Respekt und Angst vor unbekannten Ärzten wie abstreifen?
Bedingt durch ein allumfassendes Krankheitsbild bleibt es manchmal nicht aus, sich neue Ärzte zu suchen. Auch, wenn der eigenen Arzt vielleicht mal aufhört oder man einen neuen Facharzt aufsuchen muss, muss ein neuer Arzt her. Nicht selten hat man vor einem eigens unbekannten Arzt Respekt oder sogar Angst. Insbesondere bei Ärzten, die man sich nicht selbst aussuchen kann, weil ein solcher Facharzt im Umkreis kein zweites Mal gibt.
Sicherlich kann man sich heute auch einige Ärzte online anschauen, sofern man keine Empfehlungen aus dem eigenen Umfeld erhalten kann! Allerdings hat nicht jeder Arzt eine eigene Website oder sonstige weiterführende Informationen. Eventuell kann man per Internetsuche noch etwas herausfinden, was den Werdegang, Dinge rund um das Studium oder auch privates herausfinden, aber wirklich wichtige Informationen bezüglich Verhalten gegenüber des Patienten kann man kaum herauslesen.
Sind mir zu wenige Informationen bekannt, bleibt es bei mir leider nicht aus, dass ich Respekt oder Angst vor dem mir noch unbekannten Medizinern habe. Ich habe in meinem Leben schon einige Ärzte kennenlernen müssen und dürfen, aber so wirklich schlechte Erfahrungen habe ich noch nicht gemacht. Dennoch ist der Respekt und auch die Angst da, irgendwie blöd angemacht zu werden, weil ich schon vieles gehört habe und ich mich darüber habe verrückt machen lassen. Manche Erfahrungen sind mir präsent, obwohl ich nicht diese Erfahrungen habe machen müssen.
Ich würde gern meine Befürchtungen, Ängste und meinen Respekt vor mir unbekannten Ärzten ablegen, ohne ein gesundes Misstrauen zu verlieren und unvoreingenommen auf diese neuen Ärzte zugehen. An sich könnte man ja meinen, durch keine eigenen Erfahrungen wäre dies machbar, ist aber bei mir der Fall. Ich habe generell keine Angst vor den Medizinern, die ich kenne und die mich kennen, aber vergleichbar ist es nicht mit den Medizinern, die mir unbekannt sind.
Kennt Ihr es selbst auch, Angst oder Respekt vor einem unbekannten Arzt zu haben? Wie kann man diese Angst, diesen Respekt ablegen? Woher kommt dieser Respekt überhaupt? Ist es natürlich, oder einfach auch eine persönliche Angelegenheit?
Was verstehst du bitte schön unter Respekt? Den Respekt vor einem anderen Menschen darf man niemals abstreifen oder verlieren und wenn du Angst vor deinen neuen Ärzten hast, dann sage dir, dass es ein Mensch wie du und ich ist und dass er auch nichts anderes ist, nur weil er einen weißen Kittel anhat oder eben studiert ist. Gib ihm die Chance dich kennenzulernen und umgekehrt. Wenn er dir danach unsympathisch ist, dann musst du eben diesen Arzt wechseln. Aber ich kann dir nur raten, dass du niemals den Respekt vor einem anderen Menschen verlierst. Egal, wer vor dir steht.
Ich denke auch, dass es doch gar nicht falsch ist, Respekt vor einem anderen Menschen zu haben, dabei ist es ja auch egal, ob es sich um einen Bäcker oder einen Arzt handelt. Den Respekt solltest daher beibehalten und nicht verlieren wollen.
Was die Ängste angeht, so kann ich dich schon verstehen. Mir geht auch immer so, dass ich doch nervös bin, wenn ich zu einem Arzt muss. Das ist sogar bei den Ärzten so, zu denen ich dann regelmäßig gehen muss. Aber bei mir unbekannten Ärzten ist das natürlich schlimmer. Ich bin dann auch stark aufgeregt und nehme meistens dann meinen Partner mit, der mich dann hinfährt und mit zusammen im Wartezimmer wartet. Ich habe leider schon schlechte Erfahrungen machen müssen und auch eine Menge unsympathischer Ärzte getroffen. Aber wichtig ist es eben, dass man der Angst dann nicht nachgibt und trotzdem den Termin wahr nimmt. Je öfter man dann so etwas durchzieht, desto sicherer wird man und die Angst wird dann auch irgendwann weniger werden.
Mit Respekt meine ich natürlich in erster Linie zu viel Respekt zu haben, das man beispielsweise sich nicht natürlich verhält oder dass man eben Angst hat, man bekommt etwas auf eine unmögliche Art und Weise mitgeteilt. Mir geht es also eher in die Richtung Angst, da ich denke, dass zu viel Respekt durchaus auch unangemessen sein kann.
