Könntet ihr mit einem Transgender zusammen sein?

vom 18.07.2012, 22:49 Uhr

Ich sehe gerade in SpiegelTV einen Beitrag über Transgender. Dabei handelt es sich um Menschen, die in dem falschen Körper geboren wurden und sich dem anderen Geschlecht zugehörig fühlen. Es wurde unter anderem gezeigt, wie ein Mann, der vor Jahren eine Frau war und auch ein Kind geboren hatte, operiert worden war und nun neu heiratete, nämlich eine Frau.

Ehrlich gesagt hat es mich bei dem Gedanken gleich geschüttelt, eine Beziehung mit einem Mann zu beginnen, wenn er mir zuvor gestanden hätte, er sei als Frau geboren worden. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass man einen perfekten Penis nachbauen kann. Könnt ihr euch vorstellen, mit einem Transgender zusammen zu sein, wenn ihr von seiner/ihrer Vergangenheit wüsstet?

» Cappuccino » Beiträge: 3816 » Talkpoints: 8,33 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Ja, könnte ich mir durchaus vorstellen. Wenn dieser Mensch aussieht wie ein Mann und die entsprechenden Gefühle in mir auslöst, ist doch egal, ob er im Körper einer Frau geboren wurde. Ich weiß zwar nicht, wie die Penisse von operierten Transgendern aussehen, aber wenn ich mich in einen Mann verliebe, lasse ich mir ja auch nicht zuerst den Penis zeigen.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Prinzipiell würde ich jetzt auch mal sagen: Ja, das kann ich mir vorstellen. Mir stellt sich da aber im Hinterkopf die Frage ob ich damit auf Dauer wirklich glücklich wäre. Viele Dinge wie zum Beispiel die natürliche Geburt eines Kindes wären für einen um operierten Mann ja nicht möglich. Da blieben bestimmt einige Wünsche auf Dauer auf der Strecke. Jedoch gebe ich anlupa Recht, man lässt sich nicht zuerst die Geschlechtsorgane zeigen und fragt sicherlich auch nicht ob Er / Sie als etwas anderes geboren wurde.

» SeSchu » Beiträge: 135 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ich kann mir das nicht nur gut vorstellen, sondern war bereits mit einem Transgender zusammen. Das fand ich schon ziemlich ansprechend, wobei man natürlich nicht alle Transgender in eine Schublade packen kann. Es gibt ja biologische Männer, die sich aber als Frau fühlen, während es Frauen gibt, die als Mann leben möchten. Mit der ersten Kategorie habe ich eigentlich nicht so viel zu tun. Irgendwie habe ich noch keine Transfrau getroffen, die mir gefallen hat, weil die meisten mir einfach zu betont feminin auftreten wollen. Ob das dann auch klappt, ist eine andere Sache, aber ich mag diesen Look mit langen Haaren und typisch weiblicher Kleidung und weiteren femininen Attributen einfach nicht. Wie die Person körperlich geschaffen ist, ob sie sich einer Operation unterzogen hat oder nicht, spielt dabei aber keine Rolle. Es ist nur das reine Aussehen, das mich bei den meisten Transfrauen dabei nicht unbedingt anspricht.

Anders sieht das mit Transgendern aus, die als Frau geboren wurden und später als Mann leben. Ich habe auch schon ein bis zwei unangenehme Zeitgenossen mit albernen Macho-Allüren kennengelernt, aber im Großen und Ganzen fand ich die Transgender dieser Richtung ganz interessant und auch sehr nett. Manche fand ich sogar auffallend hübsch, weil sie oft weichere Gesichtszüge haben. Ich mag weiche Männergesichter. Besonders spannend finde ich dabei diejenigen, die nicht komplett operiert sind, die also keinen Penis besitzen, aber eben auch keine weibliche Brust mehr haben. Für manche Leute wäre das sicher ein Alptraum von Partner, ich finde das einfach total spannend und sexy und ich lerne durchaus auch gezielt männliche Transgender kennen, also solche, die als Mädchen geboren wurden.

Mir ist es grundsätzlich erst einmal egal, welches Geschlecht jemand hat. Ob jemand als Mann, als Frau oder irgendwo dazwischen lebt, ist für mich nicht wichtig. Aber ich mag einfach maskulin aussehende Menschen und dabei ist es mir dann egal, was derjenige zwischen den Beinen hat und mit welchem Geschlecht derjenige geboren wurde und wie er sich selbst definiert. Ob es sich um eine maskuline Frau, einen Transgender oder um jemanden handelt, der schon als Mann auf die Welt gekommen ist, spielt dabei keine Rolle.

