Auslandskrankenkasse auch in der EU nötig?

vom 26.08.2012, 12:48 Uhr

Hier Auslandskrankenversicherung - Vergleich schrieb Schnuffline, dass sie für einen Frankreich Aufenthalt eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen hat. Nun frage ich mich, ob da die IKK nicht Geld verdient hat, welches zu Unrecht bezahlt wurde. Denn als ein Bekannter nach Spanien flog um dort ein halbes Jahr zu bleiben, wollte er diese Versicherung auch abschließen und die AOK sagte ihm dass man innerhalb der EU keine Auslandskrankenversicherung braucht.

Mein Bekannter ist zum Glück nicht krank geworden und konnte somit nicht testen, ob das stimmt. Aber ich habe schon oft gehört, dass man innerhalb der EU keine Auslandskrankenversicherung abschließen muss, wenn man sich dort eine Weile auf hält.

Stimmt es, dass man keine Auslandskrankenversicherung braucht? Wenn ja, warum verkaufen dann einige Krankenkassen diese Auslandskrankenversicherungen? Wenn nein, warum machen dann nicht alle Krankenkassen darauf aufmerksam und schicken Kunden sogar weg, weil diese angeblich nicht gebraucht wird?

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Es kommt darauf an, welche Leistungen man im Krankheitsfall möchte. Ein Rücktransport ist in den gesetzlichen Krankenversicherungen zum Beispiel nicht eingeschlossen. Außerdem gilt die Leistungspflicht des Urlaubslandes. Wenn dort zum Beispiel höhere Zuzahlungen gelten, muss man diese Kosten übernehmen. Also lohnt sich eine Auslandskrankenversicherung auf jeden Fall allein schon für den Rücktransport, wenn wirklich einmal etwas Ernsthaftes sein sollte.

Eine Auslandskrankenversicherung gibt es zum Beispiel schon für einige Euro pro Jahr von der renommierten Versicherung Münchener Verein Versicherungsgruppe, man kann diese auch online abschließen. Ich bin dort versichert. Der Versicherungsschutz gilt für alle bis zu sechs Wochen dauernden Auslandsaufenthalte auf der ganzen Welt. Ich muss also nicht vor jedem Urlaub eine neue Versicherung abschließen.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »

Zuletzt geändert von ten points am 26.08.2012, 13:12, insgesamt 1-mal geändert. Zeige Beitragsversionen

Ich hatte dieses Jahr während meines Spanienurlaubs eine Mittelohrentzündung bekommen und meine Krankenkasse (die IKK) hat weniger als die Hälfte erstattet. Dabei musste ich eine ganze Menge zahlen, allein der Arztbesuch hat 105 Euro gekostet und die verschiedenen Medikamente, die er mir verschrieb, kosteten um die 40 Euro. Da Spanien zur EU gehört, ist man offensichtlich nicht im europäischen Ausland krankenversichert. Ansonsten würden die Angestellten im Reisebüro ja nicht fragen, ob man so eine private Versicherung nicht noch in Anspruch nehmen will.

Ich weiß aber, dass man mit einer Kreditkarte bis zu 60 Tage automatisch durch ihren alleinigen Besitz versichert ist. Jedenfalls ist das bei der Mastercard der Fall. Wir waren in Besitz dieser, wussten aber nichts von dieser Regel. Das kam einen Monat später durch Zufall bei einem Besuch bei meiner Bank heraus, sodass wir das übrige Geld dank der Mastercard rückerstattet bekamen.

» Cappuccino » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Cappuccino hat geschrieben:[...] Ansonsten würden die Angestellten im Reisebüro ja nicht fragen, ob man so eine private Versicherung nicht noch in Anspruch nehmen will.

Das ist kurz gesagt etwas naiv. Was verkauft werden kann, wird im Zweifel auch verkauft und zwar gerade bei Versicherungen. Versicherungen sind zudem in ihren Leistungen selten komplett deckungsgleich, da findet sich dann immer auch ein guter Grund und sei es nur der, dass man die momentane Verunsicherung bei der Buchung nutzt. Bei der Reisekrankenversicherung sollte man darauf achten, dass der Rücktransport auch schon dann durchgeführt wird, wenn er medizinisch sinnvoll ist und nicht nur dann - wie bei den meisten - wenn er medizinisch notwendig ist.

Zudem sind Reisebüros nicht unfehlbar. Meine Schwester wäre neulich fast nicht nach Kanada geflogen, weil ihr wirklich großes und bekanntes Reisebüro es versäumt hatte, sie darauf hinzuweisen, dass sie ihrer Airline bei einem Flug nach Kanada auch Daten für die US-Behörden mitteilen muss, weil sie bei dem Flug die USA "über"fliegt. Hätte nicht die Airline in allerletzter Minute bei ihr angerufen (erstaunlich, weil mich noch nie eine Airline angerufen hat, im Gegenteil), wäre das voll in die Hose gegangen. Ergo: Auch Reisebüros arbeiten schlampig.

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» Richtlinie2 » Beiträge: 1872 » Talkpoints: -0,63 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



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