Artet Stents setzen langsam zum Volkssport aus?

vom 05.09.2012, 22:01 Uhr

Mit scheint, dass die Chirurgen in Deutschland wieder mal was gelernt haben und nun an jedem Menschen ausprobieren wollen. Wo man auch hinhört, überall werden nur noch Stents gesetzt. In meinem Bekanntenkreis wurden im letzten halben Jahr 5 Menschen im Alter zwischen 40 und 60 Stents gesetzt. auch ein Onkel von mir, mein Opa und auch mein Vater mussten deswegen ins Krankenhaus. Nun soll auch eine Tante von mir ins Krankenhaus, weil man ihr Stents setzen will.

Sicher ist es schön, wenn die Medizin immer weiter ist und auch was machen kann, bevor etwas passiert. Aber ist das nicht reichlich übertrieben? Denkt ihr, dass es gut ist, wenn diese Stents gesetzt werden? Sind diese ohne Risiko? Können die in den Blutgefäßen bleiben ohne Schaden anzurichten? Es ist ja nun doch ein Fremdkörper oder sehe ich das falsch? Kennt ihr auch Menschen, die Stents haben?

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» Ampelmännchen » Beiträge: 1310 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Stents werden nicht nur bei verengten Blutgefäßen eingesetzt, sondern können auch Gallengänge freihalten. Sie können eigentlich bei jedem röhrenartigen Gang eingesetzt werden, wie auch bei der Luftröhre oder der Speiseröhre, wobei das wahrscheinlich im Gegensatz zu den anderen Einsatzmöglichkeiten nicht so häufig vorkommt.

Ich finde, Stents sind eine tolle Sache. Sie können minimal-invasiv eingesetzt werden und sind dadurch vor allem für ältere Patienten sehr gut geeignet. Ich würde es nicht unbedingt als Volkssport bezeichnen, denn die Chirurgen überlegen es sich sehr gut, ob man zum Beispiel bei einem verengten Blutgefäß einen Stent legt oder eine Bypass Operation durchführt. Da die Stents unterschiedlichen lange halten und zum Beispiel nach zehn Jahren gewechselt werden müssten, werden jüngere Patienten wahrscheinlich eher einen Bypass bekommen. Bei Patienten, die schon 70 Jahre alt sind und eine Bypass Operation vielleicht nicht überleben würden, ist es die sicherste Methode, einen Stent zu benutzen.

Da ein Stent nach einiger Zeit normalerweise mit dem Gewebe verwächst, ist die Gefahr eigentlich nicht vorhanden, dass er verrutscht. Da die Patienten, die einen Stent bekommen, wahrscheinlich auch ein höheres Risiko für die Bildung eines Gerinsels haben, bekommen sie sowieso Blut verdünnende Medikamente. Das Einzige, was eigentlich passieren kann, ist, dass eine Infektion an der Punktionsstelle auftritt. Leider kann es auch passieren, dass sich die Stellen des Blutgefäßes, die sich neben den Enden des Stents befinden, auch verengen. Deshalb sollten regelmäßig Nachuntersuchungen gemacht werden.

Sei froh, dass es Stents gibt und dass vielen Menschen somit eine schwere Operation erspart bleibt. Und sei froh, dass die Krankenkassen die Kosten übernehmen. Ein kleiner Stent kann schon einmal leicht den Preis eines Kleinwagens haben.

» Märie » Beiträge: 459 » Talkpoints: 15,45 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Ich kenne einige Personen, die schon Stents bekommen haben. Häufig ist das ja eine schnelle Sache die auch schnell und ohne eine große OP gemacht werden kann. Die Leute sind dann ebenso zügig wieder auf den Beinen. Eine Berechtigung sehe ich da natürlich.

Allerdings wird in unserem Gesundheitssystem gern viel eingesetzt und verbaut, was schlicht und einfach von den Kassen relativ problemlos bezahlt wird. Mittlerweile gewinne ich daher zunehmend den Eindruck, dass gewissen Operationen oder medizinische Maßnahmen aus diesem Grund geradezu zur Modeerscheinung gemacht werden. Momentan sind auch MRTs sehr beliebt.

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» Bellikowski » Beiträge: 7700 » Talkpoints: 16,89 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



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