Galle bei Gallensteinen herausnehmen oder nicht?
Ich habe Gallensteine und bekomme von verschiedenen Ärzten unterschiedliche Empfehlungen, ob ich mich operieren lassen soll oder nicht. Wobei in meinem Falle operieren heißen würde, die ganze Galle herausnehmen. Eine Funktion hat meine Galle mit den sehr großen Steinen, die ich habe, eh nicht mehr. Zum Zertrümmern sind die Steine zu groß. Ich lasse sie drinnen, weil mir eine Operation zu riskant erscheint. Anscheinend sterben viele Leute in hohem Alter, ohne jemals gewusst zu haben, dass sie Gallensteine haben. Andererseits wird eine Operation, wenn sie dann doch einmal sein muss, im Alter durch die allgemeinen Operationsrisiken, die ja bei jeder Operation vorhanden sind, gefährlicher.
Die letzten Jahre habe ich das Thema verdrängt, weil ich keine Beschwerden habe. Aber ich fange jetzt wieder an zu überlegen, ob eine Operation sinnvoll ist. Die Ärzte würden sie auch durchführen, raten allerdings auch nicht direkt dazu. Ich muss also selber entscheiden. Wie würdet ihr entscheiden? Abwarten und hoffen, dass nichts passiert, zum Beispiel eine Entzündung der Gallenblase, oder operieren, bevor die Risiken wegen hohen Alters zu groß werden? Ich bin im besten (ich empfinde das so) Alter kurz vor 60.
Ein Bekannter von mir (23Jahre) musste vor kurzem auch ins Krankenhaus wegen seinen Gallensteinen. Er hat seine Gallenblase gleich mit raus gemacht bekommen, da es nicht das erste mal war mit den Steinen. Ihm geht es soweit super. Wie die Operation auf das Alter sich auswirkt ist fraglich. Sollten sich jedoch die Steine negativ auf die Gesundheit auswirken empfehle ich sie raus machen zu lassen.
Ob du dir die Gallenblase entfernen lässt oder nicht, musst du nur für dich entscheiden. Du solltest dir von keinem etwas einreden lassen, auch nicht von einem Arzt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viel zu voreilig operiert wird. In meinen Augen sind die meisten Metzger. Wenn man jeden Monaten mit Koliken in der Notaufnahme landet, ist eine Operation wahrscheinlich wünschenswert. Sollte man wie du keine Beschwerden haben, würde ich es persönlich nicht machen. Es wird ja auch nicht provisorisch der Blinddarm entfernt, nur damit er sich nicht irgendwann einmal entzündet (was auch im hohen Alter passieren kann).
Ich hatte auch Gallensteine und habe mich dann für die Operation entschieden, als ich mal wieder ziemliche Probleme hatte. Bei mir ging auch einige Jahre alles gut, bis es dann in einem Skiurlaub so schlimm wurde, dass ich die Schmerzen nicht ausgehalten habe und in Österreich ins Krankenhaus ging, um ordentliche Schmerzmittel zu bekommen. Gallenkoliken können sehr schlimm sein und außer schlimmen Zahnschmerzen habe ich bisher noch keine fieseren Schmerzen erlebt. Wir waren dann noch ein paar Tage in Österreich und die Schmerzen wurden auch etwas weniger. Als ich wieder ein paar Wochen in Deutschland war, fing es wieder ganz schlimm an. Mir wurde da auch direkt geraten, mich zeitnah operieren zu lassen. Da ich zu dem Zeitpunkt noch keine Operation hatte, hatte ich Angst und wollte den Eingriff eigentlich hinausschieben. Allerdings waren die Schmerzen wirklich stark und es sind ja auch gewisse Risiken damit verbunden, wenn die Gallensteine zu Problemen führen und man nichts dagegen unternimmt. Daher habe ich mich schlussendlich doch operieren lassen.
Natürlich müssen die Gallensteine nicht immer zu Problemen führen. In meinem Fall konnte man anhand der Beschaffenheit der herausoperierten Gallenblase schon erkennen, dass sie in der Vergangenheit schon entzündet und auch mit dem umliegenden Gewebe verwachsen war. Falls ein Gallenstein einen Gallengang verlegt, kann es im schlimmsten Fall zur Entzündung der Bauchspeicheldrüse kommen. Entzündungen bekommt aber nicht jeder, der Gallensteine hat. Bei manchen bleiben die Gallensteine sogar komplett unentdeckt, bei anderen sind sie bekannt, ohne dass sie Beschwerden verursachen. Bei meiner Omi wurde die Gallenblase erst im Alter von 70 Jahren entnommen, weil sie erst zu der Zeit Beschwerden hatte.
