Doping beim Marathon - wer macht es und warum?

vom 30.10.2012, 13:51 Uhr

Nachdem ich gerade diesen Thread Das Doping beim Fußball - Wird es toleriert? gelesen habe, ist mir ein Bericht eingefallen, der gestern im Fernsehen auf dem ZDF kam. Dort wurde gesagt, dass bei einem Breitensportmarathon bereits etwa 61 Prozent der Läufer insofern gedopt sind, als dass sie sich vor ihrem Lauf Schmerztabletten einwerfen würden, um den später im Verlauf des Marathons zu erwartenden Schmerzen entgegen zu wirken.

Das fand ich schon ein wenig schockierend. So wurde dann auch gesagt, dass eine solche vorzeitige Einnahme von Schmerzmitteln auch gefährlich sein kann, denn wenn wirklich Schmerzen während des Laufes auftreten, so zeigen diese doch, dass irgendetwas im Körper nicht stimmt und dass man besser diese Zeichen ernst nehmen sollte und das schmerzende Körperteil nicht noch zusätzlich belasten sollte, sondern ihm eher Ruhe gönnen sollte. Das heißt dann, wenn zum Beispiel das Knie schmerzt und man diese Schmerzen ignoriert oder gar nicht richtig mitbekommt aufgrund des wirkenden Schmerzmittels, kann es zu ernsteren Verletzungen des Knies kommen.

Was sagt ihr dazu? Kennt ihr auch Leute, die vor einer großen körperlichen Belastung Schmerzmittel einnehmen, ohne dass sie sie zu diesem Zeitpunkt benötigen und sie nur einnehmen, damit sie kommenden Schmerzen vorbeugen können? Macht ihr es vielleicht selber und bringt euch dieses Doping wirklich etwas? Habt ihr eine solche Einnahme vielleicht sogar schon einmal bereut, weil ihr hinterher viel mehr Schmerzen dann hattet, weil ihr euch vielleicht durch das verschleiern der Schmerzen ernsthaftere Verletzungen zugefügt habt? Würdet ihr ein solches Doping durchführen trotz der Risiken, die eine solche Einnahme mit sich bringt?

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» Nettie » Beiträge: 7637 » Talkpoints: -2,59 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Sich im privaten Bereich mit Leistungssteigernden Substanzen so weit zu bringen, um eben ein gestecktes Ziel zu erreichen, würde ich niemandem empfehlen. Im Profibereich kann man sich das Eingehen des Risikos sicher erklären, weil die Existenz dahinter hängt und man praktisch sehr vom Erfolg abhängig ist. Als Privatperson hingegen hat man ein massives Problem, wenn es zu Komplikationen kommt. Man geht die Gefahr ein, für "ein Hobby" die Gesundheit zu ruinieren. Ganz ohne Not weil im Falle des Nichterreichens der sportlichen Ziele kann man diese Ziele einfach neu justieren - das Leben geht aber weiter. Wohingegen bei einem körperlichen Schaden aus diesem Grund das ganze gewohnte Leben auf den Kopf gestellt werden müsste.

Außerdem kommt hinzu, dass man dann ein Ziel erreicht hätte, wozu der eigene Körper selbst offensichtlich nicht bereit gewesen wäre. Das schmälert den Erfolg ja noch mal und mindestens man selbst wüsste, dass man ein "Betrüger" ist. Niemand kann z.B. stolz auf eine Leistung sein, für die einem andere auf die Schulter klopfen, von der man aber weiß, dass sie eigentlich gar nicht selbst erbracht wurde.

» derpunkt » Beiträge: 9898 » Talkpoints: 88,55 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


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