Menschen mit einem großen Herzen - ein Laster?

vom 23.11.2012, 20:27 Uhr

Wenn man Titel liest, denkt man vermutlich als erstes an fürsorgliche oder liebevolle Menschen, die tierlieb sind, irgendwelche Gesunheitsorganisationen oder ähnliches unterstützen oder sich auf anderem Wege um Dinge kümmern, die sie eigentlich nicht betreffen und versuchen der Welt zu helfen. Ich meine mit dem großen Herzen aber nicht das Herz im emotionalen Sinne, sondern im physischen, also die Struktur und das Organ Herz.

Ich weiß nicht, ob es allen bewusst ist, aber das Herz ist ein Muskel, der wie andere Muskeln auch durch Training größer werden kann. Leistungssportler mit großen und lang andauernden Kraftausdauerleistungen trainieren sich meist so ein "Sportlerherz" an, dass immens groß werden kann. Prädestiniert durch ihre Sportart sind vor allem Radrennfahrer, aber auch alle Leichtathleten, vor allem Triathleten, Iron-Men oder sonstige Menschen, die häufig und auch im Training Extrem-Ausdauerleistungen ausgesetzt sind. Es wurde immer gesagt, Jan Ullrich besäße ein Herz, das 170 % eines normalen "Durchschnittsherzens" ausmacht. Das ist teilweise natürlich immer Veranlagung, aber ein großer Teil ist auch Training. Andere Quellen sprechen sogar von 200 %, was schon nah an der Obergrenze ist. Aufgrund der Funktionalität und des Platzbedarfs ist der derzeitige Stand der Debatte, dass das Herz eines Leistungssportlers maximal 220 % eines normalen Herzens ausmachen kann.

Ich finde das beachtlich - mehr als doppelt so groß soll das Herz mancher Menschen sein, teilweise durch Genetik, teilweise durch Training. Ich kann das gut nachvollziehen, denn ich wurde damals auch immer zum Sport gedrillt, weshalb mein Herz auch fast 50% größer ist, als ein normales Herz. Im Alltag merkt man das nicht - okay, ich habe manchmal in ruhigen Momenten einen Ruhepuls von 32 oder 36, aber eigentlich merke ich es nur, wenn ich auf der Seite liege, weil ich die Herzkontraktur dann zwischen meinen Rippen spüren kann - sie bewirkt, dass es sich tatsächlich sehr sichtbar bewegt.

Warum schreibe ich, dass es ein Laster ist? Natürlich hat es Vorteile, denn durch die schonende Arbeit auf Normalniveau bleibt das Herz länger jung, doch man muss es auch füttern - und zwar mit Aktivität. Ein großes Sportlerherz verfettet wesentlich schneller als ein normales, es wird schneller beschädigt, wenn kleinste Gewebsveränderungen passieren. Von einem befreundeten ehemaligen Olympioniken weiß ich, dass er im Alter von über 70 Jahren immer noch täglich seine 20 Kilometer Ausdauerlauf oder 40 Kilometer Rennradfahren machen muss, damit sein Herz fit bleibt und ihn nicht im Stich lässt. Dafür ist er aber außergewöhnlich fit und hatte noch nie Probleme.

Ich frage mich, ob es nun ein Segen ist, ein solch großes Herz zu haben oder eher ein Laster. Der Körper wird ein Leben lang geschont und ist weniger anfällig, doch im Alter muss man immer beim Sport bleiben, damit sich das nicht ändert. Ist es also Fluch oder Segen, ein Sportlerherz zu haben? Ist es auf Dauer nicht eine Belastung, gerade, wenn man seine besten Jahre hinter sich hat? Wenn ihr wählen könntet, wofür würdet ihr euch entscheiden?

» benutzer7 » Beiträge: 2116 » Talkpoints: 49,80 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich habe mich quasi schon längst entschieden. Ich bin eindeutig der Sportlertyp, und habe auch ein Sportlerherz. Ich mache gerne Sport, fahre Rad, laufe, und reite. Alles Sportarten, die gerade das Herz stärken. Ich habe daher ein sehr starkes Herz, und habe bisher noch keine richtigen Nachteile feststellen. Okay, ich muss oft in Bewegung sein, sitze ich den ganzen Tag nur rum, werde ich unzufrieden und langweile mich.

Was die Zukunft angeht, kann ich natürlich noch nichts sagen, aber ich denke es wird keine großen Probleme geben. Ich werde mich weiter gerne und oft bewegen, und habe ja auch Spaß daran. Das wird, so denke ich, auch so lange gehen, wie ich fit bin, und mich auch bewegen kann. Im Alter kann es natürlich auch passieren, dass ich nicht mehr so gut laufen kann oder so, aber ich glaube auch da wird es keine große Schwierigkeiten geben.

Ich finde jetzt nicht so viele Nachteile, aber ich kenne mich da auch gar nicht so genau aus. Jedenfalls ist es nicht unbedingt schlecht ein gutes Herz zu haben. Ich bin der Meinung, wenn es dem Herz gut geht, geht es dem ganzen Körper gut. Das gilt auch in den meisten Fällen. Die Gefahr auf viele Krankheiten die auch tötlich sein können sinkt sehr. Schlaganfall, Herzinfarkt usw. Ich bin also mit meinem Herz sehr zufrieden. :D

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» Finja18 » Beiträge: 1296 » Talkpoints: 61,63 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


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