Zeigt ihr auch vereinzelten Leuten dass ihr sie nicht mögt?
Man kann nicht jeden lieben und auch nicht jeden nicht mögen. Deswegen passiert es ja auch schon mal, dass man einen Menschen absolut nicht mag. Aber sollte man es diesem Menschen dann auch zeigen oder gar sagen? Wie geht ihr mit Menschen um, die ihr nicht mögt? Seid ihr dennoch freundlich und zuvorkommend oder zeigt ihr sehr deutlich, dass es ein Mensch ist, den ihr nicht mögt?
Das kommt bei mir sehr stark darauf an, warum ich eine Person nicht besonders mag. Ist es einfach nur ein Gefühl und ich habe mit der Person durch Freunde oder im Beruf zu tun, dann zeige ich der betreffenden Person das natürlich nicht. Das würde ich von mir selbst als respektlos empfinden und würde es als einen sehr negativen Zug meinerseits ansehen. Anders sehe ich die Situation, wenn die mir unsympathische Person Dinge gesagt oder getan hat, die ich einfach nicht akzeptieren kann, beispielsweise andere unfair und verletzend behandeln. Dann zeige ich meine Antipathie schon, ich sehe dann aber auch einen triftigen Grund der Person mein Empfinden deutlich zu machen.
Ich bin bei so etwas recht locker und beschäftige mich eigentlich auch nur bedingt mit der Gefühlswelt relativ fremder Menschen. So antworte ich jemanden zum Beispiel auch, auf die Frage ob ich ihn oder sie mag, mit nein. Mögen hat schließlich nichts mit akzeptieren zu tun und ich komme auch meist sehr gut so mit den entsprechenden Leute klar, mögen tue ich sie trotzdem nicht.
Wobei es zwischen nicht mögen und wirklich nicht mögen sicherlich Unterschiede in der Intensität gibt. Jemanden den ich wirklich nicht ausstehen kann, lasse ich dies meist auch sehr schnell wissen. Damit umgehe ich peinliche Gespräche und Missverständnisse. Mit diesem Menschen kann ich mich aber trotzdem unterhalten, wenn es darauf ankommt, auch wenn es bei meinem Gesprächspartner meist etwas anders aussieht.
Wenn ich jemanden nicht leiden kann, dann merken die Betroffenen es eigentlich schon. Wer mich kennt weiß, dass ich mich bei Freunden eher öffne und lauter bin, bei fremden Personen bin ich ziemlich zurückhaltend. An meiner alten Schule gibt es ein Mädchen und ich konnte sie wegen ihrer Art nicht leiden, aber ich sage es ihr nicht. Warum auch? Es würde sie vielleicht nur unnötig verletzen und da sie nicht ständig bei meiner Gruppe in der Pause steht, sondern meistens nur fünf Minuten bleibt, sehe ich keinen Grund dazu. Ich möchte auch nicht, dass mir fremde Personen sagen wie unsympathisch ich ihnen bin, sondern ich möchte dann einfach in Ruhe gelassen werden.
Ich bin von den Erzählungen von diesem Mädchen auch nicht besonders begeistert gewesen und habe eigentlich gar nicht wirklich reagiert und wenn jemand bei meinen Erzählungen so reagiert, dann gehe ich nicht mehr zu dieser Person und rede mit ihr. Meiner Meinung nach hat das nichts mit "verheimlichen" oder "scheinheilig" zu tun, aber wieso sollte ich einer Person mehr erzählen, als sie wissen möchte? Wenn sie sich vor mich stellen würde und mich fragen würde, ob ich sie lieb habe, dann würde ich ihr erklären, dass wir nicht auf einer Wellenlänge sind und keine große Sympathie da ist.
Ich verstehe manche Menschen nicht, die rücksichtslos auf die Gefühle von anderen Personen reagieren. Ehrlichkeit ist wirklich eine lobenswerte Charaktereigenschaft, aber muss man seine Mitmenschen immer so verbal fertig machen?
