Jemanden nicht treffen aus Angst vor Ansteckungsgefahr?
Unerwartete Erkrankungen haben oft zur Folge, dass man kurzfristig viele Dinge absagen muss. Meist will man in so einer Situation auch gar nicht viel tun, denn man ist erschöpft und möchte sich ausruhen. Das Einzige, was man vielleicht gut gebrauchen könnte ist etwas Gesellschaft, vielleicht von der besten Freundin/dem besten Freund oder vom Partner, sofern man in getrennten Haushalten lebt.
Doch geht man dabei immer das Risiko ein, den anderen anzustecken. Mein Partner und ich wohnen nicht zusammen und sehen uns in der Woche höchstens dreimal. Daher kam es schon vor, dass wir uns getroffen haben, obwohl einer krank war, da wir uns ohnehin schon nicht oft sehen. Außerdem finde ich seine Gesellschaft angenehm und werde dabei sicher etwas schneller gesund.
Nun waren es aber immer nur kleine Erkältungen über die wir bei unseren Treffen hinweg gesehen haben. Auf eigene Verantwortung hatte immer der "Gesunde" zu entscheiden, ob er das Risiko eingeht und sich eventuell ansteckt. Jetzt scheint er aber richtig krank zu sein, sodass ich mich entschieden habe, ihn nicht zu besuchen obwohl ich ab morgen für 4 Wochen ohne ihn wegfahre. Meine Angst, dass ich dann während meines Auslandpraktikums krank bin, ist einfach zu groß.
Wie seht ihr das? Habt ihr auch schon mal über eine Erkältung oder sogar eine ernsthaftere ansteckende Krankheit hinweg gesehen und euch trotzdem mit einem Freund/dem Partner getroffen? Ward ihr danach selbst krank und habt eure Entscheidung bereut? Oder sagt ihr von vornherein jegliches Treffen bei Krankheit ab, da ihr ohnehin keine Gesellschaft wollt beziehungsweise niemanden anstecken wollt?
Ich verabrede mit auch dann mit meinen Freunden, wenn diese eine Erkältung oder ähnliches haben. Wenn die Personen allerdings eine hoch ansteckende und vor allem nicht so angenehmen haben, dann sage ich lieber ab. Grundsätzlich gehe ich aber zum Treffen, ohne dass ich Angst vor einer möglichen Übertragung der Krankheit habe. Zudem kann man sich auch auf diversen anderen Wegen Krankheitserreger holen, durch denen man genau so schlimm erkranken kann.
Für mich sind Krankheiten kein Grund um Treffen mit Freunden etc. abzusagen. Jedoch achte ich teilweise darauf, dass ich mich nicht anstecke. Dies ist vor allem bei engeren Kontakt zur Person der Fall. Aber in Großen und Ganzen mache ich mir keinerlei Sorgen vor einer möglichen Ansteckung.
Ich wohne mit meinem Partner zusammen und gehe ihn nicht aus dem Weg, wenn er krank ist. Meiner Meinung nach muss man gerade dann für seinen Partner da sein und sich um ihn kümmern. Meistens steckt sich dann der andere Partner an, aber das ist nicht weiter schlimm, weil es für uns viel schlimmer wäre, aufeinander zu verzichten. Ich würde auch in jedem Fall zu meinem Partner fahren, wenn ich nicht bei ihm bin und er krank ist. Es ist doch immer schön, wenn man es selber schwer hat und dann jemand an seiner Seite hat.
Ich kann natürlich nachvollziehen, dass du dich jetzt nicht vor deinem Auslandsaufenthalt anstecken möchtest. Es ist wahrscheinlich eh alles ein bisschen anders, wenn man nicht zusammenwohnt. Ich könnte mir das für mich aber trotzdem nicht vorstellen zu gehen, ohne mich richtig und persönlich bei meinem Partner zu verabschieden, aber wenn es für euch in Ordnung ist, sollte es doch kein Problem darstellen.
In deinem speziellen Fall verstehe ich das. Dafür müsste auch dein Partner Verständnis haben. Niemand würde sich mit einer würde sich mit einer kranken Person treffen, wenn ein wichtiger Auslandsaufenthalt ansteht. Dein Freund müsste dir eigentlich von sich aus schon verbieten, dass du kommst.
Wenn so etwas aber nicht ansteht, sollte man seinen kranken Partner natürlich schon versorgen, das ist doch selbstverständlich, auch auf die Gefahr hin, dass man sich ansteckt. Ich finde, dass man da eine Fürsorgepflicht hat, außer der oder die Betroffene wohnt noch bei den Eltern und ist dort versorgt, in diesem Fall würde ich auch Abstand halten.
Bei mir ist das eigentlich unterschiedlich und es kommt sicherlich auch auf die Person an. Eine gute Freundin von mir hatte beispielsweise letzten Winter eine rechts schlimme Grippe und irgendwer musste ihr ja dann auch die Sachen von der Schule bringen und sie ein bisschen auf dem neusten Stand halten und so weiter. Natürlich hätte ich mich dabei dann auch anstecken können, aber ich denke, dass das Risiko jetzt nicht so groß ist, wenn man fit ist, ist das Immunsystem aus irgendeinem Grund eh schon angegriffen, ist das sicherlich ein bisschen anders, aber mir ging es zu der Zeit eben ganz gut und da ich mich auch immer freue, wenn jemand sich um mich sorgt und mir dann die Sachen von der Schule mitbringt, habe ich sie dann auch mehrmals in der Woche besucht und dann auch ein bisschen mit ihr DVD geschaut und so weiter. Küsschen gab es jetzt nicht unbedingt, aber ein bisschen Gesellschaft tut Kranken doch auch gut.
