Viele Medikamente nicht mehr durch Kassenrezept erhältlich?!
Hier fragte ich ja
Keine Praxisgebühr ab 2013 - Werden andere Sachen teurer? . Die Kassen reagieren aber schon vor der Abschaffung der Praxisgebühr und nicht erst ab Januar, wo man die Praxisgebühr nicht mehr zahlen muss. Ich habe es selber erlebt und mit meinem Hausarzt gesprochen.
Am Donnerstag war ich zur Blutabnahme und habe ein Rezept haben wollen, was ich immer bekomme und dafür eigentlich nicht extra zum Arzt rein muss. Die Sprechstundenhilfe gab mir das Rezept und meinte, dass der Doktor mit stärkere Medikamente verschrieben hätte, weil die Dosis nicht mehr auf Kassenrezept erhältlich ist. aber ich kann die neuen Tabletten teilen und hätte somit die gleiche Dosis. OK, als ich ging habe ich dann meinen Arzt noch sprechen können und er meinte, dass die Krankenkassen ab Anfang Dezember schon einige Medikamente vom Kassenrezept gestrichen hat. Es sind zwar immer noch verschreibungspflichtige Medikamente, aber man bekommt sie nur noch auf Privatrezept und muss sie voll selber zahlen.
Mein Hausarzt meinte, dass wahnsinnig viele Medikamente nur noch auf Privatrezept zu bekommen sind. Die Kassen wollen damit Einsparungen machen, die sie mit den Praxisgebühren bekommen hätten. Ich muss ehrlich sagen, dass mit da die Praxisgebühr schon fast lieber war. Mein Hausarzt meinte, dass manche Medikamente weit mehr als die Praxisgebühr kosten. Mein Medikament hätte 40 Euro gekostet und ich komme damit auch gerade mal 3 Monate aus. Gespart hat damit der Patient nichts. Er ist erst einmal froh, dass er die 10 Euro nicht zahlen muss. Aber wenn er krank ist und ständig verschreibungspflichtige Medikamente selber zahlen muss, hat er nichts gespart.
Konntet ihr diese Neuerung auch schon spüren? Bekommt ihr auch Medikamente verschrieben, die es ab jetzt oder schon ab 1. Dezember nicht mehr auf Kassenrezept bekommt? Was haltet ihr davon, dass die Kasse sich so das Geld holt? Hätte man dann nicht die Praxisgebühr lassen können? Was soll das? Findet ihr das richtig?
Was hat dir da dein Arzt gesagt? Diese Neuerung ist bei uns in der Apotheke jedenfalls noch nicht angekommen. Von so einer Neuerung habe ich noch nichts gehört, geschweige denn schon einmal auf Rezept gesehen. Wieso sollte ein stärkeres Medikament als dein bisheriges nicht mehr üblich sein und nicht mehr auf Kassenrezept verschrieben werden? Wieso sollte ein und derselbe Wirkstoff einmal auf Kassenrezept üblich sein und das nächste Mal bei niedriger Stärke nicht mehr? Zumal es sich bei deinen Medikamenten sowieso um verschreibungspflichtige Medikamente handelt?
Wenn es sich nicht gerade um Ibuprofen handelt, was bis zu 400mg frei verkäuflich ist und ab 600mg verschreibungspflichtig wird, kenne ich kein Medikament, welches man aufgrund seiner Stärke nur noch auf Privatrezept verordnet bekommt. Und Ibuprofen gibt es schon lange so.
Vielleicht bin ich ja nicht auf dem neuesten Stand, aber für eher wahrscheinlich halte ich es, dass dein Arzt dir da ein Ammenmärchen erzählt hat und er durch eine höhere Stärke, die er dir verordnet hat, einsparen kann, weil du ja dann im Prinzip doppelt so viele Tabletten hast und so erst später wieder etwas verordnet bekommen musst von diesem Medikament. Vielleicht hat er sein Budget überschritten und muss deshalb sparen.
Bei bestimmten Medikamenten sollte man dann auch vorsichtig sein mit dem Teilen der Tabletten. Dieses ist nicht bei allen Wirkstoffen und Arten von Tabletten von Vorteil oder möglich.
Die Abschaffung der Praxisgebühr ist für mich eine Fehlentscheidung. Die Kassen hatten hohe Einnahmen, aber das kann sich auch ändern und die Praxisgebühr wird wieder eingeführt. Durch die Verschreibung auf Privatrezepte hat die Kasse wesentlich weniger Ausgaben. Verrechnet man das mit der Praxisgebühr, die bald wegfällt, hat die Kasse ein gutes Geschäft gemacht. Ich gehe davon aus, dass dein Arzt dir die Wahrheit gesagt hat. Denn der Gegenwert für die auf Privatrezept verschriebenen Medikamente wird mehr ausmachen, als die Kassen durch die Praxisgebühr einnehmen würden. Sie werden einige Zeit abwarten und dann die Praxisgebühr wieder einführen, weil sie ihnen sonst angeblich fehlen würde. Dann haben sie die Kosten der diversen Medikamente nicht mehr zu bezahlen und bekommen die Praxisgebühr obendrauf.
Ich stimme Nettie hier zu, denn von einer solchen Regelung habe ich in der Apotheke auch noch nichts mitbekommen. Ich denke auch, dass der Arzt einfach dadurch sparen möchte, dass er eine höhere Stärke verordnet, die du dann teilen kannst. Ich höre es leider auch oft von Kunden, dass Ärzte ihnen gesagt haben, dass es bestimmte Medikamente nicht mehr gibt oder dass Ärzte diese zu Lasten der Kasse nicht mehr verordnen dürfen. Manchmal stimmt das aber gar nicht und der Arzt erzählt so etwas nur, damit er nicht dem Patienten erklären muss, dass er auf diese Weise sein Budget entlasten möchte.
