Bei Gesundheitsfragebögen stets die Wahrheit ausfüllen?

vom 27.11.2012, 10:25 Uhr

Ich weiß schon jetzt, dass sich einige Leute über diese Frage echauffieren werden, aber mir stellt sich die Frage, inwieweit man dazu verpflichtet ist, einen Fragebogen zum Thema Gesundheit ordnungsgemäß und mit den korrekten Angaben zu versehen. Es geht mir nicht darum, offensichtliches zu verschweigen oder gar falsch anzugeben, sondern eher darum, Aussagen zu tätigen, die nicht unbedingt dienlich zur erforderlichen Untersuchung sind.

Solche Fragebögen bezüglich der Gesundheit werden für unterschiedliche Dinge erhoben und wenn ich zum Beispiel weiß, dass eine Kur, die ich beispielsweise vielleicht mal vor dreißig Jahren gemacht habe, heute keine Rolle mehr spielt, ist dies dann mit "Ja" oder "Nein" anzugeben? Auch bei Eingriffen jeglicher Art würde mich es interessieren, ob man da Operationen, die vor einigen bis wenigen Jahren stattgefunden haben, noch relevant sind.

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



Neulich war ich bei einem anderen Zahnarzt und musste da auch mal einen solchen Fragebogen ausfüllen, das kannte ich von anderen Ärzten bisher nicht. Es gibt ja immer die Frage, ob man Schmerzen hat und mir tun schon manchmal die Weisheitszähne weh, wenn sie ein Stück wachsen, aber das ist ja normal, daher habe ich das nicht erwähnt. Genauso habe ich jetzt nicht aufgeschrieben, welche Tabletten ich alles nehme, sondern nur die wichtigsten (gegen Heuschnupfen), dass ich ab und an, aller paar Monate mal Aspirin nehme, das hab ich auch weggelassen, weil mir das nicht wichtig erscheint.

» Zitronengras » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Ich würde immer alles angeben, egal wie lange es her ist. Oft werden dann zusätzliche fragen gestellt, wie zum Beispiel bei Operationen. Der neue Arzt sollte alles wissen, denn das gehört nun dazu. Wenn etwas verschwiegen wird, dann kann es vielleicht irgendwann Auswirkungen haben.

Ich werde von der Krankenkasse irgendwelche Leistungen eventuell nicht erhalten oder Medikamente erhalten, die ich vor zehn Jahren vielleicht nicht bekommen habe. Es ist bei Ärzten genauso wie bei Krankenversicherungen, da muss immer die Wahrheit gesagt werden. Es kann ja nicht schaden und ein Kreuz zu machen kostet nichts.

» davinca » Beiträge: 2246 » Talkpoints: 1,09 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich kenne es nur so, dass Operationen anscheinend immer wichtig sind und erwähnt werden sollten, egal wie lange sie eben sind. Das könnte mit der Erkrankung oder Symptomen eben zusammenhängen und ist daher für Ärzte wichtig. Eben so die Frage, wie man Narkosen bisher verkraftet hat. Da sollte man dann auch unbedingt ehrlich sein.

Das man mal vor 30 Jahren eine Kur gemacht hat, ist sicherlich nicht so relevant. Ich würde aber trotzdem versuchen, so einen Gesundheitsbogen so genau wie möglich auszufüllen. Er soll schließlich bei der Ursachenforschung und Behandlung helfen.

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» Nelchen » Beiträge: 32238 » Talkpoints: -0,25 » Auszeichnung für 32000 Beiträge



Die Frage, die ich mir in diesem Zusammenhang wohl stellen würde, ist, inwiefern ich als medizinischer Laie überhaupt einschätzen kann, was denn nun relevant ist und was nicht. Und wenn ich jetzt denke, dass meine Mandeloperation in der Kindheit für meine Knieoperation völlig irrelevant ist und damit wahrscheinlich auch recht habe - welcher Schaden entsteht mir, wenn ich das dann trotzdem angeben würde? Es ist ja nun keine Information,die irgendwie brisant ist, und bei Ärzten kann man wohl auch davon ausgehen, dass sie den Datenschutz einhalten.

Ich würde deshalb wohl einfach alles angeben und anschließend die Fachleute entscheiden lassen, ob die Informationen für sie relevant sind oder nicht. Ich finde das besser als irgendwas nicht anzugeben, weil ich denke, das es nicht wichtig ist, und dann später zu erfahren, dass es doch wichtig gewesen wäre. Und man füllt solche Fragebogen ja auch meistens in der Praxis oder im Krankenhaus aus und ich habe da auch schon mal gefragt, ob meine Weisheitszahnentfernung überhaupt als Operation zählt und angegeben werden muss oder nicht.

