Pille: Ab wann kann ein Mädchen entscheiden?

vom 22.07.2012, 21:22 Uhr

Bei dem Thema Ab wann kann ein Kind selbst über Impfungen bestimmen? hat es ja gezeigt, dass ein Kind nicht so ohne weiteres entscheiden kann, ob es geimpft werden kann. Wie wäre es eigentlich bei der Antibabypille? Diese ist ja, was die Gesundheit und die Folgen betrifft sehr umstritten und manche sagen ja, dass die Pille, wenn sie lange genommen wird auch Krebs auslösen kann.,

Dennoch sind ja viele Mädchen schon bereit mit 13 oder 14 die Pille zu nehmen. Was wäre eigentlich, wenn die Eltern nicht zustimmen und nicht wollen, dass ein junges Mädchen sich durch die Pille die Gesundheit ruiniert? Könnte da ein Mädchen auch hingehen und dies einklagen? Oder kann ein Mädchen ab einem gewissen Alter, aber unter 18 selber bestimmen, wie es verhütet?

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» MissMarple » Beiträge: 6786 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Nun, für gewöhnlich, steht es einer jungen Frau erst ab 16 Jahre selber zu, ob sie die Anti-Baby-Pille nimmt oder nicht. Jedoch machen manche Ärzte schon bei 14/15-Jährigen Mädchen gerne mal eine Ausnahme, und vertrauen darauf, dass die Eltern für die Einnahme, dieses Medikaments sind. Jedoch nur, wenn sie beim ersten Gespräch reif genug scheinen.

Ansonsten ist die Selbstbestimmung nur mit dem erreichen, des 16ten Lebensjahres gegeben. Alles andere bedarf der Zustimmung der Erziehungsberechtigten. Ich wurde mit 14 Jahren auch von meiner Mutter alleine zum Frauenarzt geschickt. Nach einer Untersuchung und einem ausführlichem Gespräch, bekam ich sie auch so verschrieben.

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» Naviia » Beiträge: 821 » Talkpoints: 27,64 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Schon zu meiner Teenagerzeit Ende der 80er Jahre war es durchaus möglich, dass ein Arzt einem 14jährigem Mädchen die Pille verschreibt und das ohne Einwilligung der Eltern. Da gilt dann auch die Meinung des Arztes. Wenn er das Mädchen für reif genug hält, warum sollte die dann kein Verhütungsmittel bekommen?

Aber ganz ehrlich. Wenn ein Mädchen mit 13 oder 14 Jahren mit einer Erkältung zum Arzt geht, dann ruft der Arzt sicherlich nicht die Eltern an und fragt nach, ob er ein Grippemittel verschreiben darf. Ich kenne zumindest niemand, der jemals in dem Alter seine Eltern gefragt hat, ob er das vom Arzt verschriebene Medikament nehmen darf.

Wenn ein Mädchen reif genug für Geschlechtsverkehr ist, sollte sie auch die Möglichkeit bekommen, eine ungewollte Schwangerschaft zu verhüten. Klar gibt es auch noch andere Verhütungsmöglichkeiten. Aber generell sollte ein Mädchen dann doch selbst entscheiden dürfen, wie es verhüten möchte. Dem sollte ein Beratungsgespräch mit einem Frauenarzt voraus gehen.

» LittleSister » Beiträge: 10426 » Talkpoints: -11,85 » Auszeichnung für 10000 Beiträge



Als ich noch jung und schön war, also zarte 14 Jahre alt, hat meine Mutter mich nach der Ankunft der ersten Menstruationsblutung zum Frauenarzt geschickt und ich durfte mir die Pille verschreiben lassen. Ich denke, dass ein Mädchen an sich dann entscheiden sollte, ob es nun die Pille nimmt, wenn die erste Menstruation aufgetreten ist. Es mag ja sein, dass man ab 16 eigenständig entscheiden darf, aber an sich entscheidet ein Mädchen doch so gesehen selbst, ob es die Pille möchte oder nicht. Die Eltern sollten Mädchen einfach diese Entscheidungsfreiheit einräumen und dahinterstehen.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 12618 » Talkpoints: 5,12 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



Ein Mädchen kann mit 14 Jahren schon die Pille bekommen, aber nur, wenn die Eltern damit einverstanden sind. Wenn ein Mädchen unter 16 Jahre alt ist und die Pille haben will, entscheidet in erster Linie der Arzt, ob das Mädchen reif genug dafür ist. Ab 16 Jahren kann selber entschieden werden, ob die Pille genommen wird oder nicht. So sagt es zumindest das Gesetz.

