Zum Sterben vom Pflegeheim ins Hospiz

vom 26.08.2012, 03:12 Uhr

Die Mutter eines Freundes ist seit einigen Monaten im Pflegeheim. Sie war schwer krank und ist seit dem auch nicht mehr körperlich mobil. Auch bekommt sie von der Umwelt nicht mehr wirklich viel mit. Mein Freund kann die Pflege auf keinen Fall übernehmen. Aber er hatte die Hoffnung, seine Mutter kann soweit wieder hergestellt werden, dass sie daheim gepflegt werden kann. Leider scheint sich keine wirkliche Besserung einzustellen.

Die Woche wurde er von einer Ärztin angesprochen. Man würde die nächsten Tage noch abwarten, aber dann müsste die Mutter in ein Hospiz verlegt werden. Seine Mutter hat auch für ihn sichtbar abgebaut. Trotzdem leidet er natürlich sehr unter dem Gedanken.

Mich verwundert allerdings, dass man alte Menschen aus einem Pflegeheim zum Sterben in ein Hospiz überweist. An sich dachte ich, falls keine Besserung eintritt, werden die kranken Menschen dort bis zum Tod betreut. Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Muss man als Angehöriger der Verlegung in ein Hospiz zustimmen?

» Fugasi » Beiträge: 1877 » Talkpoints: 1,33 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ob man dem zustimmen muss, weiß ich nicht. Aber ich finde es wesentlich besser als im Krankenhaus. In einem Hospiz werden die Menschen bis zum Ende liebevoll betreut und es wird wesentlich mehr Zeit dafür genommen. Mein Schwiegervater war in einem Hospiz und das kann nicht mit einem Krankenhaus verglichen werden.

Für diejenigen, die bald sterben, ist es eine sehr würdevolle Art abschied zu nehmen. ich würde dem immer wieder zustimmen, denn ein Krankenhaus hat dafür einfach keine Zeit, eine Intensivpflege zu übernehmen. Von den Seiten der Ärzte haben sie alles getan. Nun ist anderes Personal gefragt, damit das Ende begleitet wird.

» davinca » Beiträge: 2246 » Talkpoints: 1,09 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Wenn man die Möglichkeit hat, einen unheilbar Kranken Menschen, der absehbar sehr bald sterben wird, in einem Hospiz betreuen zu lassen, dann sollte man das immer dem Krankenhaus vorziehen. Damit tut man im Grunde jedem Beteiligten einen Gefallen. Die Frage ist natürlich auch, ob der Sterbende diesen Schritt selber gehen will, im Wissen, dass es dort zum Ende kommen wird oder ob er überhaupt noch die Möglichkeit hat, diese Entscheidung zu treffen. Kann er das nicht, müssen natürlich die nächsten Angehörigen - oft der langjährige Partner oder die Kinder - bei der Entscheidung für ein Hospiz mitspielen und auch hier fällt es naturgemäß extrem schwer zuzugeben, dass die Zeit für den letzten Weg gekommen ist. Es ist nur menschlich, dass man bis zuletzt hofft und Vorwürfe darf man dann weder sich selber noch anderen machen.

Ich persönlich habe am Wochenende erlebt, wie es ist, wenn jemand im Krankenhaus sterben muss. Wir haben wenigstens auf den letzten Drücker noch ein Einzelzimmer statt der Intensivstation bekommen, so dass eine gewisse Würde dann am Ende doch noch gegeben war. Ich lerne persönlich daraus: Man sollte das vorher mit seinen Liebsten besprechen, aber ich kann mir auch leicht vorstellen, dass man wider besseren Wissens trotzdem damit wartet, bis es zu spät ist.

Benutzeravatar

» Richtlinie2 » Beiträge: 1872 » Talkpoints: -0,63 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^