Fühle mich seit den letzten 2 Jahren nicht mehr so gut

vom 08.07.2012, 10:06 Uhr

Ich habe ein ernstes Problem, und zwar, dass ich mich seit den letzten 2 Jahren nicht mehr so wirklich gut und wohl gefühlt habe. Vorher war noch alles ok, aber ich habe irgendwie an nichts mehr so wirklich Lust und auch um ehrlich zu sein nicht mehr so viel Lebensfreude wie vorher. Sachen, die ich früher gerne gemacht habe, machen mir jetzt nicht mehr so viel Spaß.

Wisst ihr, was man dagegen tun kann? Habt ihr irgendwelche Tipps oder Ratschläge oder sowas vielleicht auch schonmal selbst erlebt? Wenn ja, was habt ihr dagegen getan?

» flopost » Beiträge: 594 » Talkpoints: 5,93 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Also ich kenne Dein Problem nur zu gut. Am Besten Du suchst nach der Ursache für dieses Problem. Diese Ursache könnte beispielsweise Liebeskummer oder eine Trennung einer früheren Beziehung sein. Such Dir Ablenkung und sehe das Leben von den positiven Seiten. Denke nicht so viel über die negativen Ereignisse nach und wenn Du Fehler in Deinem Leben gemacht hast, dann bist Du nicht der einzige. Schließlich ist niemand Perfekt und somit macht auch jeder Fehler in seinem Leben. Versuch doch einfach mal mit schöner Musik abzuschalten und denke einfach mal an nichts. Sollte das nichts bringen, dann gehe zum Arzt und erkläre Deinem Arzt Dein Problem. Die Lebensfreude wird bald wieder da sein. Lass den Kopf nicht hängen.

» Stefan569 » Beiträge: 558 » Talkpoints: 1,86 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Ich weiß genau von was du sprichst, mir ging es eine lange Zeit auch so. Eigentlich geht es mir jetzt auch noch so, aber irgendwie habe ich mich langsam damit abgefunden. Das klingt zwar hart, aber ich habe eingesehen, dass sich nun mal meine Interessen geändert haben und es sehr schwer ist, etwas zu finden, was mich begeistert. Vielleicht sind meine Ansprüche an die Welt auch zu hoch, keine Ahnung. Natürlich gibt es immer noch viele Dinge die mir Spaß machen, aber Gefühle wie Aufregung oder richtige Begeisterung sind mir eigentlich fremd geworden.

Ich habe mich monatelang mit diesem Problem rumgeschlagen und versucht, die Ursache zu finden. Vielleicht liegt sie in meiner Beziehung, die nun ungefähr zwei Jahre lang geht. Er tut mir nicht so gut, wie ich mir es wünschen würde, da wir leider auch zu verschieden sind, aber die Kraft, um die Beziehung zu beenden, konnte ich nie aufbringen. Momentan läuft es auch wieder etwas besser, ich habe akzeptiert, dass meine Ansprüche an ihn etwas zu hoch sind und ich ihn nicht ändern kann, das ist vielleicht auch ein Grund dafür, dass die Gedanken, wie du sie beschreibst, etwas zurückgegangen sind.

Auf jeden Fall würde ich dir raten, dich zu fragen, warum das so ist. Vielleicht gibt es ja bei dir einen ähnlichen Grund wie bei mir. Ich habe damals auch nach Lösungsvorschlägen im Internet gesucht und bin auf etwas gestoßen, was ich zwar nicht lange praktiziert habe, aber das ich dennoch recht gut finde: Mir wurde geraten, mir jeden Tag 5 Dinge aufzuschreiben, die mir an diesem Tag Spaß gemacht haben oder über die ich mich gefreut habe. Wenn es einem dann schlecht gehen sollte, kann man sich die Zettel zu Hand nehmen und sich darauf besinnen, dass es etwas gibt, was einem Spaß gemacht hat.

Ich hoffe ich konnte dir wenigstens etwas weiterhelfen, denn ich weiß, wie schlimm sich das anfühlt. Bei mir war (oder ist) es wie eine Mauer, eine Barriere, die irgendwie alle guten Gefühle wie Spaß, Begeisterung der Mitgerissenheit nicht durchgelassen hat. Ich stand also hinter der Mauer und schaute zu, was um mich passiert ist, konnte aber nicht so richtig daran teilhaben.

