Weisheitszähne ziehen - Wie läuft es ab?
Grade eben habe ich schon in einem anderen Thread zum Thema
Weisheitszähne gefragt, wie schmerzhaft ein solcher Eingriff wirklich ist. Wie gesagt, ist es zwar noch nicht sicher, aber doch recht wahrscheinlich, dass meine Weisheitszähne bald raus müssen. In meiner Familie wäre ich der erste überhaupt, dem die Weisheitszähne gezogen werden müssten und daher kann mir auch jetzt keiner so genau sagen, was da auf einen zukommt.
Im Internet liest man zwar allerhand Geschichten zu diesem Thema, aber irgendwie ist niemand in der Lage, schlicht und einfach mal den Ablauf zu schildern, wie das ganze vor sich geht. Sicher werde ich mit dem Arzt vor dem Eingriff auch noch ein klärendes Gespräch haben, aber ich würde gerne schon vorher wissen, was da auf mich zukommen kann. Wie läuft dieser Eingriff im Detail ab? Wie lange dauert es, bis ein Zahn, oder alle vier Zähne draußen sind? Verliert man hierbei viel Blut? Wer kann sich noch an seinen Eingriff erinnern und kann mir schildern, was da abläuft?
Meine Weisheitszähne wurden schon vor einer Ewigkeit gezogen, und das ganze lief damals unter Vollnarkose ab. Soweit ich weiß, wird dies mittlerweile wohl vermehrt unter Teilnarkose gemacht; dazu kann ich nichts sagen. Bei der Vollnarkose lief es so ab, dass ich narkotisiert wurde, runter zählen musste und dann war ich auch schon weg. Als ich danach aufgewacht bin habe ich erst nichts gemerkt, aber nach und nach kamen leichte Schmerzen beziehungsweise ein Unwohlsein dazu; richtig heftige Schmerzen hatte ich zwar nicht, aber angenehm ist anders.
Meinem Freund wurden unter Teilnarkose die Weisheitszähne entfernt; das hat wohl so lange nicht gedauert, war aber recht unangenehm. Schmerzen hat er keine verspürt, nur das herum ziehen und "poltern" in seinem Mund, als der Arzt da zu Gange war. Wie es sich mit den Schmerzen, oder auch den dicken Backen nach der OP verhält, ist bei jedem anders. Manchen sieht man es gar nicht an, bei anderen sind die Wangen derbe geschwollen. Manche bluten danach viel, andere wenig bis gar nicht.
Ich kann zu der OP an sich dank Vollnarkose nicht viel sagen, bei meinem Freund war es aber nicht so schlimm wie man denkt; er durfte zum Beispiel sogar Musik hören, damit er die ganzen Geräusche und so weiter nicht mit hören musste. Es war sehr unangenehm, aber Schmerzen hatte er während dem Eingriff keine. Bei der Ziehung der Weisheitszähne läuft es bei jedem anders ab, vom Empfinden her, von den Schmerzen, und ob man wie viel Blut verliert. Es ist halb so schlimm, aber ansonsten musst du einfach abwarten, wie sich das bei dir entwickelt.
Mir wurden erst kürzlich zwei Weisheitszähne gezogen, mit örtlicher Betäubung. Soweit ich weiß, wird heutzutage erst ab vier (es gibt ja auch das seltene Phänomen mit sechs Weisheitszähnen)Weisheitszähnen eine Vollnarkose benutzt. Zu Beginn wurde mir einfach die Betäubung ins Zahnfleisch bzw. in den Gaumen gespritzt. Dann musste ich glaube ich so 10-15 Minuten warten, bis dann die Operation anfing. Ich hätte mit meinem MP3-Player Musik hören dürfen, damit ich die Geräusche nicht so höre, aber letztendlich habe ich mich doch dagegen entschieden, weil der Arzt möglicherweise mit einem spricht, was ich dann vielleicht nicht gehört hätte. Aber grundsätzlich ist das Musikhören erlaubt, sogar empfohlen.
