Kann man einen Kontrollzwang als Krankheit bezeichnen?
Ist ein Kontrollzwang eine anerkannte Krankheit? Kann man diese auch therapieren lassen? Wie bekommt man einen Menschen, der unter Kontrollzwang leidet dazu sich therapieren zu lassen? Würde diese Therapie die Krankenkasse bezahlen? Ist ein Kontrollzwang nicht auch für den betroffenen Menschen selber nervig?
Ob ein Kontrollzwang in dem Sinne krankhaft ist oder nicht, kommt immer auf das Ausmaß an, natürlich kann ein Kontrollzwang ein Krankheitszustand sein und demnach dann auch therapiert werden. Je nachdem wie ausgeprägt er ist, handelt es sich dabei dann letzten Endes um eine zwanghafte Personllichkeitsstörung, die natürlich definitiv nach einer Therapie verlangt. Übertreiben darf man aber nicht, denn besonders was jetzt Verhalten innerhalb einer Beziehung angeht, neigen Partner häufiger mal dazu, vorschnell zu behaupten, jemand habe den Kontrollzwang, was hier aber häufig nichts anderes ist, als Eifersucht.
Kontrollzwang kann eine Krankheit sein, je nach Ausmaß der Zwänge. Und ob solch ein Kontrollzwang für den Betroffenen nervig ist. Wenn er nicht dagegen angehen kann, wird es für ihn eine schlimme Belastung und vor allem immer schlimmer. Deshalb sollte man mit derartigen Kontrollzwängen einen Arzt aufsuchen, der eine Therapie verordnen kann. Auf keinen Fall sollte jemand Kontrollzwänge auf die leichte Schulter nehmen.
Es geht bestimmt nicht darum, wenn jemand überprüft, ob der Herd abgestellt ist und das Wasser abgedreht bevor er die Wohnung verlässt. Das gehört für mich noch zur Sorgfaltspflicht. Denn man könnte auch mal etwas vergessen. Aber wenn jemand aus der Wohnung geht, aber noch zwei- oder mehrmals die Tür wieder öffnet und nachschaut, ob der Herd auch wirklich aus ist, ist das schon krankhaft. Und dann sollte gehandelt werden, sonst wird es noch schlimmer.
Versucht ein mit Zwängen behafteter Mensch, dem nicht nachzugeben, kann er einen kleinen Erfolg erringen. Andererseits könnte er aber auch unterwegs seine Gedanken so darauf konzentrieren, dass die Angst vor eventuell eintretenden Folgen seines Nicht-Kontrollierens riesengroß wird, so dass er psychisch total krank wird. Und das ist dann noch schlimmer.
Verordnet der Arzt eine Therapie, wird das auch die Krankenkasse bezahlen. Ob sie vorab genehmigt werden muss, ist mir nicht bekannt. Aber da kann man sich bei der Krankenkasse direkt erkundigen. Wie man solch einen Menschen bewegen kann, zum Arzt zu gehen, weiß ich nicht. Das kann man nur versuchen und hoffen, dass er selbst die Notwendigkeit einsieht.
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