Lässt sich selbstgestricktes gut verkaufen?

vom 21.10.2012, 14:44 Uhr

Ich habe im Moment sehr viel Spaß daran stricken zu lernen und frage mich, wie es ist, wenn man es wirklich gut kann. Würde es sich da lohnen auch für andere zu stricken und die gestrickten Sachen zu verkaufen? Wie gut lässt sich selbst gestricktes verkaufen? Sollte man das dann eher im Auftrag machen oder stricken und dann erst anbieten?

Habt ihr schon selbst gestrickte Sachen von Privat gekauft oder würdet ihr nichts selbst gestricktes kaufen? Habt ihr das Teil, welches ihr gekauft habt in Auftrag gegeben oder habt ihr es gesehen und wolltet es haben? Denkt ihr, dass man damit ein Nebengeschäft machen kann, indem man strickt und selber gestrickte Sachen verkauft?

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» MissMarple » Beiträge: 6786 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Eine Markt für selbst gestricktes gibt es sicherlich. Aber als wirklich lukrativ kann man den sicherlich nicht wirklich bezeichnen. Eventuell wenn man wirklich gut ist und an das Material sehr günstig ran kommt und man schnell stricken kann. Ansonsten ist es im Endeffekt oftmals nur ein Austausch. Viel mehr als der Warenwert wird selten bezahlt werden.

Nehmen wir als Beispiel einen einfachen Schal. Gehen wir mal von einem einfachen Rechts- Links- Muster aus. Einfarbig. Die günstigste Wolle kostet 1 Euro 50 Gramm. Ich brauche für so einen Schal 150 Gramm mindestens. Eher 200 Gramm. Die billige Wolle sieht in meinen Augen aber auch meistens recht billig aus. Wenn man was ein wenig besseres haben möchte, ist man bei ab drei aufwärts pro Knäuel. Deshalb gehe ich nun mal von Wolle für sagen wir 10 Euro Materialpreis aus. An dem Schal strickt man geschätzt mal so 10 Stunden- eher mehr.

Nun haben wir einen einfachen Schal, ohne aufwendige Details. Das Werkzeug kann man hier generell sicherlich vernachlässigen. Sind nur eine Stricknadel und eine Stopfnadel. Wenn man das öfters macht, hat man das eh daheim. Was würdest du für eine Schal bezahlen? Ich denke mal, wenn man 20 Euro nimmt, werden das manche noch bezahlen. 25 Euro vielleicht auch noch. Aber alles ab 30 Euro dürfte schwierig werden da Kunden für zu finden. Gehen wir also von 25 Euro aus. Haben wir einen Gewinn von 15 Euro gemacht. Sind bei 10 Stunden Arbeit ein Stundenlohn von 1,50 Euro.

Damit wäre die Frage, ob sich das lohnt, wohl beantwortet. Klar kann man nun argumentieren, ach ich mach das Abends neben dem Fernsehen und nehme nur billige Wolle. Klar ist dann der Gewinn höher. Aber wenn man damit ein wirkliches Einkommen erzielen will, muss man einmal aufwendiger arbeiten, bessere Wolle nehmen und so weiter.

Das ganze würde sich nun sicherlich auch Pullover und andere Sachen umlegen lassen. Selbst gestrickte Socken werden für maximal 20 Euro verkauft. Hier in der Regel auch ohne aufwendige Muster. Alleine die Sockenwolle dafür kostet aber schon ab acht Euro aufwärts. Zumindest bekommt man hier keine Sockenwolle von halbwegs Qualität, die weniger als 3,95 Euro kostet. Mit viel Glück mal die Farben sie auslaufen für 2,95 Euro. Arbeitszeit sind hier auch ein paar Stunden. Auch hier die Frage, lohnt sich das wirklich?

Für Abends mal nebenbei sicherlich eine Option. Aber wirklich was dran verdienen kann man in der Regel nicht. Es sei denn man kann wirklich günstig an das Material ran.

