Bedarf der Organspenderausweis einer Vorabuntersuchung?

vom 25.10.2012, 13:06 Uhr

In diesem Thread Kann man einen Organspenderausweis online beantragen? fragte ich ja bereits ob man einen Organspenderausweis auch online beantragen kann. Da aber meine Bekannte auch meinte, dass man sich erst untersuchen lassen muss, ob man überhaupt Organe spenden kann und dass dann auch Krankheiten in dem Organspenderausweis eingetragen werden müssen, frage ich mich, wie das mit dieser Vorabuntersuchung funktionieren soll.

Ist es richtig, dass man sich erst untersuchen lassen muss, ehe man so einen Organspenderausweis bekommt? Wer will dann noch Organe spenden? War es nicht immer so, dass die Organe erst dann untersucht wurden, wenn man eben verstorben ist und dann spenden kann? Will man damit Zeit gewinnen, die oft nicht ist, wenn schnell gespendet werden muss?

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» Ampelmännchen » Beiträge: 1310 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ich weiß nicht, woher deine Bekannte diese Informationen hat, aber man muss sich nicht im Vorfeld untersuchen lassen. Was hätte das auch für einen Sinn? Wenn ich heute den Ausweis ausfülle und erst in ein paar Jahren sterbe, dann ist meine Gesundheit doch nicht die gleiche wie heute. Die Gesundheit ändert sich immer wieder. Heute kannst Du ein gesundes Herz haben, später vielleicht nicht. So kann es dann auch nicht gespendet werden.

Wenn es zu einer Transplantation kommen wird, wird das Organ, welches Du spenden willst, komplett geprüft. Vorher wird kein Organ eingesetzt und transplantiert. Das wäre eine viel zu große Gefahr für den Empfänger des Organs. Du hast also Recht mit der Annahme, dass die Organe oder auch das Gewebe erst dann untersucht wird, wenn es dem Verstorbenen entnommen wurde.

» davinca » Beiträge: 2246 » Talkpoints: 1,09 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Das stimmt definitiv nicht, dass man sich untersuchen lassen muss, bevor man einen Organspendeausweis bekommt. Diesen kann man ganz einfach online beantragen oder sogar selbst ausdrucken. Oft liegen in Wartezimmern oder so auch Ausweise rum, die man einfach selbst ausfallen lassen kann. Natürlich ist es bei einer Transplantation wichtig, ob der Spender auch gesund ist und die Organe überhaupt verwendet werden können. Im Fall des Falles wird dies aber vor der Transplantation geprüft und nicht zwanzig Jahre vorher. Denn da kann sich ja immer noch sehr viel ändern.

» SuperGrobi » Beiträge: 3876 » Talkpoints: 3,22 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Das ist Unsinn. Mit dem Ausweis erklärt man seine grundsätzliche Bereitschaft zur Organspende, unabhängig davon, ob man überhaupt als Spender infrage käme. Diese Untersuchung müsste ja dann auch regelmäßig wiederholt werden, schließlich werden die meisten nicht in einem kurzen Zeitraum nach der ersten Untersuchung sterben und die Gesundheit kann sicher innerhalb einiger Jahre ja deutlich verschlechtern. Das wäre ein sehr großer Aufwand, und, selbst wenn man es so machen würde, müssten die Organe vor einer möglichen Spende trotzdem nochmal geprüft werden. Selbst wenn man erst vor einem Jahr bei einer Untersuchung war, kann sich in der Zwischenzeit eine Krankheit entwickelt haben, die eine Spende unmöglich macht. Man würde mit so einem Verfahren also absolut keine Zeit sparen, sondern nur einen unnötigen Aufwand betreiben.

Auf dem Organspenderausweis steht sogar drauf "Für den Fall, dass nach meinem Tod eine Spende von Organen infrage kommt, erkläre ich...." usw.

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» Jessy_86 » Beiträge: 5456 » Talkpoints: 0,18 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Das stimmt so nicht. Immerhin würde eine momentane Untersuchung keine gültige Angabe sein. Man weiß ja nicht, was noch kommt, man kann erkranken oder einen Unfall haben. Daher macht es keinen Sinn, seine Organe untersuchen zu lassen. Es geht bei so einem Ausweis ja nur darum, dass man seine Bereitschaft zur Spende äußert.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Für einen Organspenderausweis braucht man definitiv keine Untersuchung, bevor man diesen ausfüllen darf. Das würde ja auch überhaupt keinen Sinn ergeben. Diese Ausweise bekommt man ja an verschiedenen Stellen, von der Apotheke, über die Arztpraxis bis hin zur Krankenkasse. Da man diesen ja selber ausfüllt, könnte ja auch kein Mensch kontrollieren, ob im Vorfeld eine Untersuchung stattgefunden hat. Außerdem ist es ja so, wie hier schon geschrieben wurde, dass eine Untersuchung zum jetzigen Zeitpunkt nichts über den Zustand der Organe zum Zeitpunkt des Todes aussagt. Demzufolge wäre eine Untersuchung im Grunde überflüssig.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


Der Organspenderausweis ist ja im Grunde nur ein kleines Stückchen Pappe, mehr nicht. Den kann man ganz leicht bekommen und selber ausfüllen, es ist kein amtliches Dokument, es ist einfach nur ein Vordruck der es den Medizinern vereinfachen soll herauszufinden, ob ein Patient damit einverstanden ist, dass nach seinem Tod seine Organe entnommen werden oder nicht. Da man diesen Ausweis unter anderem auch mit der Post zugeschickt bekommt ab und an wäre es organisatorisch ziemlich schwierig, jeden dazu zu bringen, sich vor dem Ausfüllen untersuchen zu lassen und die Arztpraxen haben keine Kapazitäten, um einen Test durchzuführen, der keinen akuten Drang hat.

Deswegen braucht man auch keinen Test machen. Die Organe, die entnommen werden sollen, werden so weit ich es weiß bei der Entnahme geprüft und ein krankes Organ wird natürlich nicht verwendet, um es zu implantieren.

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» olisykes91 » Beiträge: 5370 » Talkpoints: 24,75 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Man benötigt dafür keine Untersuchung, aber es kann angegeben werden, wenn bspw. bestimmte Krankheiten vorhanden bzw. bereits bekannt sind. Das kann ja dann auch einfach ergänzt werden, wenn es dazu kommt.

Ich besitze selber einen Organspendeausweis, den habe ich im Internet auf der offiziellen Seite für Organspendeausweise beantragt und dann wurde der mir zugeschickt. Sollte man seine Meinung mal ändern, kann man dort auch ganz einfach einen neuen beantragen. Das ist wirklich nicht viel Aufwand.

Ich denke außerdem, dass es hilfreiche wäre, seinen nächsten Angehörigen (Eltern, Freund/Freund, Ehemann/Ehefrau) davon zu erzählen, sodass diese im Fall der Fälle sofort richtig handeln können.

» *Lavendel* » Beiträge: 16 » Talkpoints: 5,32 »


Nein, man muss sich vorher nicht untersuchen lassen. Das würde ja auch gar keinen Sinn machen, weil man der Ausweis ja auch nicht abläuft. Wenn dann, bräuchte man schon jährliche Untersuchungen oder so, aber das wäre wohl zu teuer und die Spendebereitschaft würde wahrscheinlich noch tiefer sinken. Die Organe werden ja sowieso vor der Transplantation untersucht.

» mangoshake » Beiträge: 180 » Talkpoints: 14,40 » Auszeichnung für 100 Beiträge


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