Rehaklinik - welche Kriterien wären euch wichtig?

vom 15.07.2012, 09:04 Uhr

Es gibt in Deutschland zahlreiche Rehakliniken, für jede Erkrankung gibt es eine spezielle Klinik, auch die Umgebung ist anders, das Angebot ist unterschiedlich und die Zielgruppe natürlich auch. Mich würde interessieren, welche Kriterien ihr ansetzt, wenn ihr in eine Reha müsstet. Gibt es bestimmte Dinge, die in jedem Fall erfüllt sein müssen, jetzt einmal abgesehen von der Zielgruppe bzw. der Erkrankung, die dort behandelt wird? Ist euch die Umgebung, die Nähe zum Wohnort oder die Klinik selbst wichtig? Ist euch wichtig, ob man dort mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen kann und ob es ausreichend Freizeitangebote gibt? Was wäre euch noch wichtig, das ich in meiner Aufzählung vergessen habe?

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» Vampirin » Beiträge: 5979 » Talkpoints: 30,32 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Ich musste glücklicherweise noch nicht in eine Rehaklinik, aber das kann ja jedem passieren, dass er mal in die Situation kommt und auch als junger Mensch ist man da nicht mehr vor geschützt. Ich habe in einer Reha gearbeitet und die fand ich wirklich gut. Die Zimmer waren wirklich nett gestaltet und hatten wirklich eher das Flair von einem guten Hotel und es herrschte insgesamt kaum bis gar kein Krankenhausflair. Das finde ich sehr wichtig, denn auch die Umgebung zählt, wenn man gesund werden will und Krankenhausatmosphäre trägt meiner Meinung nach nicht gerade dazu bei, dass es einem schneller wieder gesund geht.

Wichtig finde ich aber natürlich auch das Rehaabgebot. Was tut man, damit der Patient sich schnell von dem erholt oder damit es ihm besser geht. Dort gab es Fango, Thermalbäder verschiedenster Sorte, Stromtherapie, professionelle Massagen, einen Fitnesscenter mit Rehageräten natürlich, und ganz ganz viele Kurse. Es wurde individuell ein Plan für jeden Patienten erstellt, den er möglichst einhalten musste. Kam jemand mit einem Kurs nicht klar oder war unterfordert oder überfordert, wurde das enstprechend angepasst. Bei vielen hat man neben der eigentlichen Grunderkrankung noch andere Sachen wie Übergewicht oder dergleichen beachtet und mitbehandelt und das ziemlich erfolgreich.

Die Umgebung mit einem tollen Park fand ich auch sehr schön. Man hat dort direkt auch Walken angeboten unter professioneller Aufsicht und insgesamt fande ich das sehr stimmig. Ich hatte wirklich schon überlegt, ob ich das mal meiner Oma schenke. Einige kamen nämlich jedes Jahr dahin und auch das finde ich ein gutes Angebot.

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» winny2311 » Beiträge: 15159 » Talkpoints: 4,91 » Auszeichnung für 15000 Beiträge


Also zunächst einmal ist es ja eher selten so, dass sich eine Reha Klinik nur mit einer speziellen Erkrankung befasst, in den meisten Reha Kliniken werden mehrere Bereiche abgedeckt. In der Reha Klinik in der ich war, gab es mehrere unterschiedliche Stationen, so dass im Endeffekt Menschen mit allen möglichen Problemen hier herkamen, es gab neurologische Erkrankungen, viele MS-Patienten, aber auch Personen die durch einen Unfall bestimmte Gliedmaßen nicht mehr einwandfrei bewegen konnte und dann diesbezüglich rehabilitiert wurden. Für mich gibt es durchaus einige Kriterien, die ich bei der Wahl einer Reha Klinik beachten würde, vorausgesetzt natürlich, man äußert bei dem Antrag einen Wunsch.

Mir selbst war die Nähe zum Wohnort nicht wichtig. Es gibt eine Reha Klinik, die etwa eine halbe Stunde Autofahrt von uns entfernt liegt, aber diese Klinik ist eher der untere Durchschnitt, sie hat nichts spezielles zu bieten und hat auch keine sonderlich guten Bewertungen, wenn man sich ein bisschen im Internet umschaut, deswegen wollte ich dort auch nicht hin. Man kann zwar während der Wochenenden eventuell nach Hause gehen, aber ich hielt das nicht für unbedingt notwendig, sondern habe mich darauf verlassen, dass ich besucht werde, was auch definitiv der Fall war.