Falls du Probleme hast, würde ich mich operieren lassen. Der Eingriff ist vergleichsweise harmlos. Man ist schnell wieder auf den Beinen und dank minimal-invasiver Operationstechniken behält man nur kleine Schnitte zurück. Natürlich stellt jede Operation einen Eingriff in den Körper dar und ein gewisses Restrisiko gibt es immer. Falls man aber Probleme mit den Gallensteinen und sogar Gallenkoliken hat, ist das Risiko verschwindend gering im Vergleich mit dem Nutzen, den die Operation dann hat. Falls du keinerlei Beschwerden hast, würde ich den Eingriff nun auch nicht unbedingt durchführen lassen. Man muss sich nicht operieren lassen und kann damit alt werden. Solltest du dich aber für die Operation entscheiden, ist das nichts, wovor du Angst haben musst. Auch die Schmerzen, die man anschließend vielleicht hat, sind sehr gering und verschwinden schnell wieder.
Was soll man da so raten, ohne dich je gesehen oder untersucht zu haben? Von einer Bekannten die auch Gallenprobleme hat habe ich erfahren, dass die Ärzte bei Steinen gerne die Galle entfernen, weil es da ein gewisses Risiko gibt, dass durch die Reizung die die Steine hervorrufen Entzündungen entstehen können die dann wohl wiederum das Risiko für Gallenkrebs erhöhen sollen. Ob das nun stimmt, weiß ich nicht sicher.
Natürlich, Leben ist immer Risiko, jeden Tag. Aber überlege Dir, was dir wichtiger ist. Ein Leben mit Gallenblase und erhöhtem Risiko oder die ruhige Gewissheit, ein Risiko minimiert zu haben? Andererseits hat eine Operation auch immer ein gewisses Risiko. Das muss man in einer ruhigen Minute für sich abwägen, welches Risiko einem schlimmer erscheint.
Andererseits kann ich die Ärzte auch verstehen. Wenn du als Arzt weißt, dass dieses Krebsrisiko besteht, du deinem Patient nicht die Operation nahe legst und der dann wirklich Krebs entwickelt, dann kann der dich vermutlich auch verklagen, dass er dein Leben aufs Spiel gesetzt hat. Wenn er nachweisen kann, dass er sein möglichstes getan hat und dir zu der Operation geraten hat, dann kann man ihm juristisch nicht am Standbein sägen. In der Lage würde ich mich als Arzt vermutlich auch eher dazu entscheiden, zur Operation zu raten.
Die Bekannte, die mir das mit dem Krebs erzählt hat, hat neulich eben auch ganz heftige Gallenkoliken bekommen und unter den Schmerzen arg gelitten. Auch wenn man nicht gleich den Teufel mit dem Krebs an die Wand malen muss, so eine Kolik ist sicher kein Spaziergang, wie ich gehört habe. Mit 60 ist man auch noch nicht so extrem alt, dass man mit einer Operation bald in enorme Schwierigkeiten gerät. Allerdings kann man eben auch das nicht pauschal sagen. Manche sind mit 60 fitter als andere mit dreißig und andere sind mit 60 eben schon schwer krank. Wie nun von Dir die Operation vertragen wird, weiß man eben nicht vorher und schon gar nicht ohne dich zu kennen.
Wenn dir deine Ärzte verschiedene Empfehlungen geben, würde ich noch einen dritten Arzt dazu ziehen und um Rat fragen. Dazu würde ich mich an einen guten Facharzt wenden, also an einen Internisten. Aber vielleicht ist das ja schon geschehen?
Bliebe noch die Möglichkeit auf anderem Wege etwas für die Galle zu tun. Als erstes fällt mir dazu ein, auf eine Gallen-Schonkost umzusteigen. Ebenso gibt es verschiedene Ansichten, wie man mit Naturheilkunde die Galle wieder auf Vordermann bringt. Ich würde da an deiner Stelle einen Arzt oder vielleicht auch einen zuverlässigen Heilpraktiker bitten, mir da was passendes zu verordnen. Warme und gleichzeitig feuchte Wickel, teils mit Heilkräutern werden immer wieder empfohlen. Kräutermischungen wie Schwedenkräutern oder pflanzliche Gallentabletten mit Artischocken und anderen Kräutern sollen wohl bewährt sein. Ob das in deinem Fall aber sinnvoll ist, sollte ein Mediziner klären. Wenn man den Gallenfluss wohl zu sehr anregt, dann kann man wohl auch eine Kolik auslösen, die so nicht gekommen wäre.
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