Dauer der Ausheilung eines Knochenbruchs altersabhängig?

vom 07.12.2012, 14:56 Uhr

Auf der Suche nach Aussagen, wie lange so ein Knochenbruch dauern kann, bin ich immer wieder darauf gestoßen, dass es auch altersabhängig ist, wie lange so ein Bruch heilen kann. Wie kann das sein, dass es altersabhängig ist. Ich habe gelesen, dass bei alten Leuten es lange dauern kann. Was fehlt denn dem Knochen, damit er schneller zusammen wächst? Kann man ihm das nicht irgendwie zuführen?

Ich habe eben erfahren, dass eine Bekannte sich als Kind den Arm gebrochen hatte und 4 Wochen Gips trug. Kann es denn sein, dass es doch nicht immer vom Alter abhängt? Kinderknochen müssten ja demnach sehr schnell zusammen wachsen, oder?

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» MissMarple » Beiträge: 6786 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



In der Regel läuft der Stoffwechsel bei jungen Leuten viel schneller und auch die Zellteilung funktioniert schneller. Bei einem Knochenbruch müssen ja neue Zellen gebaut werden, die den kaputten Knochen wieder verbinden. Im Alter werden Knochen zudem spröder und die Substanz kann sich abbauen, was sogar krankhaft werden kann (Osteoporose). Außerdem hängt der Heilungsprozess auch mit der Art des Bruches und dem Knochen zusammen. Natürlich darf man auch individuelle Dinge nicht außer Acht lassen. Nicht jeder Mensch ist gleich.

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» Bellikowski » Beiträge: 7700 » Talkpoints: 16,89 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


MissMarple hat geschrieben:Was fehlt denn dem Knochen, damit er schneller zusammen wächst?


Dem Knochen fehlt an sich nichts, nur muss man bedenken, dass einfach die gesamte Organismusleistung mit dem Alter einfach abnimmt, so ist eben der Lauf der Dinge. Genauso kann man sich nämlich auch fragen, wieso ein 80-Jähriger den 5km-Marathon nicht so schnell laufen kann wie ein 20-Jähriger :)

Im Laufe des Lebens werden alle möglichen Geweben beansprucht und diese nehmen mit dem Alter immer mehr an Leistung, Stabilität und Funktion ab. Das gilt selbstverständlich auch für unsere Zellen. Neues Gewebe, was im Rahmen eines Bruches hergestellt werden muss, entsteht ja nicht aus heiterem Himmel, sondern aus sich teilenden, aber vielleicht seit Jahren bestehenden Zellen, die ein gewisses "Alter" haben. Darüber hinaus ist es so, dass sich unsere Zellen nicht beliebig oft teilen können (im Unterschied zu Tumorzellen!), dürfte bis zu einem gewissen Grad auch für die Knochenzellen gelten. Insofern ist nicht nur die Frakturheilung altersabhängig sondern grob gesagt alle Erkrankungen bzw. Verletzungen.

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Bellikowski hat es ganz richtig genannt. Die Stoffwechselprozesse dauern bei älteren Personen um ein vielfaches länger. Die Knochen unterliegen einem ständigen Auf- und Abbau. Du wirst im Laufe der Zeit mehrmals komplett neue Knochen haben. Bei Erwachsenen kommen dann noch erschwerend Krankheiten, wie zum Beispiel Diabetes hinzu, die noch einmal den Stoffwechsel negativ beeinflussen und die Heilungsprozesse noch länger dauern können.

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» Nettie » Beiträge: 7637 » Talkpoints: -2,59 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Natürlich ist es so, dass ein Knochenbruch bei einem jüngeren Patienten schneller verheilt, als bei einer älteren Person. Die Antwort wurde hierbei natürlich schon oft genannt, das hat alles was mit dem Stoffwechsel zu tun.

Aber eigentlich ist dies ein Phänomen, welches eigentlich offen auf der Hand liegt. Wenn Erwachsene sich von Krankheiten genau so schnell wie ein junger Mensch erholen würde, würden Menschen niemals sterben, wenn ich es so sehe. Es ist einfach so, dass mit dem Alter auch bestimmte Heilungsprozesse langsamer werden und dies ist auch der Grund, weshalb irgendwann ein Heilungsprozess völlig aufgibt und wir an Krankheiten auch sterben.

Ich verstehe natürlich die Frage, da man sich denkt, dass ein Knochen überall gleich verheilt, aber auch dieser Knochen hat viel mit dem Stoffwechsel zu tun und deshalb tragen ältere Leute auch länger ein Gips als junge Leute. Meine Oma zum Beispiel hatte einen gebrochenen Fuß und musste ganze 2 Monate einen Gips tragen, während mein Bruder zur gleichen Zeit einen Gips nur 3-4 Wochen tragen musste. Außerdem, musste meine Oma auch weiterhin extrem aufpassen, da es sehr schnell passieren könnte, dass der Knochen wieder bricht.

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» Dennus » Beiträge: 1263 » Talkpoints: 0,61 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


In einer Vorlesung hat der Dozent mal gesagt, dass der Mensch die höchste Knochendichte mit Anfang/ Mitte 30 aufweist und dass diese Knochendichte danach abnimmt.

Ich denke, das wird unter anderem mit dem Hormonhaushalt zusammenhängen, der sich mit zunehmendem Alter ja auch verändert. Frauen in den Wechseljahren haben ja oft das Problem mit Osteoporose, was direkt mit der Reduktion des Östrogens zu tun hat, deswegen besteht eine Form der Therapie ja auch darin, in dem man Östrogene künstlich in Form von Tabletten dem Organismus hinzufügt, um das Problem der Osteoporose zumindest teilweise zu vermindern.

» Piccolino89 » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


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