Benutzeravatar

» Cologneboy2009 » Beiträge: 14237 » Talkpoints: 2,76 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Vorstellungssache ist immer so etwas, was bei mir ganz gut funktioniert, die Realität mag anders aussehen. Jedoch ist es so, dass ein Transgender ja nicht zwangsläufig und sofort als ein Transgender erkennbar ist. In der Regel fällt man ja mit so etwas nicht mit der Tür ins Haus und entsprechend ist es möglich, dass die Gefühle einfach schon tiefer sind, ehe es zum ersten intimen Kontakt kommt oder ehe man offen darüber spricht. Dass man so etwas nicht verheimlichen kann, versteht sich von selbst, aber ich finde es schwierig, den richtigen Zeitpunkt zu finden, darüber zu reden.

Für mich persönlich ist es eher so, dass ich mich in den Menschen an sich verliebe und nicht in das Geschlecht. Sicherlich habe ich da auch so meine Vorlieben, aber die müssen nicht zwangsläufig zutreffen und so kann es passieren, dass ich mich auch in eine Person des gleichen Geschlechts verliebt habe oder verlieben könnte. Und so könnte es eben auch auf einen Menschen zutreffen, der sich letztendlich einfach "nur" im falschen Körper befindet. Ausschließen kann ich es also nicht.

Benutzeravatar

» *steph* » Beiträge: 18517 » Talkpoints: 47,60 » Auszeichnung für 18000 Beiträge


Ich kenne einen Transgender und hatte mit ihm kein Problem, obwohl diese Thematik mich damals ziemlich überfordert hat, weil ich noch ein Teenager war, als er mich damit konfrontiert hat, dass er sich im falschen Körper geboren fühlt. Dennoch war von Anfang an klar, dass dies vor allem eine große Belastung für ihn darstellt und niemand das Recht hat, es zu einer Belastung für sich selbst zu machen oder irgendwelche Urteile über den Menschen zu fällen, der sich im falschen Körper gefangen fühlt. Im Laufe der Zeit habe ich dann alle möglichen Schritte miterlebt, die auf dem Weg zur großen Operation notwendig wurden, ich musste mich daran gewöhnen, dass er einen neuen Namen trug, nämlich einen des anderen Geschlechts, dass seine Stimme sich veränderte und all das. Aber es war nicht wirklich ein Problem, sondern einfach ungewohnt. Nicht schlecht oder gar schlimm, sondern einfach nur ein wenig fremd. Aber an Fremdes gewöhnt man sich recht leicht, wenn man das möchte, das war mir damals schon ziemlich schnell klar. Und heute kann ich mir nicht mehr vorstellen, dass dieser junge Mann einmal eine Frau war, ganz ehrlich.

Die Gewöhnung an diese neuen Umstände hat allerdings schon ziemlich früh geklappt, nur der neue Name war für mich eine Zeit lang schwierig, weil das scheinbar etwas ist, das sich ins Unterbewusstsein brennt. Wenn man dann noch weiß, dass der andere sauer reagiert, wenn man versehentlich in alter Gewohnheit noch den alten Namen verwendet, was einem manchmal eben leider zu spät auffällt, wenn man ihn nämlich schon ausgesprochen hat, dann entsteht ein großer innerer Druck auf Seiten des Begleiters eines solchen Menschen, der diese „Verwandlung“ durchmacht. Das war nicht ganz einfach, aber es ging ebenfalls vorüber. Mit der Tatsache, dass es an ihm noch ein paar körperliche Veränderungen gab, hatte ich allerdings zu keinem Zeitpunkt ein Problem und ich hätte mir auch, wenn ich die entsprechenden Gefühle entwickelt hätte, durchaus vorstellen können, mit diesem Menschen zusammen zu kommen.

Dass mich daran irgendetwas gestört hätte, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, weil ich diesem jungen Mann gegenüber keine Berührungsängste hatte. Es kam mir auch nicht fremd vor, dass er mir davon erzählt hat, sich im falschen Körper zu fühlen, das war damals einfach nur ungewohnt für mich und ich war zuvor noch nie damit konfrontiert worden. Aber ich habe mich als Jugendliche eben versucht, in diese Problematik einzufühlen und zu unterstützen, wenigstens durch Akzeptanz, wenn ich schon sonst nicht sonderlich viel tun konnte. Diese Akzeptanz war für mich aber ebenfalls kein Problem, weil es sich um einen Menschen handelt, der entweder nett oder lustig oder blöd oder dämlich ist, aber all das hängt eben nicht im Geringsten damit zusammen, ob er nun irgendwann einmal operiert wurde oder ob er sich fühlt wie eine Frau oder wie ein Mann, aber im Körper des anderen Geschlechts geboren wurde.

Benutzeravatar

» moin! » Beiträge: 7222 » Talkpoints: 23,51 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Ich selber war auch schon mal mit einem Transmann zusammen, auch wenn unsere Beziehung nach ein paar wirklich wenigenMonaten scheiterte, was aber nicht daran lag das er Transmann war, so muss ich persönlich sagen, dass ich mich damit sehr wohl gefühlt habe und keinerlei Berührungsängste hatte, im Gegenteil. Heute sind wir sehr gute Freunde und harmonieren besser zusammen als in der Beziehung, auch sowas kommt vor.