Wenn ich jemanden wirklich nicht leiden kann, dann versuche ich in der Regel, diesem Menschen einfach aus dem Weg zu gehen, weil ich den Kontakt zu solchen Menschen nicht haben möchte und mich dann aber auch schon gar nicht mehr fragen muss, wie ich denn mit ihnen umgehen sollte und ob ich ihnen meine Antipathie wirklich deutlich zeigen muss. Ich habe also generell keinen Kontakt zu solchen Menschen, die ich wirklich nicht ausstehen kann, sofern ich denn darauf einwirken kann. Im Berufsleben geht das nun nicht, und wenn ich früher Kollegen oder Vorgesetzte hatte, die nicht leiden konnte, dann habe ich es ihnen höchstens dadurch gezeigt, dass ich mich von ihnen distanziert habe, wo es nur ging. Ich denke, ansonsten bin ich wohl vor allem höflich, was von vielen als Freundlichkeit fehlinterpretiert wird. Freundlichkeit sieht in meinen Augen aber wiederum komplett anders aus, auch, wenn Höflichkeit häufig auch eine gewisse Form von Hilfsbereitschaft mit sich bringt, die sich wiederum auch in freundlichem Auftreten wiederfindet.
Jemandem, dem ich nicht leiden kann, deutlich zu zeigen, dass ich ihn nicht mag, halte ich in den meisten Fällen für gar nicht notwendig und teilweise auch schlichtweg für falsch und anmaßend. Schließlich ist es eine Art Geschmacksfrage, ob ich jemanden mag oder eben nicht, und nur, weil ich einen Menschen nicht mag, bedeutet das noch nicht zwingend, dass es sich um einen blöden Menschen handelt. Ich versuche, mit einem solchen Problem eher so umzugehen, dass es für mich keines mehr ist und ich denke, ich handle am besten im Sinne aller, wenn ich einfach versuche, den Kontakt zu solchen Menschen zu meiden und ihnen ansonsten mit der gebotenen Höflichkeit zu begegnen, aber mehr eben auch nicht. Erst, wenn jemand, den ich nicht ausstehen kann, in irgendeiner Weise aufdringlich wird, werde ich deutlicher, aber auch dann sage ich der Person nicht, dass ich sie nicht leiden kann. Warum auch? Ich denke, ich kann einem Menschen auch anders klarmachen, dass ich mit ihm nicht verkehren will, ohne ihn durch Aussagen wie eben die, dass ich ihn nicht leiden kann, zu verletzen.
Kommt darauf an, wie oft ich mit der Person zu tun habe. Ist es jemand in ner Bar oder auf einer Party, die ich wahrscheinlich nie wieder sehe, bin ich da eindeutiger, wobei man immer höflich bleiben sollte. Ich muss niemanden beschimpfen, aber ich mache der Person dann schon deutlich, dass ich keinen Wert auf Konversation lege. Ist es z.B. ein Kollege, man sieht sich also regelmäßig, hat miteinander zu tun, dann würde ich da etwas dezenter vorgehen. Aber auch diesem Fall, muss man ja nicht so tun als ob man eine Freundschaft möchte. Professionell und kollegial sollte man aber miteinander umgehen.
Ich hatte auf der Arbeit leider Gottes eine Arbeitskollegin mit der war es wirklich sehr schwierig. Wir haben zusammen in einer Gruppe gearbeitet und sie kam später als ich zu uns ins Team. Ich arbeite im Kindergarten. Sie war 20 Jahre älter als ich und hatte dementsprechend auch mehr Erfahrung. Ich wurde so erzogen vor Leuten, die älter sind als ich, immer Respekt zu haben und bin von Natur aus auch eher etwas zurück haltender. Auf jeden Fall kam diese Kollegin neu zu uns in die Gruppe.
Am Anfang hatte ich nichts gegen sie, man muss sich schließlich erst kennen lernen. Aber schon nach kurzer Zeit war das Arbeiten die Hölle. Ein Kind lag wegen ihr im Krankenhaus, weil sie ihre Aufsichtspflicht nicht wahrgenommen hat und sie hat es auch noch geleugnet, dass sie nicht aufgepasst hat. Ebenso wenig hat sie der Mutter des Kindes irgendetwas von dem Vorfall erzählt. Sie hat scharfe Messer offen rum liegen lassen (und das in einer Gruppe mit Kindern von 2- 6 Jahren). Als ich sie daraufhin ansprach sagte sie nur, man könnte das ja mal vergessen. Nein, das darf man nicht vergessen!
