Adipositas Kinder Ernährungsberatung für Eltern?

vom 18.12.2012, 12:20 Uhr

So wie ich schon in einem anderen Beitrag berichtet habe, hat meine nun mittlerweile vier Jahre alte Tochter seit ihrem zweiten Lebensjahr Adipositas. Sie wurde damals vom Kinderarzt als fettleibig eingestuft.

Damit wir die Fettleibigkeit unseres Kindes in Griff bekommen könnten, haben wir zusammen mit dem Kinderarzt besprochen, dass wir gerne eine Ernährungsberatung machen würden für unser Kind, damit wir wissen, wie wir die Ernährung richtig umstellen können.

Der Kinderarzt hat es uns auch unter anderem geraten und uns eine Überweisung für solch eine Beratung ausgestellt, damit wir die Ernährungsberatung nicht bezahlen müssen, sondern von der Krankenkasse unseres Kinder bezahlt wird und wir uns darüber nicht auch noch Gedanken machen müssen.

An der Ernährungsberatung haben wir zusammen mit unserem Kind teilgenommen. In erster Linie wurde meine Tochter noch einmal untersucht, um zu schauen, wie schwer und groß sie ist und dann haben wir uns über ihr Essverhalten unterhalten. Dann hat uns die nette Frau von der Ernährungsberatung ein bisschen nahe gelegt, welches Essen gut für sie ist, welches sie nur in geringen Mengen zu sich nehmen darf und welches sie komplett vermeiden sollte. Und das wir einen Ernährungsplan aufstellen sollten für die nächsten zwei Wochen und dort hinein schreiben sollte, wie viel sie um wie viel Uhr an welchem Tag von welchem Essen zu sich genommen hat.

Die Erstellung des Ernährungsplanes fiel mir sehr leicht und hat auch irgendwie Spaß gemacht. Vor allem hatte ich die Kontrolle und den Überblick über das Essverhalten meiner Tochter.

Nach zwei Wochen mussten wir wieder hin zur Ernährungsstörung. Dort wurde unsere Tochter dann wieder gewogen und desgleichen und sie hat sich den Plan angeschaut und war recht begeistert, dass wir an dem Plan so gut gearbeitet haben. Und das an unserer Tochter ihrer Ernährung nicht mehr viel umgestellt werden musste. Wir mussten nur darauf achten, dass sie alle drei bis vier Stunden nur etwas isst und nicht mehr so viel zwischendurch isst und das wir die Regelmäßigkeiten der Essenszeiten einhalten.

Nun frage ich mich, wie es bei euch aussah. Musstet ihr auch zur Ernährungsberatung, weil eure Kinder die Diagnose Adipositas erhalten haben? Und wie lief die Ernährungsberatung bei euch ab? Musstet ihr euer Kind auch dort mit hinnehmen oder ging die Beratung auch ohne Kind? Und musstet ihr auch solch einen Essverhaltensplan beziehungsweise Ernährungsplan für ­eure Kind erstellen, damit die Ernährungsberaterin weiß, wie das Kind sich ernährt? Und musstet ihr auch darauf achten, wie oft das Kind Mahlzeiten am Tag zu sich nimmt? Wie war das im Allgemeinen bei euch?

» kai0409 » Beiträge: 3345 » Talkpoints: 72,64 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Meiner Meinung nach sollte man auch bei nicht adipösen Kindern im Alter deiner Kinder wissen, wie sich die Kinder ernähren und wann sie welche Mahlzeiten zu sich nehmen. Dazu braucht man nicht unbedingt eine Ernährungsberatung. Wenn ein Kleinkind fettleibig ist und dies aufgrund der Ernährung, dann macht es schon Sinn, zu erfahren, was eigentlich schief gelaufen ist.

Doch viel wichtiger finde ich es, dass man dann auch handelt. Das kann die beste Ernährungsberatung der Welt nicht leisten, sondern da müssen die Eltern und Bezugspersonen aktiv werden. Eine Vierjährige versteht davon noch nicht viel und ich würde mein Kind auch damit nicht belasten wollen. Bei älteren Kindern ab der Teenager-Zeit, die sich auch schon mal selbst etwas zu essen kaufen oder naschen, macht es sicherlich mehr Sinn ihnen die Folgen zu verdeutlichen und Alternativen aufzuzeigen.

Bei Klein- und Grundschulkindern sind jedoch die Eltern in der Pflicht. Und meist muss sich erst einmal etwas im Verhalten und der Vorbildfunktion der Erwachsenen ändern, bevor das Kind wieder gesund werden kann.

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» Trisa » Beiträge: 3323 » Talkpoints: 38,55 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Ich habe hier auch schon mehrfach erwähnt, dass meine Kinder ab und an die Grenze des Normalgewichtes überschreiten. Allerdings hat da ein Gespräch mit der Kinderärztin ausgereicht. Denn meine Kinder bekamen eine gesunde Ernährung, wenig Süßigkeiten und haben eben von beiden Elternteilen und deren Familien die Veranlagung geerbt.

Da musste auch nichts umgestellt werden. Und ich gebe zu, dass ich es schon traurig finde, wenn Eltern eine Beratung benötigen, weil das Kind keine vernünftigen Essgewohnheiten gelernt hat. Wenn deine Tochter die falsche Ernährung genossen hat, dann habt ihr doch als Eltern schon viele Fehler gemacht. Sei es, dass sie zu früh zu viel selbst entscheiden und in sich rein stopfen konnte oder weil ihr eben selbst ungesunde Ernährung vorgelebt habt.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge



Punktedieb hat geschrieben:Ich habe hier auch schon mehrfach erwähnt, dass meine Kinder ab und an die Grenze des Normalgewichtes überschreiten.

Zwischen einem zeitweiligem leichten Übergewicht und einer mehrjährigen Fettleibigkeit besteht ja auch noch ein Unterschied. Bei mir daheim gab es auch zu viel Süßes und so waren wir alle nie superschlank. Aber ich hoffe doch sehr, dass meine Eltern eingegriffen hätten, wenn ich eine kritische Grenze überschritten hätte.

Und wenn es Eltern selbst nicht wissen und sich das Wissen anderweitig nicht aneignen können, dann macht es schon Sinn, wenn ein Fachmann einmal erklärt, welches Essen gesund ist für Kinder. Ich wäre auch unsicher, ab wann man Kindern etwas anderes als (Mutter-)milch und Wasser in die Flasche füllen kann, wann salzige, saure und gewürzte Speisen okay sind und welche Portionen in welchem Alter angemessen sind.

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» Trisa » Beiträge: 3323 » Talkpoints: 38,55 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



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