Zu Beginn unserer Zeit wusste ich nicht, in wie weit unsere Sexualität eventuell einbußen zu beklagen hat, da ich selber Transgender bin (FtoM=Frau zu Mann) und es selber nicht unbedingt bevorzugt habe mich anfassen zu lassen. Da dieses oftmals in der Transgender Thematik der Fall ist, hätte es auch gut sein können, dass mein damaliger Partner ebenso empfindet. Letztendlich klärte sich aber alles und wir mussten auf nichts verzichten.

Ich kann mir auch vorstellen mit einer Transfrau eine Beziehung einzugehen. Im Laufe meiner Transsition sind einfach meine Sichtweisen sehr gewachsen. Früher als Frau und Lesbe konnte ich mir im Leben nicht vorstellen mit einem Mann etwas anzufangen; Heute ist es so, dass ich nicht mehr danach gehe welches Geschlecht jemand besitzt sondern was für ein Mensch er ist und um diese Sichtweise bin ich wirklich froh. Natürlich habe auch ich meinen persönlichen Geschmack aber der richtet sich eben nicht an das Geschlecht.

» Vancouver » Beiträge: 266 » Talkpoints: 1,02 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ich muss auch ganze ehrlich sagen, dass ich mir nicht so wirklich vorstellen kann, mit einer solchen Person zusammen zu leben. Der Grund wäre für mich mehr oder weniger auch der, dass ich über derartige Geschlechtsumwandlungen nicht informiert bin und mir nicht vorstellen kann, wie das funktioniert. Die ersten Gedanken die mir kommen würden, wären Gedanken darüber, ob bestimmte Körperteile an einem solchen Menschen künstlich sind oder sonst irgendwie nachgebildet wurden und das wäre mir eben unangenehm. Ich finde den Gedanken daran sehr befremdlich, dass eine Person mal ein anderes Geschlecht hatte und dann eben mittels neuster Fortschritte in der Chirurgie und Wissenschaft ein anderes Geschlecht annehmen konnte.

Die Tatsache, dass die männlichen Elemente an diesem Menschen eben nicht ''echt'' sind, würden mich durchaus stören und soweit ich weiß, ist es auch nicht möglich einen naturgemäßen Penis nachzubauen, so wie das bei einem normalen Mann der Fall ist. Für mich wäre das ehrlich gesagt nichts und ich hätte auch mit der Vergangenheit einer solchen Person Probleme.

» Crispin » Beiträge: 14933 » Talkpoints: 5,72 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Ich denke nicht, dass man das so generell sagen kann, da es ja - so abgedroschen das klingen mag - auf den Charakter der Person kommt. Es gibt ja durchaus Dinge, die man unternimmt, bevor man sexuell aktiv wird und wenn es so weit ist, dann kann man ja immer noch entscheiden, ob es für einen persönlich klappt oder nicht. Wenn man die Person aber wirklich liebt, dann ist das mit Sicherheit kein Problem.

Crispin: Du tust mit deinem Post so, als würden Transsexuelle ihr Geschlecht nur anpassen, weil das ja heute technologisch möglich ist und nicht, weil sie eben im falschen Körper geboren sind. Transsexualität ist wie jede andere Facette von Sexualität keine Wahl und deswegen sollte man sich auch in Acht nehmen, da alle über einen Kamm zu scheren und das "befremdlich" zu finden. Das spricht nicht gerade für viel Toleranz. Wenn du einen Menschen doch vorher wirklich kennengelernt hast, ihn lieben gelernt hast, ist es dann nicht eigentlich egal, wer er oder sie genau ist?

Du gibst ja auch selber zu, dass du nicht informiert bist über Geschlechlechtsanpassungen, also würde ich mich an deiner Stelle informieren, bevor ich trotz Unwissenheit versuche ein Urteil zu fällen.

Das, was ich jetzt hier schreibe, klingt wahrscheinlich kritischer als es wirklich gemeint ist, aber mir geht es einfach darum, zu unterstreichen, dass Liebe doch Liebe ist, egal zwischen welcher Art von Menschen sie jetzt unter was für Umständen entsteht. Liebe ist immer etwas Schönes .

» Seroy » Beiträge: 178 » Talkpoints: 24,22 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Für mich ist diese Frage nicht schwierig und ich kann sagen das es mir überhaupt nichts ausmachen würde mit jemandem zusammen zu sein der bei der Geburt ein anderes Geschlecht hatte, denn wie ich finde kommt es bei der Liebe sowieso nicht auf Geschlechter an sondern auf die Gefühle. Das mag sehr abgedroschen klingen, zumal ich bisher nur männliche Partner hatte aber ich wäre allem gegenüber offen insofern ich für die andere Person etwas empfinde. Und dann wäre es mir auch egal ob diese Person männlich, weiblich oder Transgender ist - Gefühle kann man nicht so einfach streichen und ich finde man sollte sie auch zulassen wenn sie passieren.

» yuuhi » Beiträge: 281 » Talkpoints: 2,41 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^