Wie leicht oder schwierig ist es ein Zopfmuster zu stricken?

vom 05.01.2013, 19:45 Uhr

Einfache Strickarbeiten, wie Pullover mit rechts-links-Maschen stricken oder ein Schal mit Patentmuster stricken kann ich. Aber bisher habe ich mich noch nicht an Zopfmuster heran gewagt. Wie einfach oder schwierig ist es Zopfmuster zu stricken? Ich habe im Geschäft gesehen, dass es Zopfmusternadeln gibt, die so komisch gebogen sind. Wie kann ich denn ein Zopfmuster stricken? Könnt ihr mir dies einfach erklären oder mich zu einer Seite verweisen, die das idiotensicher erklärt?

Könnt ihr Zopfmuster stricken und wie habt ihr es euch beigebracht? Fandet ihr es einfach oder eher schwierig? Welche Sachen habt ihr schon alles mit Zopfmuster gestrickt?

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» supermami » Beiträge: 2317 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Wie du sicher schon mal festgestellt hast gibt es verschiedene Zopfmuster und entsprechend gibt es auch ganz verschiedene Schwierigkeitsgrade. Ein einfacher Zopf funktioniert so: Das Grundmuster besteht aus linken Maschen, für den Zopf strickst du rechte Maschen, die Zahl dieser Maschen muss durch zwei teilbar sein.

Nachdem du ein paar Reihen gestrickt hast und wieder auf der rechten Seite bist teilst du den Zopf, indem du die Hälfte der Maschen auf die Zopfnadel schiebst, nach vorne klappst und erst mal ignorierst. Dann strickst du die restlichen rechten Maschen und anschließend die Maschen von der Zopfnadel. Die Rippe mit den rechten Maschen sieht jetzt "verdreht" aus. Danach strickst du wieder ein paar Reihen normal und wiederholst das Ganze.

Anleitungen gibt es in Hülle und Fülle auf Ravelry oder einfach über die Google Suche. Ich habe mir das Zopfmuster stricken ganz einfach selber beigebracht und besitze bis heute keine Zopfnadel, ich bin noch nicht dazu gekommen mir eine zu kaufen und benutze einfach eine Nadel aus dem Nadelspiel. Ich mag aufwendigere Zopfmuster, geflochtene Zöpfe, keltische Knoten, Eulenzopfmuster und solche Sachen.

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» Cloudy24 » Beiträge: 20332 » Talkpoints: 162,61 » Auszeichnung für 20000 Beiträge


Die meisten Zopfmuster sind kein Hexenwerk. Das schwierigste daran ist, dass man die Strickschrift der Anleitung entschlüsseln muss. Ansonsten ist alles ganz einfach. Allerdings sollte man schon recht sicher stricken könnten, denn man muss schon aufpassen, dass einem nicht die Maschen von der Zopfnadel rutschen. Wenn man schon die volle Aufmerksamkeit für ein glatt rechts gestricktes Muster braucht, wird man als blutiger Anfänger erst mal viel Stress mit dem Zopfmuster haben.

Meine Mutter hat mir das Stricken beigebracht und mir auch gezeigt, wie man Zöpfe strickt. Das zu lernen ging so auch ganz leicht. Als ich dann jahrelang nicht mehr gestrickt habe, habe ich mir das mit einem Stricklehrbuch wieder in Erinnerung gebracht und fand das viel anstrengender als es von jemandem gezeigt zu bekommen. Beobachten ist doch leichter verständlich als Worterklärungen.

Deshalb würde ich Dir empfehlen, Strickvideos auf Youtube anzusehen. Dort gibt es viel zum Thema Handarbeiten zu sehen. Ansonsten sind Stricklehrbücher von Burda sehr gut erklärt. Dort sind die Anleitungen auch bebildert, so dass man sie leichter nachvollziehen kann.

Ich versuche es mal zu erklären wie es funktioniert, bin mir aber nicht sicher, ob das nachvollziehbar ist, weil ohne Bilder ist das gar nicht so einfach. Rechts und Links von dem Zopf muss man mehrere linke Maschen stricken, damit sich der Zopf auch optisch abhebt. Die Zöpfe selbst werden mit rechten Maschen gestrickt, da sieht man die überkreuzten Stränge besser.

Im Grunde muss man die Anzahl der Maschen für den Zopf immer so planen, dass man gleichmäßig große Stränge hat. Wenn man zwei Stränge hat, muss die Anzahl der Maschen natürlich durch zwei teilbar sein und so weiter. Wenn man einen Zopf mit zwei Strähnen und acht Maschen hat, hebt man zuerst die ersten vier Maschen des Zopfes auf die Zopfnadel, ohne sie zu stricken leer ab. Entweder man lässt die Zopfnadel vor dem Gestrick hängen oder hängt sie nach hinten. Dann strickt man zuerst die eigentlich letzten vier Maschen des Zopfes normal rechts ab. Danach strickt man die vier Maschen von der Zopfnadel ganz normal rechts ab. Darauf hin strickt man weiter im Muster. Je nachdem in der wievielten Reihe man das Überkreuzen wiederholt, desto enger wird der Zopf verdrillt.

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» trüffelsucher » Beiträge: 11977 » Talkpoints: 72,45 » Auszeichnung für 11000 Beiträge



Wie der Zopf gestrickt wird, haben nun schon zwei User prima erklärt. Aber noch etwas zu den Zopfnadeln. Wer schon länger strickt, wird eine Auswahl an diversen Stricknadeln haben. Da kann man eine davon als Zopfnadel benutzen. Wenn man befürchtet, dass einem die Nadel aus den stillgelegten Maschen rutscht, dann kann man sich mit zwei Reststücken vom Radiergummi behelfen und auf die Nadelenden stecken.