Die Umgebung war schon sehr wichtig für mich, weil die besagte Reha Klinik beispielsweise mitten in der Stadt lag und auf sowas hätte ich eher weniger Lust. Die Reha Klinik die ich anschließend gewählt habe, lag sehr außerhalb, dass hat man auch bei der Autofahrt dorthin gemerkt. Die Gegend war sehr ländlich, es gab viel Natur und man konnte daher sagen, dass alles sehr ruhig und gelassen war, man wurde auf jeden Fall nicht mit Lärm belästigt. Auf öffentliche Verkehrsmittel muss man bei den Reha Kliniken in der Regel nicht achten, es wird hier immer schon Bescheid gegeben, dass die Kosten erstattet werden und die Gästen werden auch mit einem Bus vom Bahnhof abgeholt, so war das zumindest bei der Klinik, in der ich damals war.

Auch in Sachen Freizeitangeboten sehe ich in der Regel kein Problem, denn wenn in der Näheren Umgebung der Klinik nichts bereit stehen sollte, bieten die Kliniken in der Regel von sich aus genug an. Die Klinik die ich besucht habe hatte eine sehr schöne Umgebung, die einem besonders bei gutem Wetter eine Vielzahl an Beschäftigungsmöglichkeiten bot, aber selbst wenn das nicht gegeben wäre, so bietet die Klinik von sich aus viel an, weil es Unternehmungen für den Nachmittag gibt, wie beispielsweise eine Schwimmhalle, Sauna, viele Kurse etwa Stricken, Aquarellmalen, Instrumente erlernen, sogar Singen und dergleichen. Also ist es an sich nicht unbedingt wichtig, dass die Umgebung der Klinik viel bietet, auch wenn das natürlich schön ist.

Abgesehen davon wäre mir beispielsweise wichtig, dass die Klinik an sich irgendwie einen guten Ruf und demnach auch gute Bewertungen hat. Die Klinik die es hier bei mir in der Nähe gibt, ist letztendlich doch irgendwie nur darauf bedacht, dass die Leute sich körperlich erholen und schnell wieder zur Arbeit gehen, aber die Klinik in der ich war hat an sich ihren eigenen Charme, weil man sich hier blendend erholen kann, es wird streng darauf geachtet, dass hier in und auch zum Teil außerhalb der Klinik Ruhe herrscht, Alkoholkonsum ist selbstverständlich untersagt und Rauchen durfte man hier nicht einmal auf der Straße vor der Klinik, was ich auch voll und ganz unterstütze. Solche Aspekte sind mir eben auch sehr wichtig.

» Crispin » Beiträge: 14916 » Talkpoints: -0,43 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Ich sollte 2006 eine Rehamaßnahme machen. Mir war erst mal wichtig, dass die Klinik meine Erkrankung auch behandelt und das nicht an xter Stelle. Sprich sie sollten schon auf die Erkrankung halbwegs spezialisiert sein. Was die Suche schon mal eingrenzte. Weiteres Problem war, dass ich die Rentenversicherung als Kostenträger hatte und die nicht für alle Kliniken die Kosten übernehmen. Dann fielen die Kliniken weg, von denen ich nur schlechtes gehört hatte. Und die Krankenkasse machte Druck, dass ich möglichst bald eine Rehamaßnahme mache. Die bevorzugten Kliniken hatten aber alle Wartelisten von bis zu einem Jahr. Und dann gibt es für meine Erkrankung zwei Behandlungsformen. Zumindest damals. Ich hatte schon in die eine Richtung ambulant angefangen und wollte danach auch dort weiter machen. Somit wurden es immer weniger Kliniken.

Die Fachkliniken, die alle Voraussetzungen erfüllten, gibt es in Deutschland einmal im nördlichen Bereich, dann Bayern/ Baden- Württemberg und im Osten. Osten schied damals für mich aus, dank diverser Klischees, gebe ich zu. Die waren aber auch alle relativ unbekannt, wenn man diverse Foren durch gesehen hat. Außerdem war mir die Entfernung zu weit.

Meine Mutter war damals schwer krank. Ich wusste, die Chancen das man mich besuchen würde, wären eh gleich Null. Auch wenn es um die Ecke gewesen wäre. Damit ich damit aber gedanklich keine Probleme habe, suchte ich bewusst nach Kliniken, die möglichst weit weg sind. Damit ich mir einreden kann, ich werde deshalb nicht besucht. Weil die Entfernung eben nicht einfach mal so zu schaffen ist.

Somit stand ich im Endeffekt vor der Wahl Norden oder Süden. Und auch wenn das nun doof klingt, im Süden war ich schon mal. Berge sind auch nicht mein Ding. Also zumindest von der körperlichen Leistung her. Von den Therapien her schienen mir die Kliniken alle relativ gleich. Wobei bei meiner Krankheit eh in der Regel dasselbe gemacht wird. Ich hatte mich damals für eine Klinik im Norden entschieden.

