Sturz Angehöriger - Pflegepersonal informiert Familie nicht

vom 19.11.2012, 17:25 Uhr

Familie X hat in einem Betreuten Wohnen eine Angehörige leben. Diese ist nun beinahe 90Jahre alt und bereits mehrfach gestürzt, wobei sie sich auch schon schlimmere Verletzungen wie Brüche und starke Schürfwunden im Gesicht zugezogen hat. Meist sind es aber Prellungen, die natürlich besonders im Gesicht und im Kopfbereich schlimmer aussehen, als sie eigentlich sind, bei alten Menschen aber doch auch mal zu Komplikationen führen können.

Nun ist es schon das zweite Mal vorgekommen, dass die Angehörige von Familie X gestürzt ist und die Familie wurde nicht informiert. Da das Betreute Wohnen ca. 45km entfernt vom Wohnort der Familie ist, können sie nicht jeden Tag dort vorbei schauen, aber sie telefonieren regelmäßig mit ihrer Angehörigen. Gerade letzte Woche erfuhren sie so von dem Sturz der Angehörigen und bekamen berichtet, dass sie „geblutet habe wie ein Schwein.“ So hat sich die Angehörige ausgedrückt, was die Familie natürlich in Sorge versetzte. Auch, dass niemand vom Pflegepersonal angerufen hat, macht der Familie X Sorgen. Eigentlich dachten sie, ihre Angehörige sei dort in guten Händen und immerhin kostet der „Spaß“ ja auch einiges an Geld jeden Monat. Ist es da zu viel verlangt, wenn man einen Anruf bei einem Sturz erwartet?

Was kann Familie X denn tun, um in Zukunft benachrichtigt zu werden und nicht durch Zufall zu erfahren, wenn ihre Angehörige wieder ein Mal gestürzt ist? Ich vermute, zwingen kann man das Pflegepersonal nicht, die Familie zu informieren, aber es wäre doch mehr als denkbar, zumal die Bewohnerin sonst keine Verwandten mehr hat. Eigentlich war es auch mit der Leitung so ausgemacht, dass man die Familie sofort informiert, wenn etwas passiert ist, doch leider scheint man sich da nicht daran zu halten. Welche Tipps habt ihr, die ich vielleicht an die Familie weiter geben könnte, damit so etwas in Zukunft nicht mehr passiert und der Informationsfluss besser funktioniert? Oder kann man da eigentlich nichts unternehmen und muss das so hinnehmen?

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» P-P » Beiträge: 3246 » Talkpoints: 1,58 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Ich würde mir das Pflegepersonal mal zur Brust nehmen und die Meinung sagen. Es kann sicherlich mal vorkommen, dass viel zu tun ist und so ein Anruf nicht gleich getätigt werden kann. Aber gar nicht Bescheid zu sagen, dass die Angehörige gestürzt ist, geht meines Erachtens nach gar nicht. Ich finde es absolut unmöglich, dass die Angehörigen über den Sturz nicht informiert wurdet und ich würde das auch versuchen, dem Pflegepersonal klar zu machen.

Die Angehörigen sollten dies ganz klar sagen, dass sie eben auf jeden Fall möchten, dass man sie informiert, wenn so etwas geschieht und es eben Konsequenzen geben würde, wenn so ein Fehler noch einmal vorkommt. Ich würde mich dann einfach mal bei einem Anwalt erkundigen, was man da für Konsequenzen raus ziehen könnte, wenn es nochmal vorkommt. Vielleicht haben die Angehörigen da die Möglichkeit das Geld für die Einrichtung zu kürzen oder ähnliches.

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» Nelchen » Beiträge: 32238 » Talkpoints: -0,25 » Auszeichnung für 32000 Beiträge


Wusste das Pflegepersonal, dass die Familie bei derartigen Ereignissen angerufen werden wollte? Ich hatte noch nie einen Angehörigen, der in einem Pflegeheim oder im Betreuten Wohnen gewohnt hat. Vielleicht muss man das explizit erwähnen und das Personal darauf ansprechen. Leider gibt es ja immer wieder Familien, die ihre Angehörigen in ein Pflegeheim „abschieben“ und dann dort nicht mehr besuchen und sich nicht mehr um sie kümmern. Diese Familien sind dann eventuelle nicht ganz so bedacht darauf, über jeden Vorfall informiert zu werden. Daher kann ich mir vorstellen, dass man dem Pflegepersonal Bescheid geben muss, wenn man eine Benachrichtigung wünscht.

Aber ich wüsste dann auch gerne über derartige Vorfälle Bescheid, egal wie banal oder trivial die Angelegenheit ist bzw. war. Man hört ja immer wieder, wie viel Stress das Pflegepersonal in solchen Einrichtungen hat und ich kann gut verstehen, wenn sie die Angehörigen nicht sofort anrufen. Es kann immer etwas dazwischen kommen oder ein anderer Notfall eintreten. Aber ich würde es begrüßen, spätestens am Abend darüber informiert zu werden. Da das aber schon zweimal vorkam und die Familie nicht benachrichtigt worden ist, würde ich das Personal mal darauf ansprechen und um Benachrichtigung bitten.

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» Sissley » Beiträge: 1131 » Talkpoints: 5,54 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Sissley, es war explizit ausgemacht, dass die Familie benachrichtigt wird, wenn etwas passiert. Und es war ausgemacht, dass es dabei egal ist, um was es sich handelt. Sei es ein Sturz, eine Neuverordnung vom Arzt oder andere Auffälligkeiten.

Die Familie besucht ihre Angehörige regelmäßig in dieser Einrichtung und sind beim Pflegepersonal hinreichend bekannt. Also die Schwestern dort wissen genau, zu welcher Bewohnerin sie gehören. Bisher war der Informationsfluss auch sehr zufriedenstellend, bis auf die beiden Stürze, die nicht weitergeleitet wurden. Daher ist die Familie verständlicherweise enttäuscht.

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» P-P » Beiträge: 3246 » Talkpoints: 1,58 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



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