Versuche auf jeden Fall auch, den Kontakt zu anderen Menschen zu suchen, vielleicht findest du auch jemanden aus deinem Umfeld, der ähnliche Probleme hat, vielleicht hilft dir das auch, damit umzugehen? Und selbst wenn du keinen findest, andere Menschen sorgen auf jeden Fall für Ablenkung. :)

» Schnuffline » Beiträge: 1019 » Talkpoints: 33,16 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ich hatte auch so eine Phase, die mehr als ein Jahr dauerte. Bei mir gab es auch einen Grund dafür. Ich hatte gesundheitliche Probleme und kein Arzt hat mich Ernst genommen. Nach einigem hin und her hatte endlich ein Arzt mein kleines Problem gefunden. Seitdem treibe ich regelmäßig Sport und gehe oft weg. Wenn man so einen Durch Hänger hat, dann sollte man sich selbst fragen, warum das so ist. Eventuell gab es ja auch ein persönliches Ereignis, wie Beziehungsprobleme oder Tod, die diesen Hänger ausgelöst haben. Wenn es mit der Hilfe von Freunden nicht voran geht, dann sollte man sich auf jeden Fall professionelle Hilfe dazu holen und sich genügend Abwechslung verschaffen, z. B. durch ein Hobby.

» Jenna87w » Beiträge: 2149 » Talkpoints: 0,47 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich hatte auch so eine Phase, nach dem mein Opa gestorben war. Mir ging es furchtbar schlecht und ich konnte nichts Positives mehr im Leben erkennen. Ich hatte richtige Depressionen. Vielleicht gab es bei dir ja auch einen Auslöser?

Du hast natürlich die Möglichkeit dich in ärztliche Behandlung zu geben, wenn du Depressionen hast. Dort bekommst du Medikamente, die dir helfen wieder ein bisschen glücklicher zu werden. Vielleicht hast du auch ein Problem mit der Schilddrüse. Dadurch können Depressionen entstehen, weil die Hormone verrückt spielen.

Ansonsten würde ich einfach versuchen, wieder etwas Positives in deinem Leben zu sehen. Klammer dich an Dinge, die dich interessieren und die du magst. Manchmal ist es nur eine Phase, die wieder vorbei geht und jeder macht das Mal durch.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Mir ist als erstes eine Schilddrüsenunterfunktion in den Sinn gekommen. Das kann man ganz einfach beim Hausarzt testen lassen. Diese Unterfunktion hat im Schnitt jede dritte (!) Frau, nur bleibt sie bei vielen ohne Symptome, weshalb sie häufig gar nicht entdeckt wird. Wenn man aber Symptome feststellt, kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass sie nicht ganz ohne sind: Müdigkeit, ein schwächelndes Immunsystem, schlechte Laune, Depressionen und das Gefühl, sich zu nichts aufraffen zu können. An deiner Stelle würde ich also mal einen Termin beim Arzt machen. Eisenmangel (bist du vielleicht Vegetarier?) kann übrigens ähnliche Symptome hervorrufen. Ich hatte auch starken Eisenmangel, obwohl ich viel Fleisch esse.

Ansonsten gibt es noch zahlreiche mögliche Ursachen: zu wenig Sonne und/oder Bewegung, Schimmel im Haus, eine schlechte Ernährung, ein schlimmes Erlebnis in der Vergangenheit, das vielleicht therapiert werden müsste usw. Geh mal in dich und überlege, ob eine dieser Sachen zutreffen könnte.

» Cappuccino » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Wenn du ausschließen kannst, dass deine Symptome auf klar umgrenzte Ereignisse zurückzuführen sind oder auf deine Lebenssituation insgesamt, mit der du nicht zufrieden bist (dann solltest du einen Plan machen, sie zu ändern), solltest du dich auf jeden Fall von einem Arzt untersuchen lassen. Es können körperliche Ursachen sein, wie zum Beispiel ein Virus, der noch lange nachwirkt, aber auch seelische. Wenn der Arzt deine Symptome nicht ernst nimmt, würde ich in ein neurologischen Zentrum gehen und auf eine Depression untersuchen lassen.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Ich glaube, man kann einfach nicht immer nur glücklich und froh sein und man hat eben auch Phasen, wo man sich nicht so gut fühlt und dann auch meint, dass alles irgendwie schief läuft. Ich denke, dass es einfach wichtig ist, dass du schaust, woran es liegen könnte, dass er dir so ergeht. Und du selbst kannst vor allem etwas dafür tun, dass du an Lebensqualität etwas zurück bekommst.

