Anzahl Antibiotikabehandlungen - wann wirds bedenklich?
Mein Hausarzt verschreibt gerne Antibiotikum und ich mag das gar nicht so gerne. Eine Bekannte, die beim gleichen Arzt ist, hat von ihm in diesem Jahr schon 3 oder 4 Antibiotikumbehandlungen verschrieben bekommen. Sie nimmt auch immer brav die Packungen zu Ende. Ich finde das sehr viel. Ab wann kann man sagen, dass es bedenklich ist oder ist es egal? So wie ich es sehe, verschreibt er auch immer anderes Antibiotikum und nie das Gleiche. Ist das in Ordnung?
Denkt ihr, dass man ruhig so viele Behandlungen machen kann, wenn man eben oft krank ist oder sollte man das lassen?
Ich kann keine genaue Anzahl nennen, ab der eine weitere Antibiotika-Behandlung im Jahr kritisch wird, allerdings wäre für mich schon einmal im Jahr zu viel. Auch leuchtet mir nicht ein, wie man es schafft, sich in einem Jahr so viele Krankheiten einzufangen, bei denen Antibiotika wirkungsvoll sind. Denn schließlich helfen Antibiotika nur bei bakteriellen Infektionen, aber nicht bei viralen.
Wenn dein Hausarzt so schnell jedes Mal auf Antibiotika zurückgreift, würde ich mir stark überlegen, ihn zu wechseln. Schließlich tust du deinem Körper damit nicht unbedingt etwas Gutes. Du machst jedes Mal deine Darmflora kaputt und bist anfälliger für Pilze. Auch wer schon einmal eine allergische Reaktion auf Antibiotika hatte, wird immer zuerst nach Alternativen suchen. Denn das ist wirklich nicht lustig. Ich bin immer der Meinung, dass wenn die Erkrankung nicht all zu schlimm ist, man lieber auf die Einnahme von Antibiotika verzichten sollte. Zum Beispiel werden diese sehr gerne bei einer Mandelentzündung verschrieben. Ich habe irgendwann darauf verzichtet und meinem Körper die Möglichkeit gegeben, selber damit fertig zu werden.
Welches Antibiotikum einem verschrieben wird, hängt davon ab, um welche Bakterien es sich handelt. Denn Antibiotikum ist nicht gleich Antibiotikum. Eines, das bei einer Mandelentzündung hilft, ist vielleicht bei einer Borreliose-Erkrankung wirkungslos.
Je nach Form erwische ich vier bis fünfmal im Jahr eine bakterielle Bronchitis. Das bedeutet für mich, dass ich Antibiotika bekomme. Meine Begeisterung hält sich zwar in Grenzen, aber ich werde die Erkrankung ohne Antibiotika nicht los. Ich bekomme jedoch immer im jährlichen Wechsel, oder wenn das Antibiotikum nicht wirkt, ein anderes, um Resistenzen zu umgehen. Ich bin aber zum Beispiel auf einen Teil der Penicillin-Gruppe allergisch, sprich ich muss andere Mittel bekommen.
Ich weiß selbst, dass viele Antibiotika nicht gesund sind, aber wenn man eine Erkrankung wirklich nicht anders los wird, dann muss man halt auch eine kaputte Darmflora in Kauf nehmen. Es gibt halt Menschen, die bei Erkrankungen immer in vorderster Reihe stehen und die es immer besonders heftig erwischt. Wenn es dir suspekt ist, dass dein Arzt dir auch so viele Antibiotika verschreibt, dann solltest du das Gespräch suchen. Ich habe mit meinem Hausarzt gesprochen und ich bekomme nur noch Antibiotika, wenn eine Erkrankung auf die Lungen schlägt. Ansonsten versuchen wir die Erkältung erstmal mit anderen Mitteln in den Griff zu bekommen, ehe es eine Bronchitis wird.
Antibiotika ist immer so eine Sache und sollte nicht bei jedem kleinen Kram gegeben werden, wenn aber Erkrankungen vorliegen die eine Behandlung mit Antibiotika voraussetzen, muss dies auch passieren und dann auch dementsprechend eingenommen werden.
Es ist aber so, dass der Arzt es ja auch einschätzen muss. Eine Zahl gibt es dafür nicht, und wenn die Sorte immer mal wechselt, sollte es da kein Problem geben. Ich finde aber, man darf nicht immer gleich mit dem Antibiotika beginnen und erst andere Möglichkeiten ausnutzen.
Man kann es nicht pauschal sagen, wie viele Behandlungen mit einem Antibiotikum noch vertretbar sind, das kommt immer auch auf den Gesundheitszustand des Einzelnen an. Wenn es eben erforderlich ist, dass mehrfach im Jahr ein Antibiotikum eingenommen wird, dann sollte man auch auf den Rat des Arztes hören und das Antibiotikum nehmen. Wichtig ist aber, dass es auch sicher ist, dass bei der Erkrankung auch wirklich ein Antibiotikum hilft, dass es also eine bakterielle Erkrankung ist.
Ich habe leider, zumindest in der Gegend, wo ich arbeite, oft das Gefühl, dass die Ärzte sehr schnell ein Antibiotikum verordnen, ohne wirklich zu untersuchen, ob es auch angebracht ist, diese Erkrankung mit einem Antibiotikum zu behandeln. Wenn man bei einem Arzt dieses Gefühl hat, ist es schon richtig, skeptisch zu sein und nochmals nachzufragen, ob das Antibiotikum wirklich erforderlich ist.
Grundsätzlich sollte man nicht bei jeder Kleinigkeit ein Antibiotikum nehmen. Man kann im Ernstfall dann resistent dagegen sein und dann erst ausprobieren müssen, was noch hilft. Ich habe von einem Antibiotikum vor zwei Jahren Nierenversagen bekommen und hatte trotz allem noch Glück, dass man mir im Krankenhaus noch helfen konnte. Wie der Arzt sagte, hätte ich den nächsten Tag nicht mehr erlebt ohne Cortison und Blutübertragung.
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