Welche Therapie bei gespaltener Persönlichkeit?

vom 22.09.2012, 21:47 Uhr

Wie therapiert man eigentlich eine gespaltene Persönlichkeit? Ist so eine Krankheit wirklich heilbar oder muss man ein Leben lang irgendwelche Medikamente nehmen? Denkt ihr, dass man, wenn man diese psychische Erkrankung hat jemals ein "normales" Leben führen kann? Oder können die verschiedenen Persönlichkeiten immer wieder zum Vorschein kommen? Ist eine lebenslange Therapie notwendig?

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» MissMarple » Beiträge: 6786 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Vorneweg ist zu sagen "die Therapie" gibt es bei den von Dir angesprochenen Krankheiten nicht, da sich alle dieser schizophrenen Erkrankungen in Art und Symptomen stark unterscheiden. Es gibt daher auch eine ganze Gruppe von Therapien, die fein abgestimmt angewendet werden müssen, um eine Besserung zu erzielen. Eine Ausheilung oder Beseitigung der Schizophrenie ist nach aktuellem Wissensstand noch nicht möglich, aber es ist mit der richtig eingestellten Therapie in manchen Fällen möglich die Symptome gegen Null zu reduzieren.

Die Therapie ist dem Laien schwer zu vermitteln, deshalb versuche ich es vereinfacht darzustellen. Vor allem zu Beginn werden viele Medikamente verabreicht, die die akuten Symptome vermindern, indem die Signale teilweisee blockiert werden. Gleichzeitig versucht man mittels Elektrotherapie, Bewegungstherapie und auch Hormontherapie den Organismus einzustellen. Der langfristig wichtigste Schritt ist die Arbeit mit Soziologen, Ergotherapeuten, Psychologen und anderen Erkrankten.

Der Mammuthteil der Therapie muss langfristig gesehen nämlich das Übergehen von einer medikamentösen Therapie in eine immer mehr nichtmedikamentöse Therapie sein. Dazu ist es wichtig, dass die Psyche beruhigt wird, ein ganz klarer Tagesablauf generiert wird und Stress- oder Angstfaktoren komplett vermieden werden. Ein Ausbruch kann Monate Arbeit kaputt machen. Die Arbeit mit den Psychologen und anderen Erkrankten mittels Gruppentherapie sorgt dafür, dass die Psyche stabil ist und das Bewusstsein stets aktiv bleibt. Die Ergotherapie und Soziotherapie sorgt dafür, dass der Alltag geregelt und nicht zu sehr eingeschränkt ist.

Bleibende halluzinative Symptome müssen weiterhin mit Psychotica behandelt werden. Das klingt alles sehr viel und sehr bemitleidenswert, aber die Einstellung ersteinmal durch viel Arbeit gelungen, kann man recht gut damit leben. Die Krankenkassen dazu zu bekommen, das alles gerade auch bei älteren Patienten zu bezahlen, ist leider die Schattenseite dieser Therapie, denn große Summen müssen oftmals über Stiftungen und Privatgelder finanziert werden. Ich hoffe, das gibt Dir einen kleinen Einblick. Hast Du weitere Fragen, zöger nicht, zu fragen. :-)

» benutzer7 » Beiträge: 2116 » Talkpoints: 49,80 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


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