Zu viel Produktion an Magensäure - Woher kommt das?

vom 08.09.2012, 12:27 Uhr

Zu viel Magensäure verursacht Sodbrennen. Aber woher kommt so eine Überproduktion der Magensäure? Liegt es zwangsläufig an der Nahrung oder kann es auch organische Ursache haben? Welche organischen Ursachen stehen an erster Stelle bei einer Überproduktion der Magensäure? Was kann man gegen diese Überproduktion unternehmen? Kennt ihr das Gefühl, dass ihr schon in der Speiseröhre die Magensäure spürt und wie man so schön sagt "Sodbrennen" hat?

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» Sherlock-Holmes » Beiträge: 2025 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich kenne das Gefühl schon, habe es aber zum Glück nur sehr selten, so dass ich noch nichts dagegen unternehmen musste. Die Ursachen für eine erhöhte Magensäureproduktion können verschiedene sein. So kann Stress dafür sorgen, dass zu viel Magensäure produziert wird, aber auch Medikamente können Auslöser für ein Sodbrennen sein. Es hängt auch oft damit zusammen, was gegessen wird und in welchem Tempo. So kann sehr hektisches Essen ein Grund für ein Sodbrennen sein, aber auch sehr fette oder scharfe Speisen können ein Auslöser sein.

Organische Ursachen könnten defekte Schließmuskel am Magenausgang sein. Dadurch kommen dann Gallensäuren aus dem Zwölffingerdarm in den Magen und können die Schleimhaut schädigen. Auch ein defekter Schließmuskel am Übergang der Speiseröhre zum Magen kann ein Grund für das saure Aufstoßen sein. Es gibt einige Möglichkeiten der Behandlung mit verschiedenen Arzneimitteln. So gibt es Antacida, die die zuviel gebildete Magensäure etwas neutralisieren können. Diese Arzneimittel sind vor allem dann zu empfehlen, wenn die Beschwerden nicht so häufig auftreten.

Eine andere Möglichkeit ist die Behandlung mit einem Protonenpumpenhemmer, wie z.B. Omeprazol oder Pantoprazol. Diese wirken so, dass die Magensäure erst gar nicht im Übermaß produziert wird. Diese Medikamente werden eingesetzt, wenn die Beschwerden schon länger andauern und regelmäßig auftreten. Bei allen Arzneimitteln gilt aber, dass man diese ohne ärztlichen Rat nicht über eine lange Zeit einnehmen sollte. Wenn die Beschwerden häufiger und/oder längere Zeit auftreten, ist immer der Gang zum Arzt wichtig, um die Ursache abzuklären.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


Die Überproduktion an Magensäure kann vielerlei Gründe, was aber nicht heißt, dass man einen massiven Überschuss gleichzeitig auch merkt: Solange nämlich der Schließmuskel des Ösophagus am Mageneingang funktioniert, merkt man mehr oder weniger nichts davon. Das Sodbrennen beispielsweise kann ein Anzeichen auf eine Überproduktion sein, muss es aber nicht: In erster Linie ist es nämlich eine Muskelschwäche des besagten Muskels. In der Praxis sieht es aber so aus, dass beides miteinander in 99% aller Fälle zusammen vorkommt, also eine Überproduktion plus Muskelschwäche.

Die ernährungsbedingten Ursachen einer Überproduktion ist beispielsweise der Verzehr von süß- bzw. fetthaltiger Nahrung. Allen voran die fetthaltige Nahrung induziert eine massive Säureproduktion, weil sie ja länger im Magen verweilt. Darüber hinaus sind aber auch scharfe Lebensmittel ein Induktor der Magensäure, ebenso wie Alkohol oder Nikotin (allen voran das Rauchen).

Was man gegen die Magensäure - bzw. ihre Überproduktion - machen kann, ist das Verschreiben von sogenannten Protonenpumpeninhibitoren, wie meine Vorrednerin bereits richtig ansprach. Das sind beispielsweise die Wirkstoffe Omeprazol, Esomeprazol, Lansoprazol, Rabeprazol oder Pantozol. Alle haben dieselbe Wirkung, nämlich das "Verschließen" des entsprechenden Säurekanals in den Belegzellen, womit der Säuretransport in den Magen hinein gehemmt wird. Meist reicht bei leichtem Sodbrennen eine Tablette morgens vor dem Frühstück aus, um den ganzen Tag die massive Säureproduktion zu unterbinden. Ganz weg soll die Säure ja auch nicht, immerhin hat sie auch ihren Sinn, die gibt es nicht umsonst.

Eine andere Medikamentengruppe sind die sogenannten Histamin2-Antagonisten: Histamin ist ein sehr wichtiger Stimulator der Magensäuresekretion, heißt also, je mehr Histamin, desto mehr Magensäure. Mit dieser Medikamentengruppe blockiert man den entsprechenden Rezeptor an den Belegzellen, womit die Magensäurestimulation gehemmt wird. Cimetidin, Ramitidin, Nizatidin und Famotidin gehören beispielsweise zu dieser Gruppe. Zuguterletz gibt es dann noch die - wie ebenfalls oben erwähnt - die Antacida: Allerdings sind sie heute weitesgehend obsolet, weil man mit den PPIs grundsätzlich immer (sehr) guten Erfolg hat, was die Magensäureproduktion angeht. Ein weiteres Problem bei den Antacida ist, dass man nach deren Einnahme ein anderen Medikament frühestens nach 2 Stunden einnehmen kann, diese Zeitintervalle müssen dann dringlichst beachtet werden.

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge



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