Naja, so ganz ist das nicht von der Hand zu weisen. Vor einer Woche ungefähr habe ich ein Kassenrezept eingelöst. Die Apothekerin meinte dann, dass sie mal nachsehen muss, wie das mit diesem Vertrag ist, den die Ärzte mit den Kassen haben, wenn sie bestimmte Medikamente verschreiben und ob ich bei diesem Medikament was dazu zahlen muss. Eine andere Apothekerin kam nach vorne und meinte, dass diese Verträge nicht mehr so locker sind und es nur noch ganz vereinzelte Medikamente gibt, die keiner Zuzahlung mehr bedarfen.
Die Apothekerin hat auch gesagt, wie sich dieser Vertrag mit den Kassen nennt, aber das habe ich vergessen. Zumindest habe ich früher sehr viele Medikamente ganz ohne Zuzahlung bekommen, weil die Kassen mit dem Arzt einen Vertrag haben, welche Medikamente sie verordnen. Darunter waren auch Antibiotika. Diesmal musste ich für das gleiche Medikament 5 Euro Rezeptgebühr zahlen.
Die Apothekerin meinte dann auch zu mir, dass die Kassen sich schon das holen werden, was sie durch die Praxisgebühr nicht mehr bekommen. Aber in wie weit das noch Ausmaße annimmt, konnte sie nicht sagen. Sie meint aber, dass eben viele Medikamente nicht mehr auf Kassenrezept verschrieben werden und auch einige Medikamente, die bei manchen Kassen zuzahlungsbefreit waren sind nun mit Rezeptgebühr.
Die Krankenkassen haben Rabattverträge mit den Medikamentenherstellern, aber nicht mit den Ärzten. Wobei jede Krankenkasse da andere Verträge hat und es sein kann, dass Patient 1 bei Krankenkasse A. eben Medikament Y. Von Hersteller X. bekommt und Patient 2, der bei Krankenkasse B. ist, das Medikament Y. eben vom Hersteller Z. bekommt. Was man umgehen kann, in dem der Arzt einfach ankreuzt, dass nur der Medikament von Firma X. verschrieben werden darf.
Gelegentlich ändern die Krankenkassen die Firmen auch. So kann es sein, dass man im April das Medikament von einem anderen Hersteller als im Januar bekommt. Weil eben der Rabattvertrag nicht mehr gültig ist.
Das Ärzte direkt Verträge mit Krankenkassen haben, habe ich absolut noch nie gehört. Keiner meiner Ärzte hat bisher nachgesehen, ob man mir überhaupt Medikament X. verschreiben darf und die Kasse das übernimmt. Auch in der Apotheke wird nur nach dem Hersteller gesucht, mit dem meine Krankenkasse einen Rabattvertrag hat.
Ich gehe mal davon aus, dass du keine Zuzahlungsbefreiung hast. Somit ist es durchaus möglich, dass es dein Medikament früher eben ohne Zuzahlung gab und das generell mittlerweile über Zuzahlung läuft!
Ich denke, dass du hier die Rabattverträge meinst, die allerdings nicht die Ärzte mit den Kassen haben, sondern die die Krankenkassen mit bestimmten Firmen abgeschlossen haben, die wir dann in der Apotheke ausschließlich abgeben dürfen, wenn der Arzt nichts gegenteiliges vermerkt hat. Dass es nicht mehr so viele Medikamente gibt, die es ohne eine Zuzahlung gibt, ist richtig, das ist mir in letzter Zeit auch vermehrt aufgefallen und auch von Patienten wurde mir oft gesagt, dass sie für diese Medikamente sonst nichts zuzahlen mussten und nun schon.
Das hat aber nicht nur mit den Rabattverträgen zu tun, sondern es gibt bestimmte Wirkstoffe, die dann frei sind, wenn sie um einen gewissen Prozentsatz unterhalb des Festbetrages sind. Leider kann es sich mit jedem Update ändern, welche Arzneimittel von der Zuzahlung befreit sind. Dass dies dann bei den Patienten für Verärgerung sorgt, kann ich ja verstehen, aber leider können wir es nicht ändern. Dies sind aber alles Themen, die nicht erst seit der Abschaffung der Praxisgebühr relevant sind, sondern die wir schon länger mit den Kunden besprechen.
Da hat dir dein Arzt was vom Pferd erzählt. Denn es liegt einfach an den ständigen Veränderungen was die Verschreibung von Medikamenten angeht. So hatte ich vor einiger Zeit ein Medikament verschrieben bekommen, was von meiner Krankenkasse nicht subventioniert wird. Es war ein normales Kassenrezept und dann kommt die Situation, wo einem in der Apotheke das selbe Medikament von einem anderen Hersteller angeboten wird.
Ich habe da eher bei deinem Arzt den Verdacht, dass er selbst die Statistik etwas schönen wollte. Immerhin müssen die Ärzte mittlerweile so gut wie Alles bei den Krankenkassen rechtfertigen. Und es kann dir halt jeden Monat passieren, dass sich die Bedingungen für deine Medikamente verändern, da eben die Krankenkassen mit den Herstellern auch nur recht kurze Vertragslaufzeiten vereinbaren.
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