Auch darf der Arzt dann, mit 16 Jahren, den Eltern davon nichts erzählen, denn es greift die ärztliche Schweigepflicht. Diese werden es aber oft merken, denn die Krankenkassenkarte wird dann benötigt, da die Pille bis zum 18. Lebensjahr von der Krankenkasse übernommen wird.

» davinca » Beiträge: 2246 » Talkpoints: 1,09 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Es gibt auch eine medizinische Indikation zur Gabe der Antibabypille. Und viele sehr junge Mädchen nehmen die Pille ja auch eher, weil sie Probleme mit der Haut zum Beispiel haben. In dem Falle wird wohl kaum eine Mutter sagen, dass man lieber mit Akne herum laufen soll, wenn man da was machen kann. Auch bei vermehrtem Haarwuchs kann die Pille ja helfen und wenn man sieht, wie die eigene Tochter einen Damenbart bekommt, dann überlegt man sich sicherlich auch zwei Mal, ob man das ablehnt.

Ansonsten sollte sich jede Mutter sagen, dass ein Kind von 13 Jahren besser noch kein Kind bekommen sollte und deswegen lieber froh sein sollte, wenn die Tochter die Pille nehmen will. Ich würde aber auch immer zu Bedenken geben, dass es sich nach wie vor um Hormone handelt, die man sich da einwirft und das das halt einfach im Alter Auwirkungen haben kann und das man sich dessen - auch schon mit 13 - bewusst sein muss. Und wenn es sich vermeiden lässt, weil einfach keine Notwendigkeit besteht (kein Freund und keine medizinische Indikation), dann würde ich Kinder auch die Pille nicht ohne weiteres nehmen lassen.

Ich muss aber ehrlich gestehen, dass ich keine Ahnung habe, ab wann man da selber entscheiden kann. Nur man kann davon ausgehen, dass auch schon eine 13 jährige die Pille einfach weglassen kann, wenn die Mutter sie zur Einnahme zwingt und ich gehe davon aus, dass sie sich die Pille auch ohne weiteres mit 13 verschreiben lassen kann und zwar auch ohne Zustimmung der Mutter. Man braucht dann eben aber die Versicherungskarte und die hat nicht jeder in dem Alter.

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» winny2311 » Beiträge: 15159 » Talkpoints: 4,91 » Auszeichnung für 15000 Beiträge


Ich habe damals selbst mit 14 Jahren angefangen die Antibabypille zu nehmen, allerdings musste ich dies zu keinem Zeitpunkt heimlich tun und weder den Plan mit der Pille zu verhüten noch die Einnahme der Pille ansich vor meinen Eltern verstecken. Im Gegenteil meine Mutter hat mich sogar zum Frauenarzt begleitet, eine Tatsache über die ich noch heute sehr froh bin.

Ich möchte es später einmal bei meiner Tochter ähnlich halten. Denn ganz ehrlich, mir ist es eindeutig lieber meine Tochter ist vernünftig aufgeklärt und übernimmt auch Verantwortung für eine geregelte und gesicherte Verhütungsmethode, als das sie möglicherweise ungeschützten Verkehr hat und wir im Anschluss womöglich noch gemeinsam die daraus resultierenden Folgen ausbaden dürfen. Wenn sie also irgendwann in naher Zukunft planen wird Geschlechtsverkehr zu haben, hoffe ich einfach, dass sie zu mir ebenfalls ein solches Grundvertrauen hat wie ich es damals zu meiner Mama haben konnte. Und ja mir wäre es lieber sie würde mit 14 bereits mittels Pille (oder eben anderweitig) verhüten als mir einige Monate später womöglich einen Babybauch zu präsentieren.

Meine Zustimmung müsste sie sich also nicht erbetteln, ich finde es allenfalls gedankenlos und schlimm, wenn man dem eigenen Kind den Wunsch auf Verhütung abspricht. Welchen Grund hat man denn bitteschön dazu? Oder noch besser welches Recht?

» milknhoney » Beiträge: 370 » Talkpoints: 2,98 » Auszeichnung für 100 Beiträge



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