Die Kinder sind zu mir gekommen und haben gefragt, ob sie etwas haben oder machen dürfen. Wenn ich dann nein gesagt habe, sind sie zu ihr gegangen und sie hat ja gesagt. Obwohl sie in meiner Nähe stand und meine Antwort gehört hat. So ging das die ganze Zeit. Sie ist einem ständig in den Rücken gefallen und das vor den Kindern. Ich war dann zum Schluss auf jeden Fall schon so weit, dass sobald ich sie gesehen habe, mein Tag gelaufen war. Ich bin immer öfter mit Kindern aus der Gruppe rausgegangen, weil ich es nicht ausgehalten habe.
Also ich habe es ihr ganz deutlich gesagt und auch gezeigt, dass ich sie nicht ausstehen kann. Verstanden hat sie das nicht, sondern dass eher noch auf mich geschoben, dass ich nicht Teamfähig bin. Mein Chef hat Gott sei Dank zu mir gehalten und sie wurde dann erst aus meiner Gruppe rausgenommen und weil sie auch mit niemand sonst klar kam komplett versetzt.
Mit Leuten, die ich nicht mag, rede ich normalerweise nicht besonders viel und gebe nur sehr kurze Antworten, wenn ich etwas gefragt werde. Ob derjenige das dann als Ablehnung versteht, oder einfach nur denkt, dass ich schüchtern bin (was bis zu einem gewissen Grad auch stimmt), weiß ich allerdings nicht. Direkt sagen tue ich normalerweise nichts, außer ich bin von der Person wirklich so genervt, dass ich es nicht mehr aushalte.
Ist es jemand, mit dem ich regelmäßig zu tun habe, zum Beispiel ein Arbeitskollege, dann würde ich es schon eher vermeiden, allzu direkt zu sein. Ich würde einfach distanziert bleiben, aber vielleicht trotzdem noch irgendwie oberflächlich freundlich, um nicht für schlechte Stimmung zu sorgen.
Ich würde auch sagen, dass es einfach darauf ankommt, wer die Person ist, die ich nicht mag. Da ich in einem Beruf mit Kunden arbeite, kommen auch schon mal ein paar Menschen, die ich nicht mag. Denen darf ich das natürlich nicht zeigen, sondern muss freundlich bleiben. Wer mich kennt, merkt es trotzdem, dass ich mit der Person so nicht klar komme, aber die betreffende Person selber sollte es nicht merken. Eine Arbeitskollegin hatte ich auch mal, mit der ich nicht klar kam und die ich absolut nicht ausstehen konnte.
Anfangs habe ich einfach versucht, ihr aus dem Weg zu gehen, um sie nicht zu verletzen und deutlich zu zeigen, dass ich sie nicht mag. Das hat aber alles gar nichts gebracht, weil sie die Anzeichen dafür nicht gesehen hat oder einfach nicht sehen wollte. Ich hatte auch das Glück, dass ich nicht alleine war und die Kollegin allgemein nicht sehr beliebt war. Irgendwann habe ich ihr dann auch relativ deutlich gezeigt, dass ich sie nicht mag. Das fiel mir recht schwer, weil ich eigentlich mit allen Menschen klar kommen möchte, aber es ging nicht anders.
Für gewöhnlich bin ich zu jedem freundlich, aber dann entsprechend distanziert, wenn ich jemanden nicht leiden kann. Je nachdem wie groß meine Antipathie ist, lasse ich denjenigen dann auch schonmal eher unterschwellig spüren, dass ich ihn nicht mag. Beispielsweise durch subtile Andeutungen und Blicke. In der Regel merkt ein jeder, woran er bei mir ist. Nur in seltenen Fällen, wenn diese nicht gemochten Leute mich dann auch noch anquatschen und nerven, dann werde ich auch mal so deutlich und sage ihnen ins Gesicht, dass ich sie nicht leiden kann und meine Ruhe will.
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