Bei meinem Freund ist das ein bisschen anders, hier ist mir das eigentlich mehr oder weniger egal. Mein Freund ist eigentlich immer bei mir, wenn ich krank bin, es geht hier nicht ums Besuchen, er ist da einfach sehr fürsorglich und will einen dann bemuttern, Tee kochen, im Arm halten, DVD mit einem schauen und Abends ein schönes Erkältungsbad und so weiter. Wenn ich krank bin, dann ist gerade das ein Grund für ihn, mich nicht alleine zu lassen, selbst wenn er irgendeine wichtige Prüfung oder so vor sich hat. Bei mir das auch nicht viel anders, weil ich bisher auch keine großen wichtigen Dinge vor mir hatte, eine Klausur kann man gut verschmerzen, wenn man die aus gesundheitlichen Gründen verpasst und ansonsten steht bei mir in der Regel nichts atemberaubendes an oder stand zumindest nicht, als mein Freund krank war.
So ist es eben so, dass wir die Zeit auch miteinander verbringen, wenn wir krank sind und auch gar nicht so bewusst darüber nachdenken, ob wir dadurch nun angesteckt werden oder eben nicht. Ich muss aber sagen, dass ich mich jetzt so direkt bei meinem Freund nicht angesteckt habe und er auch nicht bei mir, mir lief nach seiner Grippe ein Weilchen die Nase, aber das war zu vernachlässigen. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich vielleicht ein bisschen vorsichtiger wäre, wenn ich etwas wichtiges vor mir hätte, aber auch dann würde ich vielleicht eher ein paar Vitamine nehmen und etwas zur Stärkung des Immunsystems, anstatt mich von ihm fernzuhalten, weil mir das irgendwie weh tun würde. Irgendwo hat man seinen Partner ja doch auch gerne bei sich, wenn man krank ist und wird gerne ein bisschen gepflegt und geschmust, so empfinde ich das zumindest. Ein bisschen Geborgenheit finde ich während dieser Phasen schon toll.
Ich habe das früher immer auf die leichte Schulter genommen und mich auch mit Leuten getroffen, die richtig erkältet waren. Aber irgendwann habe ich mich mal richtig angesteckt, obwohl der andere nur eine Erkältung hatte. Bei mir wurde es aber zu einer richtigen Bronchitis, ich war wochenlang krank und musste Antibiotika nehmen, weil alle anderen Mittel, die mir der Arzt verschrieben hatte, nichts brachten. Seitdem bin ich vorsichtiger.
Bei meinen Kollegen ist das eigentlich so, dass wir uns eigentlich gar nicht treffen, da meine Kollegen gar nicht erst raus wollen, wenn sie krank sind. Wenn sie wissen, dass sie eine ansteckende Krankheit haben und sich schwach fühlen, dann treffen wir uns erst gar nicht. Dann kurieren wir uns erstmal aus und machen danach dann etwas richtig zusammen und nicht etwas, wenn einer von uns krank ist.
Ich habe mich schon öfter mit meinem Freund getroffen trotz, dass er erkältet war, manchmal sogar stark. Wir haben dann auch miteinander geschlafen und ich habe mit ihm gekuschelt, nur küssen wollte er nicht. Mir ist das gleich, ich bin fast nie krank und ein bisschen Schnupfen bringt mich nicht um. Aber ich will nicht auf Zärtlichkeit und Zweisamkeit verzichten. Vor Einsamkeit habe ich weiß Gott mehr Angst, als vor Ansteckung eine Erkältung betreffend. Und auch so, Patienten und Heimbewohner, die krank sind, auch stark erkältet und die trotzdem meine Nähe suchen, die sollen sie kriegen. Wozu gibt es Desinfektionsmittel da, wo viele sich aufhalten.
Ja, aber als ich am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrant war am Jahresanfang, da haben sie alle zu mir den Kontakt gemieden, dabei ist das gar nicht so sehr ansteckend, wenn man sich nicht küsst und keinen Speichel tauscht.
Ich war einen Monat lang sehr einsam und habe deutlich gemerkt, wie schnell einen alle alleine lassen, weil sie Angst haben, sich irgendwas zu holen. Das kann ich nicht verstehen. Es hat schon immer Leute gegeben, die haben selbst mit Leprakranken, mit Pestkranken, Mit AIDS-Kranken Kontakte gesucht, weil die kranken Menschen trotzdem Kontakte brauchen und nur mit Kontakten eine Krankheit überstehen. Und ich wurde da mit meinem Pfeifferschen Drüsenfieber behandelt wie aussätzig und das sogar noch Monate danach.
Allein meine Eltern haben sich verhalten wie immer.
Das fand ich schlimm, wie mag es dann jemandem mit schlimmeren, längerfristigen Krankheiten wie Krebs gehen. Das ist nicht ansteckend, aber trotzdem. Selbst ich habe gemerkt, wie schnell die Freunde quasi schwinden und wie wenige dazu bereit sind, einem auch in Krankheit beizustehen, selbst wenn die Ansteckungsgefahr gering ist oder gar nicht vorhanden. Das eigene Wohl liegt den meisten näher als ihren Lieben beizustehen. Ja, so sind die Menschen. Es hat mich verblüfft und schockiert und ich denke heute manchmal noch daran, wie vergänglich und oberflächlich doch die meisten Beziehungen zwischen Menschen sind.
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