Bei meinem ersten Weisheitszahn (links unten) wurde erst mit einem elektrischen Gerät irgendwie rumgesägt oder so, und dann nach und nach rausgehebelt. Wie lange das gedauert hat, weiß ich nicht mehr, vielleicht so 4-5 Minuten. Dann wurde er zugenäht und auch eine Art Medizinbeutel oder so in die Backentasche gesteckt. Dann wurde der rechte obere Weisheitszahn gezogen, was ungefähr innerhalb einer Minute geschehen war. Die Wunde wurde dann auch zugenäht, und ich habe auf beiden Seiten Wattebausche in den Mund bekommen, die ich nach einer Stunde wieder entfernen sollte. Dann war die OP auch schon gelaufen. Die ganze Operation hat mit der Betäubung ungefähr 30 Minuten gedauert, soweit ich mich erinnnern kann. Allgemein kann man sagen, dass obere Weisheitszähne immer schneller und einfacher gehen als untere, weil die irgendwie weniger im Knochen verwachsen sind oder so. Eine Woche später wurden dann die Fäden gezogen und der Medizinbeutel wieder entfernt. Das Fädenziehen hat ungefähr eine Minute gedauert und war ohne Betäubung, also wirklich nur kurz.
Geblutet habe ich nach der Operation ungefähr ein bis zwei Stunden schon ziemlich, aber danach nur noch wenig. Am nächsten Tag habe ich dann kaum noch bzw. gar nicht mehr geblutet. Viel Blut verliert man in der Regel also nicht. Beim Fädenziehen habe ich auch ein bisschen geblutet (schmeckt man ja), aber nach 10 Minuten hatte es dann schon wieder aufgehört.
Meinem Sohn sind alle vier Weisheitszähne in einer Sitzung mit örtlicher Betäubung entfernt worden. Es hat nicht länger als eine halbe Stunde gedauert. So leicht verblutet man nicht, wenn man sich nicht gerade eine Pulsader aufschneidet, es sind ja keine großen Adern im Zahnfleisch. Es war zwar hinterher etwas unangenehm, aber nicht so schlimm, wie ich mir ausgemalt hatte. Du brauchst also keine Angst davor zu haben, wenn der Zahnarzt handwerklich geschickt ist. Es war nicht schlimmer, als einen Backenzahn zu ziehen. Schmerzen hast du währenddessen eh nicht.
Mir wurden alle 4 Weisheitszähne auf ein Mal und unter Vollnarkose gezogen. Anders wäre es aufgrund der schiefen Lage der Zähne und Wurzeln nicht möglich gewesen, und ich war ehrlich gesagt auch heilfroh, dass mein Zahnarzt das so gemacht hat. Denn was Zahnarzt allgemein und Spritzen in den Kiefer angeht, bin ich ein Schisser.
Ich musste für die OP ins Krankenhaus, da mein Zahnarzt dort Belegbetten hat und kein Anästhesist zu ihm die Praxis kommen musste. Allerdings war es eine ambulante OP, so dass ich morgens um halb 7 ins Krankenhaus gefahren wurde, und gegen 15:30 Uhr hat mein Mann mich wieder abgeholt.
Von der OP selbst habe ich selbstverständlich nichts mitbekommen, aber hinterher ging es mir doch sehr schlecht. Ich hatte eine riesige Schwellung, allerdings nicht an den Wangen wie bei Mumps, sondern bei mir ist die Schwellung in den Hals gezogen und ich hatte tagelang einen wortwörtlich dicken Hals. Blutergüsse hatte ich so gut wie keine, meine Wangen waren nur leicht gelblich gefärbt und das ging recht schnell wieder weg.
Mit dem Essen ging es die ersten Tage nicht so gut, denn trotz Schmerzmittel und Antibiotika konnte ich den Mund nicht wirklich aufmachen, um zu essen. Also hat mein Mann Suppen und Brühe für mich gemacht, das ging zur Not auch durch einen kleinen Spalt in den Mund. Ich muss dazu sagen, dass ich das Antibiotika anfangs nicht vertragen habe, und dann ein anderes brauchte. Es ist nicht angenehm, sich mit vier frischen Nähten im Mund zu übergeben.
Zum Glück hat da mein Zahnarzt aber auch sehr schnell reagiert.
Nach einer Woche musste ich dann zum Fäden ziehen gehen, was dann so ziemlich das Ende der Abheilung ist. Wobei ich danach noch eine weitere Woche krank geschrieben war. Die Schwellung am Hals wollte nicht so zurück gehen, und da durfte ich mich noch ein wenig erholen, zumal ich auch einen relativ anstrengen Beruf habe mit viel schwerem Heben. Das wollte mein Arzt mir dann nicht zumuten.