Ich denke nicht, dass es irgendeine gesetzliche Verpflichtung zu vollständigen Angaben gibt, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass man eventuell dann Probleme bekommen könnte, wenn man einen Behandlungsfehler nachweisen möchte und die Gegenseite dann mit dem Argument kommt, dass man nur unvollständige Angaben zum Gesundheitszustand gemacht hat. Die Tatsache, dass die Angaben nicht vollständig waren, könnte ganz unabhängig davon, wie relevant sie denn nun gewesen wären, negativ gewertet werden. Gerichte und Gutachter haben da ja unter Umständen eine etwas besondere Sicht auf die Tatsachen.

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» Cloudy24 » Beiträge: 27476 » Talkpoints: 0,60 » Auszeichnung für 27000 Beiträge


Leider geht aus Deiner Frage nicht hervor, aus welchem Grund der Fragebogen ausgefüllt werden soll. Handelt es sich hier um eine Befragung im Vorfeld einer bestimmten medizinischen Behandlung oder nur um einen allgemeinen Fragebogen der zur Erhebung der Daten dient? Ich gehe mal vom ersten Punkt aus, dass es sich hier um einen Fragebogen im Vorfeld einer bestimmten medizinischen Behandlung handelt.

Medizinische Fragebögen sollte man schon ernsthaft und ehrlich beantworten, wenn man eine entsprechende medizinische Behandlung erwartet. Das heißt, welche Medikamente wurden bisher eingenommen, damit es z.B. nicht zu einer Unverträglichkeit zwischen beiden Medikamenten kommen kann und somit eine medikamentöse Behandlung sinnlos oder sogar gefährlich wird. Auch um Ursachen zu erforschen, können Vorerkrankungen wichtig sein um eine richtige Behandlung zu garantieren. Über den Zeitraum der Angaben in solchen Fragebögen würde ich nachfragen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Kur vor 30 Jahren Heute relevant für eine Behandlung ist. Auch Medikamente die man vor langer Zeit mal eingenommen hat, dürften uninteressant sein. Die Medizin entwickelt sich immer weiter und somit haben teilweise Medikamente und auch Behandlungsmethoden mittlerweile ausgedient. Eine Abfrage aus Neugier ohne o.g. Grund würde ich ansonsten ablehnen.

» michaelsl1 » Beiträge: 82 » Talkpoints: 46,88 »


Ich bin der Meinung, dass man solche Bögen schon wahrheitsgetreu ausfüllen muss. Auch wenn dir diese Informationen bewusst sind und du der Meinung bist, dass sie nicht wichtig sind, können sie es doch sein.

Gerade, wenn man solche Bögen bei Ärzten ausfüllt ist Ehrlichkeit sehr wichtig, weil es der Bestimmung eines Bildes dient. Außerdem kann es hier nur helfen, wenn man familiäre Erkrankungen angibt und auch seine Vorerkrankungen. Dann weiß der Arzt auf was er achten muss. Ich würde bei solchen Angaben nicht lügen oder es verschweigen.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge



michaelsl1 hat geschrieben:Leider geht aus Deiner Frage nicht hervor, aus welchem Grund der Fragebogen ausgefüllt werden soll. Handelt es sich hier um eine Befragung im Vorfeld einer bestimmten medizinischen Behandlung oder nur um einen allgemeinen Fragebogen der zur Erhebung der Daten dient? Ich gehe mal vom ersten Punkt aus, dass es sich hier um einen Fragebogen im Vorfeld einer bestimmten medizinischen Behandlung handelt.



Damit hast Du leider falsch gelegen, in der Tat ging es eher darum, Daten grundsätzlich zu erheben. Ich möchte das hier aus diversen Gründen gar nicht weiter ausbreiten, aber die Frage, die ich mir stelle, ist, wie relevant es ist, bekannte Erkrankungen in der Familie anzugeben. Sicherlich besteht im einen oder anderen Fall auch die Möglichkeit, daran zu erkranken, aber ich bezweifle, dass dies unbedingt von Nöten ist.

Cloudy24 hat geschrieben:Ich denke nicht, dass es irgendeine gesetzliche Verpflichtung zu vollständigen Angaben gibt, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass man eventuell dann Probleme bekommen könnte, wenn man einen Behandlungsfehler nachweisen möchte und die Gegenseite dann mit dem Argument kommt, dass man nur unvollständige Angaben zum Gesundheitszustand gemacht hat.


