Extremsportarten bei Diabetes

vom 07.08.2012, 16:16 Uhr

Als Diabetiker sind ja durchaus gewisse Dinge zu berücksichtigen und auch bei der Lebensplanung spielt der Diabetes eben eine wichtige Rolle, ob man will oder nicht. Nicht jeder Beruf kann ausgeübt werden, und auch sonst hat man die eine oder andere Hürde zu nehmen. Vermutlich ist es bei Sport fast so ähnlich, und so kenne ich zwar Diabetiker, die ihren Sport regelmäßig betreiben, darunter sind auch Triathleten und Marathonläufer, was ich ja schon recht extrem finde. Aber Bungeespringer oder Fallschirmspringer mit Diabetes habe ich noch nicht kennengelernt.

Da jeder Sport im Idealfall auch Adrenalin ausstößt, ist dies auch beim Diabetes zu beachten und dagegen zu wirken. Denn Adrenalin erhöht den Blutzuckerspiegel ja, sodass man, obwohl man ja sich bewegt hat, eher einen erhöhten Blutzucker hat, als einen Blutzucker, der abgebaut wird. Wie aber verhält es sich mit Extremsportarten bei Diabetikern? Sind diese vielleicht sogar für den Diabetiker lebensgefährlich oder kann dabei im Grunde nichts schief gehen, wenn man die sonstigen Regeln auch befolgt? Kennt Ihr zufällig jemanden, der mit Diabetes einen Extremsport ausübt und wie es dort mit dem Diabetes gehandhabt wird?

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



Bungee Springen würde ich ehrlich gesagt weniger als Sportart ansehen und mehr als Hobby. Fallschirmspringen hingegen ist natürlich eine Sportart und zählt auch zu den Extremsportarten. Ich kann mir ehrlich gesagt gut vorstellen, dass es nicht gern gesehen wird, wenn Diabetiker solchen Sportarten nachgehen. Vorteilhaft kann es vielleicht sein, dass man sich die Zeit zu Nutze machen kann. Ein Fallschirmsprung dauert nicht ganz so lange und wenn man sich direkt danach entsprechend verhält, dann kann man dem Sport vielleicht sogar (weiterhin ) nachgehen.

Alles in allem würde ich immer dazu raten, so etwas mit einem Arzt zu besprechen. Man ist ja in der Regel in ärztlicher Betreuung und hat da seine Ansprechpartner. Und wenn man das alles unter ärztlicher Aufsicht macht, dann ist es vielleicht nicht so gefährlich, weil man ja adäquat reagieren kann. Diabetiker kennen ihren Körper nach jahrelanger Krankheit ja auch sehr gut - vielleicht kann man sich auch das zu Nutze machen.

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» winny2311 » Beiträge: 15159 » Talkpoints: 4,91 » Auszeichnung für 15000 Beiträge


Der erhöhte Blutzuckerspiegel dient ja gerade dazu den Muskeln Energie in Form von Glukose zu liefern. Das heißt, der Blutzucker wird genauso schnell wieder abgebaut wie er bereitgestellt wurde. In einer aktuellen Studie wurde sogar festgestellt, dass Kraftsport (nebst Ausdauersport) hervorragend als Diabetes-Prävention funktioniert.

Vermutet wird, dass eine erhöhte Muskelmasse positive Wirkungen auf die Blutzuckerbilanz hat, denn auch im Ruhezustand verbrauchen Muskeln einiges an Energie. Außerdem wird während des Sports die Bauchspeicheldrüse entlastet, sodass einer verfrühten Abnutzung des Organs vorgebeugt wird.

» MasterOers » Beiträge: 348 » Talkpoints: 1,16 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Nein, Du kannst doch nicht automatisch davon ausgehen, dass Sport/ Bewegung automatisch den Blutzuckerspiegel senkt. Denn Adrenalin wird ja auch ausgeschüttet und dieses sorgt wiederum dafür, dass der Blutzuckerspiegel nicht gesenkt wird, sondern steigt.

Auch kann man nicht bei jedem erhöhtem Wert Sport treiben, da es unter Umständen bei einem Insulinmangel zu einer Ketoazidose kommen kann, wohlgemerkt ist das bei einem Typ 1-Diabetes eher der Fall als bei einem Typ 2-Diabetes.

Sicherlich ist Sport ein tolles Mittel, um fit zu bleiben und mit der entsprechenden Beachtung einiger Regeln auch klasse. Ich würde jetzt aber nicht Kraftsport und Ausdauersport zu der Kategorie der Extremsportarten zählen, aber auch hier gilt zu beachten, dass Insulin im Körper vorhanden ist.

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



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