Heute würde ich manches anders sehen. Damals kam aber noch der Druck der Krankenkasse dazu und der Druck des Kostenträgers. Mir wären die anderen Therapien mittlerweile auch wichtig. Ich hatte in der Klinik an sich relativ viel Leerlauf. Zusatzangebote waren kostenpflichtig und das so richtig. Waren dann aber auch keine wirklich medizinischen Zusatzangebote. Vorrangig wichtig wäre mir aber, wie oft Kontakt zu den Therapeuten besteht.

Ich würde wahrscheinlich auch nicht mehr bis an das andere Deutschlands fahren wollen. Allerdings wäre mir auch wichtig, wie die Einkaufsmöglichkeiten vor Ort sind. Ich kenne Einrichtungen, da gibt es im Ort einen Kiosk, der an wenigen Tagen ein paar Stunden geöffnet hat. Auch sollte die Klinik nicht so weit außerhalb einer Stadt liegen, dass man ein halbes Vermögen für eine Fahrt zahlt.

» LittleSister » Beiträge: 10426 » Talkpoints: -11,85 » Auszeichnung für 10000 Beiträge



In eine Rehaklinik kommt man immer für einen bestimmten Zeitraum, sagen wir drei Wochen, um eine teilweise verheilte Verletzung oder Krankheit auzukurieren. Der Maßstab muss daher die absolut beste Behandlung und Betreuung, sowie der größtmögliche Fortschritt sein.

Aus diesem Grund muss ich sagen, dass die Nähe zum Wohnort in keinster Art und Weise eine Relevanz besitzt. Wenn die beste Behandlung in Amerika stattfindet, dann möchte ich dorthin - okay, übertriebenes Beispiel, aber man weiß was ich meine. Die Behandlung setzt sich in einem Rehazentrum meist aus vielen verschiedenen Modulen zusammen. Gruppentherapie, Physiotherapie, Ergotherapie, Krafttraining, Ausdauertraining, eventuell Aqua-Gymnastik und vieles mehr. Deshalb ist es wichtig, dass die Einrichtung modern und sauber ist. Nicht nur die Fitnessgeräte, nein die gesamte Einrichtung, also auch die Mensa, die Gymnastikhalle, die Zimmer und sämtliche technische Geräte. Denn nur mit modernsten Mitteln ist die beste Rehabilitation möglich.

Wichtiger als die Geräte sind die Mitarbeiter. Physiotherapeuten, die nicht nur Zertifikate für die Kurse und Therapiemethoden besitzen, die sie anwenden, sondern wenn möglich auch viele und sinnvolle Weiterbildungen und Ärzte, die nicht nur nett und sympathisch wirken, sondern auch über Fachwissen und Kompetenz verfügen. Wie man das herausfinet? Leider nur durch Bewertungen im Internet, über die Einrichtung. Kurzum, es sollte sauber sein, das Personal kompetent und die Geräte und Methoden modern. Durch Hörensagen kriegt man oft eine gute Rehaeinrichtung heraus, Ärzte kennen sich damit teilweise aus und Physiotherapeuten auch. Man sollte vor einer Wahl also auch mit diesen Personen reden.

» benutzer7 » Beiträge: 2116 » Talkpoints: 49,80 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Meist ist es ja so, dass eine Rehaklinik in der Nähe ausgewählt wird, man kann wohl selbst Präferenzen angeben, aber die Entscheidung scheint eher nach dem Grund des Aufenthalts und der Nähe zum Wohnort zu fallen. Insofern würde ich wohl schauen, was für mich machbar ist und ob ich etwas dazu im Internet nachlesen kann. Manche Kliniken sind ja online vertreten, stellen sich dort vor und man kann sich eine erste Meinung bilden. Wie es denn dann vor Ort sein wird, ist immer eine eigene Erfahrung wert, aber sympathisch sollten die Bilder schon sein. Auch würde ich ein wenig darauf achten, wie es dort ausschaut und was dort in der Tat geboten wird.

Ich denke, ich würde auch auf jeden Fall eine Klinik bevorzugen, die auch ganzheitlich behandelt, weil es meist ja mit einem einzigen Krankheitsbild nicht getan ist. Wenn es dann dazu noch um eine Klinik handelt, die nicht allzu weit weg von zu Hause ist, auch in Bezug auf Besuch und dergleichen, wäre es schon ideal für mich. Zum Glück lassen sich heute auch mithilfe des Internets viele Informationen einholen, die dazu führen, sich für die eine oder andere Klinik zu entscheiden. Wobei ich nun in keine hochmoderne Klinik gehen würde, wenn ich wüsste, dass man dort den Patienten gegenüber eher rabiat und kalt auftritt.

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge


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