» XL » Beiträge: 680 » Talkpoints: -0,02 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Es kommt eben darauf an, wo du die Stricksachen dann anbieten willst. Da du privater Verkäufer bist, darf du die Waren nicht überall anbieten. Zum Beispiel nur bei dawanda und in Tauschbörsen. Bei ebay würde das unter gewerblich fallen und könnte dich erhebliche Strafe kosten.

Noch dazu kommt es darauf an, was du strickst. Ich sehe in Tauschbörsen öfter Stulpen, Mützen und auch Dreiecksschals. Meine gestrickten Schals als Bändchenwolle habe keinen guten Anklang gefunden und ich habe am Ende einige entsorgt, weil ich darauf sitzen geblieben bin. Ich habe dann teils nur nach Nachfrage gestrickt und eben direkt dazu gesagt, dass es einige Tage dauern kann. Ob es sich dann wirklich lohnt, musst du eben selbst für dich schauen.

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» Nelchen » Beiträge: 32238 » Talkpoints: -0,25 » Auszeichnung für 32000 Beiträge



Die fertig gekauften Stricksachen sind selbst von hochwertigen Firmen billig zu kaufen. Du kannst es nicht billiger machen, zumal man auf keinen Fall die billigste Wolle nehmen kann. XL hat dir wunderbar alles Wichtige mitgeteilt. Wenn du nun gerne strickst, dann stricke für dich selbst oder zum Verschenken an Geburtstagen oder Weihnachten an liebe Menschen, die du beschenken willst. Die werden sich über selbst Gestricktes ganz sicher freuen. Da du ja deine Arbeitszeit einbringst, musst du nur die Wolle kaufen.

Etwas noch: Wenn du Wolle kaufst und du weißt nicht, wie viel du benötigst insgesamt, nimmt ein Knäuel mehr. Beim Nachkaufen haben die Geschäfte nicht immer die richtige Farbnummer. Da kann die Farbe schon einmal etwas anders ausfallen. Wenn du das Knäuel nicht brauchst, kannst du es zurückbringen. Voraussetzung ist natürlich der Kassenbon.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Die Arbeitszeit und das Material bekommst du nicht heraus. Es gibt Strickmaschinen, die das schneller machen. Stricken ist nur noch als Hobby zur Individualisierung der eigenen Garderobe geeignet oder als sehr persönliches Geschenk. Aber wenn Stricken Spaß macht, kann man für sich selber tolle Sachen stricken. Aber fürs gewinnbringende Verkaufen ist das nichts.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Also wenn man allein über die Preis von Wolle rechnen will, so muss man bei 89 Cent für billige Wolle beginnen. Wobei gerade die Wolle aus dem Pfennigpfeiffer nicht unbedingt von schlechter Qualität ist. Auch entsprechende Aktionsware in Discountern hat eine recht gute Qualität. Allerdings bekomme ich mit einem Gewerbeschein die Wolle im Großhandel noch wesentlich günstiger. Dort allerdings eben nur in Abpackungen von mindestens zehn Knäuel.

Nun muss man aber beim Verkauf die Sache noch ein wenig anders betrachten. Strickt man wirklich bewusst, um damit Geld zu verdienen, dann wird man Preise veranschlagen müssen, welche kaum jemand bezahlen mag. Es lohnt sich also am Ende nicht.

Strickt man aber so nebenbei, wie ich abends beim Fernsehen, dann kann man auch zu vernünftigen Preisen anbieten. Und das wird dann auch gekauft. Wobei der Trend nun eher dahin geht, dass die Leute etwas ausgefallenes, einmaligen haben wollen. Mit einfachen rechten und linken Maschen kommt man damit nicht wirklich weit.

Allerdings solltest du dir im Moment noch keine Illusionen machen. Wenn du noch im Lernprozess bist, vermute ich, dass du weder ein ganzes Stück wirklich gleichmäßig schaffst und das noch Fehlerfrei. Und das ist wichtig, dass man das hinbekommt.