Ansonsten eignen sich auch kurze Rundstricknadeln prima dazu. Man muss also kein Geld für das so angepriesene Zubehör ausgeben. Alles was einem da diverse Strickanleitungen nahe legen anzuschaffen, kann man mit vorhanden Mitteln realisieren.

» Punktedieb » Beiträge: 16293 » Talkpoints: 17,82 » Auszeichnung für 16000 Beiträge



Ich habe auch irgendwann mal durch eine Klassenkameradin Zopfmuster gelernt. Allerdings nur einen Zopf auf einem Pullover. Ich habe das gute Stück so gut wie nie getragen.

Mittlerweile reizt mich ein Pullover mit ganz vielen Zöpfen und ich hab mal rum geübt. Ich hab es auch versucht mit Maschen auf eine andere Nadel ziehen. Allerdings habe ich eine Zopfnadel, die sich aber nirgends finde ließ. Somit habe ich auch mit Nadeln eines Nadelspiel experimentiert und mit einer dickeren Nähnadel. Die Nadel vom Nadelspiel war mir zu lang. Die Nähnadel, da bekam ich die Maschen kaum mehr runter, weil die sich zusammen zogen. Und da ich eben auch viele Zöpfe wollte, war mir das alles zu umständlich.

Ich habe mir dann aber spontan ein Buch aus der Stadtbücherei ausgeliehen. Dort sind auch Zöpfe erklärt, für die man keine zweite Nadel braucht. Man braucht ein wenig Übung, dann klappt das aber sehr gut. Für diese Variante kann man aber nur schmale Zöpfe stricken. Also mit vier oder sechs Maschen. Mehr klappt nicht. Ich habe mich nun für vier Maschen entschieden. Dazu noch zwei linke Maschen vor und nach dem Zopf. Und dann aber über das komplette Strickstück. In meinem Fall waren das acht oder zehn Zöpfe.

Hier zu wird mit der Nadel mit der man abstrickt die Nadel bei den vier Maschen zwischen die Maschen geführt. Bei vier Maschen eben hinter die zweite Masche. Die nächsten zwei Maschen werden auf die Nadel genommen. Dann zieht man alle vier Maschen von der linken Nadel (die Nadeln von der man abstrickt). Dabei belässt man die zwei Maschen auf der rechten Nadel, die man gerade aufgenommen hat und zieht die zwei Maschen, die nun fallen gelassen wurden, auf die linke Nadel, schiebt die zwei aufgenommenen Maschen auch drauf. Nun kann man die vier Maschen einfach abstricken und hat die Wendung drin.

Das einzige was man beachten muss, wenn man vor vorne die Maschen einsticht, sollte man bei vorne bleiben. Wenn man hinten einsticht, sollte man bei hinten bleiben. Ich persönlich habe alle mit von hinten einstechen gemacht und es klappt. Mit ein wenig Übung ist die Reihe dann auch schnell gestrickt, selbst wenn sie nur aus vielen Zöpfen und den jeweiligen zwei linken Maschen besteht.

Klingt kompliziertes als es ist. Ich finde es einfacher, weil mich diese Nadel, mit der man die Maschen stilllegt einfach nur genervt hat und die war mir auch irgendwie nur im Weg. Ist aber sicherlich Gewohnheitssache.

» LittleSister » Beiträge: 10481 » Talkpoints: 3,21 » Auszeichnung für 10000 Beiträge


Wenn der Zopf nicht allzu breit ist, kann man die Maschen auch auf eine etwas größere Sicherheitsnadel still legen. So eine ist oft in vielen Haushalten im Nähkästchen ohnehin vorhanden. Manche haben so etwas auch noch von früher, als es für Mädchen modern war, einen Kilt zu tragen.

Als Stopper für Nadeln aus dem Nadelspiel eignen sich nicht nur Radiergummis sondern auch Korken aus Weinflaschen oder einfache Haushaltsgummis, die man an der Spitze fest gerollt anbringt. Dann rutscht auch nichts ab. Auch ein kleines Stück Moosgummi auf der einen Seite hält die Maschen und lässt sich leicht entfernen und wieder anbringen.

Noch ein Tipp zum Kauf von Strickzubehör: Früher gab es Nadeln und sonstiges Handarbeitszubehör recht preiswert überall. Heute, seit Stricken plötzlich trendy ist, kann man auch Unsummen problemlos für einzelne Stricknadeln ausgeben. Wenn man preiswertes Strickzubehör sucht, sollte man sich in 99 Cent Läden und in Kurzwarenabteilungen von größeren Supermärkten umsehen. Da sind die Artikel meist preiswert. Auch Discounter haben gelegentlich Handarbeitszubehör als Aktionsartikel zum kleinen Preis. Ich würde gerade für Anfänger eine Zopfnadel empfehlen, weil die die Arbeit am Zopf doch sehr erleichtert. Eine einzelne reicht aber, man benötigt sie nicht in verschiedenen Stärken.

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» trüffelsucher » Beiträge: 11977 » Talkpoints: 72,45 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


Dir ist ja schon erklärt worden, wie man am besten Zopfmuster strickt. Wenn du da immer noch Zweifel hast, kannst du dir ja bei Youtube ein paar Videos raussuchen, wo das eben direkt gezeigt wird. Es gibt aber auch - bei uns zumindest - Wollgeschäfte, die regelmäßige Stricktreffen anbieten, wo man dann auch mal nachfragen kann, wenn man nicht sicher ist bei seinen Handarbeiten. Das wäre vielleicht auch eine gute Lösung.

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» Täubchen » Beiträge: 18006 » Talkpoints: 2,43 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



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