Darauf wollte ich schon eher hinaus, ich habe nun auch etwas davon gehört, dass man Dinge auch bewusst falsch angeben darf. Dies könnte ich nun weniger mit meinem Gewissen vereinbaren, aber scheinbar ist es gestattet.

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge


Da ich generell nicht immer den vollen Durchblick in Bezug auf die Relevanz meiner angeforderten Angaben haben kann, beantworte ich solche Fragen tatsächlich wahrheitsgemäß. Allerdings habe ich häufig das Problem, dass mir die Zeilen nicht ausreichen, die auf solchen Fragebögen vorhanden sind, um alles anzugeben, was bei mir an Eingriffen stattgefunden hat. Außerdem denke ich, dass es auch nicht immer eine unglaublich wichtige Rolle spielt, was genau bei welchem Eingriff stattgefunden hat, weswegen ich die Frage nach bereits stattgefundenen Operationen meistens mit „diverse im Schädelbereich“ beantworte, denn sollte es von Notwendigkeit sein, dass ich genauer werde, so gehe ich davon aus, dass man noch einmal nachfragt.

Besonders die Frage nach vorhandenen Allergien wird bei mir übrigens immer nochmal genauer abgefragt, wenn ich auf einem solchen Fragebogen irgendwo meine Allergien aufzähle, sofern mir der Platz ausreicht. Ich kürze das also auch gerne entsprechend ab auf: „Diverse Pollen, Hausstaub, Tiere“. Grundsätzlich werde ich anschließend nach Einreichung des Fragebogens gefragt, ob Allergien gegen Medikamente bekannt sind und ob ich Lebensmittelunverträglichkeiten aufweise, was ich dann mit Nein beantworten kann. Dass ich es andernfalls auf dem Fragebogen vermerkt hätte, erspare ich mir und dem Fragenden, weil ich meine, dass es wohl besser ist, wenn derjenige wirklich noch einmal auf Nummer sicher geht und spezieller nachfragt.

Ansonsten bemühe ich mich aber um eine eher präzise Beantwortung und beantworte auch grundsätzlich alles wahrheitsgemäß. Sollte ich mir dadurch einen Nachteil einhandeln, dann ist das in der Regel auch irgendwie begründet und ich würde Unrecht handeln, wenn ich mir durch Verschweigen oder falsche Antwort einen Vorteil verschaffen würde. Außerdem dienen solche Angaben tatsächlich nicht selten einer wichtigen Information und der Anamnese, jedenfalls war das bisher in meinen Fällen so, wenn ich solche Fragebögen bekommen habe. Bin ich aber der Meinung, dass mir irgendwo ein Fragebogen überreicht wird, wo ich niemandem gegenüber verpflichtet bin, solche Angaben zu machen, dann nehme ich mir unter anderem auch mein Recht heraus, den Fragebogen unausgefüllt zurückzureichen.

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» moin! » Beiträge: 7218 » Talkpoints: 22,73 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Da ich von der Gegenseite, also dem behandelnden medizinischem Personal die bestmögliche Behandlung erwarte, denke ich, dass ich auch die bestmögliche Vorbereitung gewähren muss. Dazu gehört, dass ich Fragebögen möglichst wahrheitsgemäß beantworte. Und bisher ist mir auch noch kein Fragebogen untergekommen, bei dem ich mich gefragt hätte, in welchem Zusammenhang die ein oder andere Frage mit der zu behandelnden Tatsache in Verbindung steht. Obwohl das manchmal als Laie gar nicht so einfach zu verbinden ist. So kann eine Operation in der Kindheit problematisch gewesen sein und somit auch im Erwachsenenalter relevant sein. Ein Rheumatiker sollte auch beim Zahnarzt seine Erkrankung angeben, weil damit unter Umständen bestimmte Bewegungsabläufe erschwert sind. Die lange zurück liegende Kur kann auch erklären, warum man bestimmte Erwartungen an eine neue Kur hat. Es gibt sicher auch andere Zusammenhänge, die erst einmal unplausibel erscheinen.

Wäre mir eine Frage wirklich unangenehm, dann würde ich diese Frage erst einmal nicht beantworten und dann im späteren Gespräch klären, ob diese Frage wirklich relevant ist und dann die Antwort nachreichen. So wurde ich schon einmal gefragt, ob ich geimpft sei und wann diese Impfung durchgeführt wurde. Das Datum konnte ich nicht mehr nennen, nachdem aber klar war, wieso das wichtig war, wurde diese Frage dann durch den Impfausweis geklärt.

» JotJot » Beiträge: 14058 » Talkpoints: 8,38 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


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