» Punktedieb » Beiträge: 17325 » Talkpoints: 21,78 » Auszeichnung für 17000 Beiträge


Naja, ich weiß nicht wirklich, ob es dafür einen richtigen Markt gibt. immerhin sind Strickwaren aus anderen Ländern natürlich mal wieder sehr viel günstiger und vor Allem sind die Vertriebswege für Kleinhändler fast unmöglich. Allerdings glaube ich, dass man Strickwaren auf Märkten wie dem Ostermarkt oder dem Weihnachtsmarkt sehr gut verkaufen kann. Auch Mittelaltermärkte sind immer wieder gerngesehener Ort für den Verkauf von selbstgemachter Ware alles Arten.

» Jay1_Oskara » Beiträge: 70 » Talkpoints: 19,35 »



Was hast du dir denn so vorgestellt? Schals, Mützen, Socken? So etwas strickt halt wirklich fast jeder und dementsprechend viele Angebote findet man auch auf Etsy und Co. Es gibt schon Leute, die dort auch mit solchen 0815 Artikeln Erfolg haben, aber die Sachen werden dann wirklich professionell präsentiert und die Designs sind auch originell und von Heute auf Morgen hatten diese Shops sicher auch keinen Erfolg. Ich denke, dass du auf jeden Fall originelle Ideen und einen langen Atem brauchst um dich auf diesem Markt zu etablieren.

Ich habe unter anderem schon Taschen für andere gestrickt und genäht (gestrickte Taschen brauchen ja ein Innenfutter) und arbeite im Moment auch wieder an einer, aber das waren alles Geschenke. Wenn ich die Taschen verkaufen würde müsste ich dafür dreistellig verlangen und die Frage ist dann eben, wer bereit wäre so viel zu bezahlen. Die meisten würden dann doch lieber zu einer Tasche von einer Modekette greifen, die dann zwar nicht so individuell und aufwendig gestaltet ist, aber auch weniger als die Hälfte kostet.

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» Cloudy24 » Beiträge: 26891 » Talkpoints: 167,17 » Auszeichnung für 26000 Beiträge


Ich habe wenig Erfahrungen damit gemacht, was das kaufen von gestrickten Sachen angeht. Meine Mutter strickt selber, und wenn ich etwas benötige, dann frage ich einfach sie. Außerdem mag ich es irgendwie aus bestimmten Gründen nicht Dinge zu tragen die von jemanden anders gestrickt worden sind. Aber ich glaube auch nicht das man den Markt als besonders lukrativ bezeichnen kann.

Es ist hier wohl ähnlich wie bei vielen anderen Handarbeiten, man vierdient nur sehr wenig. Hauptberuflich hat man hier wohl kaum eine Chance. Oben wurde ja schon gut erläutert wie viel man in etwas verdient. Wenn man aber wirklich Spaß am Stricken hat, und es eher als Hobby betreibt und eigentlich schon gar nicht mehr weiß wo man mit den ganzen gestrickten Sachen hin soll, ist es bestimmt eine gute Alternative die Sachen zu verkaufen, damit man sich neue Wolle kaufen kann. Ich würde die Sachen dann aber auch eher im Auftrag stricken, denn oft bekommt man dafür viel mehr Geld, als wenn man wahllos irgendwelche Waren verkauft.

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» Finja18 » Beiträge: 1296 » Talkpoints: 61,63 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Erst vorgestern hat meine Mutter jemandem zwei selbstgestrickte Schals abgekauft, habe ihn heute getragen und er war besser als jeder andere den ich bis jetzt hatte.

Wenn du Spaß daran hast und jemanden findest, der dir das abkauft, warum nicht? Du solltest aber, wie schon von einigen anderen genannt, darauf achten für wieviel du sie verkaufst. Wir haben sie für 12Euro bekommen, du solltest dir also keine Unsummen dafür vorstellen. Ansonsten Viel Glück, wenn du es versuchen willst.

» Renyu » Beiträge: 26 » Talkpoints: 14,00 »


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