimmte Sportarten. Natürlich lebt man mit einem hohen Bewegungspensum wesentlich gesünder und es steigert üblicherweise auch das Wohlbefinden, aber man darf sich eben nicht so unter Druck setzen, in dem man sich einredet, dass man unbedingt etwas tun muss.

Dafür sucht man sich am besten eine Möglichkeit für Bewegung, die auch Spaß macht. Gerade Laufen und Schwimmen sind wirklich Sportarten, die wirklich nicht für jedermann geeignet sind, weil es vielen einfach kein Spaß macht. Anders sieht es meistens bei leichteren Bewegungsformen, also zum Beispiel Spazierengehen oder Wandern aus, oder bei spielerischen Sportarten. Man muss es ja nicht in hoher Intensität betreiben, um ein gesundes Bewegungspensum zu erreichen.

» Weasel_ » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Mag sein dass deine innere Abneigung gegen dieses Pflichtprogramm größer war, als den gesundheitlichen Nutzen, welchen du daraus erzielt hast. Demnach bringt auch hier Zwang nichts sondern wirkt sich eher kontraproduktiv aus. Trotzdem steht die Vermutung aber auch im Raum, dass das Fitnessprogramm "falsch" ablief und man so falsch trainiert hat.

» NadFire » Beiträge: 15 » Talkpoints: 6,53 »


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