Dass man einen Arzttermin nicht verstreichen lässt, ist natürlich auch nicht bei mir der Fall, und immer jemanden mitnehmen tue ich auch nicht. Manchmal hat man gar keine Zeit, jemanden mitzunehmen, zumal die Person sowieso draußen warten muss, ich möchte zum Beispiel nicht, dass mein Partner mit ins Sprechzimmer geht. Das erwarte ich auch nicht. Manchmal begleitet er mich zwar, aber in dem Fall eher, weil wir dann noch etwas unternehmen wollen oder etwas anderes vorhaben. Die Angst oder der "zu große" Respekt ist dann noch immer vorhanden, egal, ob ich eine Begleitung habe oder nicht.
Ich habe bei mir aber schon oft festgestellt, dass ich mir einfach vor dem eigentlichen Termin zu viele Gedanken mache, aber der Termin selbst dann meist in Ordnung ist. Und diese Gedanken sollen sich eben bitte schön nicht mehr blicken lassen!
Ich musste vor kurzem den Zahnarzt wechseln, weil mein alter Arzt in Rente gegangen ist. Das war für mich eine kleine Katastrophe für mich, weil ich ohnehin panische Angst vor Zahnärzten habe und ich auch lange gesucht hatte, bis ich diesen Arzt fand. Ich habe mir dann einen neuen Arzt suchen müssen. Vor dem ersten Besuch hatte ich ehrlich gesagt auch panische Angst und war wirklich drauf an dran, dieser Angst nachzugeben und einfach nicht hinzugehen, aber das würde im Endeffekt ja auch nichts bringen! Ich habe dann aber all meinen Mut zusammengenommen und bin zum Termin dort erschienen. Am schlimmsten war die Wartezeit im Wartezimmer.
Letztendlich hatte ich mir aber unnötig Gedanken gemacht, denn der Zahnarzt war sehr nett und ist zudem auch auf Angstpatienten wie mich spezialisiert. Zahnarztbesuche sind immer sehr unangenehm für mich, aber dem nächsten Termin kann ich so ganz gelassen entgegen blicken, weil ich mich gut aufgehoben fühle. Es war bisher noch nie der Fall, dass ich eine Person gebeten habe, mich zu einem Arzttermin zu begleiten. Da käme ich mir dann schon irgendwie komisch vor, aber manchen kann es vielleicht helfen, die Angst zu überwinden, wenn sie jemanden an ihrer Seite haben, den sie gut kennen und der ihnen Mut macht. Man weiß bei einem fremden Arzt einfach auch nicht, was einen erwartet. Darauf lässt sich die Angst wahrscheinlich auch zurückführen. Beim zweiten Mal ist es dann nicht mehr ganz so schlimm, weil man sich besser darauf einstellen kann.
Ich denke nun auch, dass Du mit „Respekt“ nicht das meinst, was man grundsätzlich immer und vor jedem haben sollte, nämlich diese Form von Achtung, die sicherlich zunächst jedem Menschen gebühren sollte. Vermutlich meinst Du diese Form von Respekt, die man häufig dann anbringt, wenn man vor etwas nicht wirklich Angst hat, aber eben auch nicht ganz entspannt ist. Wie man das ablegen kann, wenn man einen neuen Arzt aufsucht? Ich denke ehrlich gesagt, dass man sich am besten versucht, vor Augen zu halten, dass jeder Arzt auch nur ein Mensch ist und man außerdem doch immer die Wahl hat, von einem weg und zu einem anderen hinzugehen. Niemand von uns wird gezwungen, sich von vornherein für einen Arzt fest zu entscheiden, bei dem er bleiben muss, sondern glücklicherweise können wir unsere Ärzte wechseln, wenn wir mit irgendetwas nicht einverstanden sind. Ich finde also, dass es keinen wirklichen Grund gibt, bereits vor einem Arztbesuch zu verkrampfen.
Immerhin kann man es auch so sehen, dass der Arzt eine Art Bewerbungsverfahren zu durchlaufen hat, wenn er uns das erste Mal kennenlernt, denn ein neuer Arzt muss es durchaus schaffen, mich zu überzeugen – menschlich und fachlich, denn mit jemandem, der mir wirklich unsympathisch ist, werde ich mich nicht auf ein vertrauensvolles Arzt-Patienten-Verhältnis einlassen können. Wenn man an einen Arzt allerdings irgendwelche besonderen Erwartungen stellt und möglicherweise auch bestimmte Hoffnungen hegt, weil man von ihm schon viel Gutes gehört hat und nun inständig fleht, dass er einem selbst auch in irgendeinem schwierigen Sachverhalt weiterhelfen kann, denn könnte es möglicherweise dazu kommen, dass man sich etwas verkrampft. Dennoch sollte man als Patient wohl realisieren, dass es ausreichen Ärzte gibt, sodass sicherlich jeder einen guten solchen finden wird. Im Endeffekt betrachte ich Ärzte übrigens als Dienstleister im Gesundheitswesen, weil sie für mich nichts anderes sind als das.
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