Der Geschmack verändert sich ja mit der Zeit und so ist es klar, dass dir nicht mehr alles Spaß macht, was dir noch vor 2 Jahren gefallen hat. Du solltest das als Chance nutzen, um dir neben neue Hobbys zu suchen, die dir Spaß machen könnten. Probier doch verschiedene Sachen aus und nimm das als Ansporn etwas tolles neues zu finden, für das du dich begeistern kannst. Manchmal muss man sich auch selbst ein bisschen treten, um wieder in Schwung zu kommen.

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» Nelchen » Beiträge: 32238 » Talkpoints: -0,25 » Auszeichnung für 32000 Beiträge


Solche Momente habe ich auch bereits erlebt und es handelte sich dabei auch teilweise um längere Phasen in meinem Leben. Irgendwann wurde bei mir dann eine Anpassungsstörung diagnostiziert und es folgte eine Gesprächstherapie, die mir wirklich gut geholfen hat, auch jetzt noch, wo sie bereits einige Jahre zurückliegt. Phasen, in denen ich unter der Anpassungsstörung zu leiden habe, gibt es zwar nach wie vor, aber diese Phasen sind nun nicht mehr von so langer Dauer, weil ich sie recht früh erkennen kann und weiß, wie ich damit umzugehen habe, was ich eben in dieser Therapie unter anderem gelernt habe.

In dieser Therapie wurde allerdings, und das halte ich ebenfalls für den wichtigsten Schritt, zunächst nach der Ursache gesucht, die meine Anpassungsstörung und diese depressive Verstimmung ausgelöst hat. Ich denke deshalb, wie einige meiner Vorredner auch, dass Du versuchen solltest, herauszufinden, womit Deine Unzufriedenheit anfing und ab wann Deine Lebensfreude sich zurückentwickelt hat. Vielleicht findest Du heraus, wann das alles in etwa begonnen hat und kannst Dich langsam an den Moment herantasten, den Du als ausschlaggebend siehst. Möglicherweise hast Du irgendein Ereignis nicht wirklich verarbeitet und solltest diese Verarbeitung nachholen. Es muss sich bei solchen Ereignissen auch nicht immer um ganz gravierende handeln, wie Todesfälle oder Scheidungen und dergleichen. Manchmal passiert im eigenen Leben einfach zu viel und es wirft einen etwas aus der Bahn, das man, wenn es allein aufgetreten wäre, noch gut hätte wegstecken und eben verarbeiten können.

Jedenfalls würde ich diese Phase, in der Du Dich seit zwei Jahren befindest, nicht einfach als etwas abtun, das jetzt eben so ist. Ein Grundsatz der Psychotherapie lautet übrigens, dass ein Mensch dann ein psychisches Problem hat, wenn er merkt, dass er sich eingeschränkt fühlt. Wer seelisch nicht frei ist und sich in irgendeiner Weise gebremst, gehemmt oder sonst irgendwie zurückgehalten fühlt, der ist nicht unbeschwert. Eigentlich liegt das auf der Hand, aber wir sind uns über so viele nachvollziehbaren und auf der Hand liegenden Sachverhalte ja so selten klar. Da Du aber schreibst, dass Dich Deine Situation bedrückt und belastet, solltest Du diese Problematik auf jeden Fall ernst nehmen und Dir nicht einreden lassen, dass das alles in Ordnung so ist, weil man sich im Laufe seines Lebens eben verändert und das Leben nun einmal kein Ponyhof ist.

Wenn Du meinst, dass Du selbst nicht mit Deinen Überlegungen und Analysen weiterkommst und Dir auch Freunde nicht dabei helfen können, durch Gespräche nach der Ursache für Deine Problematik zu forschen, dann such Dir fachkundige Hilfe und schrecke dabei auch nicht davor zurück, zu Deinem Hausarzt zu gehen und ihm davon zu erzählen. Das seelische Wohlbefinden und eine gesunde Psyche sind nicht zuletzt auch wichtig für die physische Gesundheit, also solltest Du Dir gegebenenfalls Hilfe suchen, damit es Dir bald wieder besser geht.

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» moin! » Beiträge: 7218 » Talkpoints: 22,73 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


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