Letztendlich ist das mit den Schmerzen aber bei jedem Anders. Und auch, ob man nun eine Schwellung nach der OP bekommt, oder nicht. Auch muss man dazu sagen, dass diese OP mit Vollnarkose nicht immer gemacht wird, das hängt auch von einigen Faktoren ab, die der Zahnarzt beurteilt. Und die Krankenkasse zahlt im Normalfall die Vollnarkose nur bei Kindern bis 12 Jahren.
Ich habe vor ein paar Jahren auch alle 4 Weisheitszähne auf einmal heraus bekommen, dafür habe ich dann auch eine Vollnarkose bekommen. Diese musste ich damals noch nicht selbst zahlen. Allerdings ist das heute anders. Bei meinem Partner werden nächsten Monat alle 4 Weisheitszähne unter Vollnarkose gezogen und für die Narkose muss er alleine schon 230 Euro bezahlen. Das ist natürlich schon eine stattliche Summe, aber es ist so einfach viel angenehmer, wenn man eben alles verschläft.
Ich bin dann auch irgendwann wieder beim Zahnarzt aufgewacht und wusste auch direkt wo ich bin und war gar nicht durcheinander. Ich habe dann direkt beim Zahnarzt solche gefrorenen Einweghandschuhe mit Wasser gefüllt zum kühlen bekommen. Ich habe dann auch sehr viel gekühlt, was wirklich gut war. So bald ich den Kühlbeutel weggelegt habe, konnte ich merken, wie meine Wangen anschwollen. Ich hatte nur bei einem Zahn anschließend Probleme, dass es stark nachgeblutet hat. Ich sollte dann ganz ruhig im Bett liegen bleiben und den Kopf nicht bewegen. So hat es dann auch aufgehört.
Nach 10 Tagen wurden bei mir auch die Fäden gezogen, was überhaupt nicht weh tat. Die beiden oberen Löcher, waren so klein, dass ich dachte, dass sie vergessen hätte, die beiden Zähne zu ziehen. Ich würde es immer wieder unter Vollnarkose machen lassen.
Mein Eingriff ist erst zwei Tage her, daher kann ich mich noch sehr gut daran erinnern. Ich kann dir davon erzählen, wie es bei mir abgelaufen ist, aber letztendlich kommt das immer auf die Lage deiner Weisheitszähne an. Manchmal wachsen sie sehr schief oder sind sogar an der falschen Stelle, da gibt es allerlei verschiedener Szenarien und je nachdem muss der Kieferchirurg eben individuell handeln und operieren. Zudem können während der Operation Komplikationen auftreten, zum Beispiel dass die Kieferhöhle geöffnet ist oder der Kiefernerv getroffen wird. Je nachdem läuft die Behandlung anders ab.
Bei mir kamen bei der Operation die beiden Zähne rechts heraus. Der im Unterkiefer war vorher entzündet und musste daher auf jeden Fall raus, damit er mir nicht noch mehr Ärger bereitet. Meine Kieferchirurgin hat mir erst einmal die Betäubungsspritzen gegeben, soweit ich mich erinnere, waren es zwei in den Unterkiefer und eine in den Gaumen. Dann hatte ich Zeit, um meine Musik einzurichten, die ich nebenher hören durfte. Dann hat meine Kieferchirurgin getestet, ob die Betäubung wirkt, aber da ich noch etwas gespürt habe, hat sie mir dann noch eine Spritze gegeben. Danach war alles taub und es konnte los gehen.
Soweit ich weiß, hat sie mir erst einmal das Zahnfleisch, das sich über den Zahn gelegt hat, weggeschnitten. Dann hat sie ein Teil des Zahnes weg gesägt, weil er eben ein wenig blöd lag. Das war eigentlich das einzig unangenehme Geräusch während der Operation, alle anderen Geräte waren sehr leise und es war mit der Musik nebenher wirklich ertragbar. Der Zahn war schneller draußen, als ich es mir vorstellen konnte, es hat gerade mal fünf Minuten gedauert. Zum Schluss wird die Wunde dann noch zugenäht und dann kommt es zu dem selben Szenario eben noch bei den anderen Zähnen. Mein oberer Zahn war noch vollkommen unter dem Zahnfleisch und als er sich dann gelöst hat, kam ein leichtes Druckgefühl, aber es tut nicht weh und ist auch nicht schlimm, soweit man eben weiß, dass es normal ist. Danach hat meine Kieferchirurgin noch getestet, ob sich die Kieferhöhle während der Operation geöffnet hat. Dazu hat sie mir die Nase zugehalten und ich musste durch den Mund ausatmen. Dann war es auch schon vorbei.
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