Als Diabetiker selbst ein Diabetikerkind betreuen?
Als ich vor einiger Zeit auf Stellensuche war, habe ich eine Stelle gelesen, die ich höchst interessant, aber für mich leider zu weit entfernt fand. Hierbei handelte es sich um eine Stelle in einem Wohnheim, in dem sich diabetische Kinder befinden. Genaueres habe ich nicht mehr im Hinterkopf, aber ich meine, es gibt eine spezielle Einrichtung, die sich um eine gute Einstellung bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes bemühen. Diese Kinder und Jugendliche sind dann auch nicht nur drei Wochen dort, sondern durchaus Monate und Jahre und werden immer wieder neu motiviert.
Im Grunde wäre man ja selbst als Diabetiker/in dazu prädestiniert, eine solche Stelle als Betreuer/in beziehungsweise Erzieher/in zu begleiten. Man kann dann seine Vorbildfunktion noch einmal besonders wahrnehmen und ich denke, man kann auch leichter den Frust, den die Kinder und Jugendliche manchmal haben, auch besser nachvollziehen und ihnen daher mehr helfen.
Andererseits habe ich auch gedacht und überlegt, dass so etwas auch nach hinten losgehen könnte und wenn man selbst mal eine schlechte Phase hat, dass die sich dann auch auf die Kinder und Jugendlichen übertragen kann. Eventuell kann man selbst auch dafür stehen, dass es wichtig ist, auf seine Werte und seine Lebensumstände zu achten, weil man eventuell schon mit Folgen zu tun hatte oder hat.
Was meint Ihr, kann man als Betroffene/r da eher einwirken und einen solchen Job machen oder sollte man als Betroffene/r sich von solchen Stellen auch eher fernhalten? Wie sähe es denn aus, wenn man quasi eine Einzelbetreuung vielleicht als Babysitter oder dergleichen übernehmen kann? Würdet Ihr bei einem Kind mit Diabetes auch eine/n Diabetiker/in nehmen?
Ich denke es ist relativ schwierig für jemanden der kein Diabetes hat, Kinder mit dieser Krankheit zu verstehen oder zu motivieren. Klar man kann sich belesen, aber durch Lesen kann man ja nicht erfahren, wie sich diese Krankheit wirklich anfühlt und man muss sich ja wirklich auch irgendwo ein Bild davon machen, was denke ich ganz schön schwierig ist.
Meiner Meinung nach ist ein Diabetiker in diesem Job besser geeignet, als ein gesunder Mensch. Wobei es natürlich auch bei ihm schlechte Phasen gibt, was ich aber nicht schlimm finde, da die Kinder dann sehen, dass es ihnen nicht alleine so geht und Erwachsene auch damit zu kämpfen haben. Man muss sich ja dann auch selber wieder hochbewegen und das sehen die Kinder ja dann auch und das ist dann auch eine gute Vorbildfunktion, die ein gesunder Mensch einfach nicht bringen kann.
Als gesunder Mensch muss man sich jede Menge Wissen über diese Krankheit erarbeiten und daher finde ich es schwierig ein solches Kind dann auch zu betreuen. Auch weil man es ja nur nachlesen kann oder sich eben speziell schulen lassen kann, aber dann eben nicht weiß, wie es wirklich alles so ist, daher würde ich als Laie so etwas nicht machen wollen, weil ich mir es einfach auch nicht zutraue.
*steph* hat geschrieben:Würdet Ihr bei einem Kind mit Diabetes auch eine/n Diabetiker/in nehmen?
Ja! Nicht nur, weil man sich als Diabetiker sehr gut in Menschen mit der gleichen Krankheit versetzen kann, sondern weil man wirklich seriös wirkt. Es gibt auch beispielsweise Vorträge über Drogen oder Alkohol, bei dem ein ehemaliger Abhängiger selbst seine Geschichte erzählt. Das kommt einfach besser an, weil die Kinder und Jugendlichen das nicht als einen langweiligen Vortrag wahrnehmen, sondern eigentlich wirklich auf seine Erzählungen eingehen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es funktioniert, wenn ein Diabetiker über seine Krankheit spricht.
Ein Nichtdiabetiker kann sich ein eingeschränkteres Leben als Diabetiker schlecht vorstellen, meine Mutter leidet auch an Diabetes und ich kann mir schlecht vorstellen, so zu leben und wie bewusst man eigentlich essen muss. Kinder essen sehr gerne Süßigkeiten, wir haben einen kleinen Junge in der Unterstufe, der sich bei seinen Klassenkameraden sogar Geld leiht, um sich Süßigkeiten zu kaufen. Einige Lehrer versuchen, sein Vorgehen zu stoppen, was auch eigentlich richtig ist. Ich denke aber persönlich, dass er sich unverstanden fühlt, vorallem weil die ganzen Lehrer und Schüler gerne mal Kuchen und Limonade kaufen. Geteiltes Leid ist oftmals halbes Leid und vielleicht könnte man so ein Kind einfach ein wenig aufmuntern. Auf der anderen Seite kann ein Diabetiker eventuell gefährliche Symptome früher erkennen, da ihm diese selbst bekannt sind und er weiß, wie er handeln sollte.
Ich denke, dass du nicht der einzige Diabetiker mit schlechten Phasen bist, die gehören dazu. Gestern hatte meine Mutter auch Süßigkeiten gegessen, aber ich wusste nicht, wie ich reagieren sollte. Gedanken habe ich mir natürlich schon gemacht. Wahrscheinlich ergeht es vielen genauso und man könnte einfach vermitteln, dass sie wegen einer Heißhungerattacke kein schlechtes Gewissen haben sollten.
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