Tierversuche als tierlieber Mensch dulden?

vom 26.08.2012, 09:37 Uhr

Manche Erkrankung erfordert Medizin, die leider mithilfe von Tierversuchen oder durch Tiere erst entstehen kann. Inwieweit es da keine andere Möglichkeit zum Testen und auch zur Herstellung gibt, ist mir nicht bekannt. Aber es war zumindest so, dass man beispielsweise bei Insulin früher nur eines zur Verfügung hatte, was durch Schweine- oder Rinderinsulin hergestellt werden konnte. Ein chemisch hergestelltes Insulin gab es da noch nicht, heute sieht es anders aus.

Aber es gibt sicherlich noch andere Erkrankungen, bei denen die einzige Medizin nur anhand von tierischen Produkten oder Tierversuchen zugelassen werden konnten. Da ist man als tierlieber Mensch sicherlich zwiegespalten, aber wenn man nun die Wahl hat, zwischen einem eigenen Leidensdruck und das Wissen, dass das Leben ohne dieses Medizin tödlich endet oder trotz aller Tierliebe die Medizin nimmt und damit die eigene Lebensqualität wieder zunimmt und den Tod wegschieben kann, muss man eine Entscheidung treffen.

Wie würdet/ könntet Ihr Euch in einem solchen Fall verhalten? Wie weit ginge da die Tierliebe? Würdet Ihr selbst auf lebensnotwendige Medizin verzichten, wenn dafür Tiere verschont blieben?

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



Wir kommen wohl nicht rum, dass wir bestimmte Medizin benötigen, obwohl sie vor mithilfe von Tierversuchen getestet wurde. Denn diese Medizin kann für viele von uns Menschen lebenswichtig sein. Allerdings gibt es auch Medizin, die tierliebe Menschen nicht verwenden sollten, weil sie vorher an Tieren getestet wurde. Stattdessen sollten sie lieber medizinische oder pflanzliche Alternativen verwenden.

» AnZwe24 » Beiträge: 38 » Talkpoints: 0,89 »


AnZwe24 hat geschrieben:Stattdessen sollten sie lieber medizinische oder pflanzliche Alternativen verwenden.

Genau das war doch auch meine Absicht des Threads - was soll man tun, wenn es eben nur diese eine geprüfte Medizin gibt, die das Leben verlängert beziehungsweise erleichtert? Ist man auf die Medizin aus lebensnotwendigen Gründen angewiesen, und es gibt keine Alternativen, hat man nur die Möglichkeit des Sterbens ohne das Medikament oder aber, man verwendet die Medizin und nimmt es in Kauf, dass andere Wesen ihr Leben dafür gelassen haben.

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



Wenn man auf eine lebensnotwendige Medizin als Einzelperson verzichtet, dann bleiben dadurch keine Tiere verschont. Wäre dies der Fall, würde ich mir eventuell überlegen, darauf zu verzichten, aber das ist in der Regel nun mal leider nicht so und aus diesem Grunde würde ich sagen, dass ich nicht auf die Medizin verzichten würde. Selbst wenn ich aber ein Tier retten könnte, würde ich mir das gut überlegen und vermutlich würde ich selbst dann, nein sagen und lieber mein eigenes Leben retten. Das hat viele Gründe. Auf der einen Seite handelt es sich beispielsweise bei diesen Tieren ja auch um keine, die etwa vom Aussterben bedroht wären oder durch große Intelligenz glänzen würden.

Meistens sind die Tiere sogar schon in den Laboren herangezüchtet worden und würde das Tier jetzt nicht wegen mir sterben, dann doch sicherlich aus einem anderen Grund, weil es wieder für ein anderes Medikament getestet wird. Sollte dies nicht der Fall sein, bleibt es in seinem Laborkäfig, es ist ja doch sehr unwahrscheinlich, dass jemand das Tier zu sich nimmt und gefährlich kann das mitunter auch sein. An sich also haben Labortiere meiner Meinung nach keine großen Chancen mehr und weil es sich dabei meistens um Tiere handelt, von denen es genüge gibt und die auch nicht sonderlich mitleiderregend sind (Schweine, Ratten etc.) würde ich mal meinen, dass es den meisten Menschen egal wäre.

Ich denke, dass ich daher auch nicht so viel dagegen hätte, wenn ich weiter leben könnte, auch wenn dafür ein Tier sterben muss. Dieses Denken ist zweifellos egoistisch, aber es ist nun mal auch so, dass es auf eine Einzelperson alleine nicht ankommt und eben weil es sehr wenige Alternativen zu Versuchstieren gibt und die Menschheit wegen Krankheiten nicht sterben möchte, die man mit einfachen Tierversuchen bekämpfen könnte, werden die Labortiere sicherlich auch nicht verschwinden, wenn der eine oder andere sich weigert.

Ein Gewissenskonflikt wäre es aber sicherlich, besonders wenn man eigene Haustiere hält, vielleicht auch Tierarten, die gerne in Laboren verwendet werden. Das ist eine Zwickmühle, aus der man aber so einfach auch nicht mehr loskommt, denn wie erklärt man bitte geliebten Personen und der Familie, dass man sterben wird, weil man nicht akzeptieren kann, dass das Medikament an einer Ratte oder einer Maus getestet wurde oder immer noch wird? Ich schätze, dass würden die wenigsten Menschen wirklich hinbekommen.

» Crispin » Beiträge: 14916 » Talkpoints: -0,43 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



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