Händchen halten beim Arzt oder Zahnarzt
Kürzlich kam eine Bekannte meines Alters auf mich zu und fragte mich, ob ich sie zum Arzt begleiten könne. Sie habe Angst vor der Untersuchung beziehungsweise den Ergebnissen und bräuchte daher eine Unterstützung. Da ich selbst weiß, wie so etwas sein kann, habe ich ihr auch meine Begleitung zugesagt und werde also versuchen, ihr zur Seite zu stehen. Allerdings denke ich, wird die Begleitung nur so weit etwas helfen, bis sie in ein Behandlungs- oder Besprechungszimmer gerufen wird. Was darin besprochen wird, geht mich ja im Grunde nichts an. Das habe ich ihr auch gesagt, und sie möchte aber dennoch, dass ich während der Besprechung bei ihr bin, um sie zu stützen.
Ist es auch vom Arzt abhängig, ob eine solche Begleitung erlaubt, gestattet oder vielleicht sogar erwünscht ist? Habt Ihr schon einmal eine solche Begleitung in Anspruch genommen oder selbst als Begleitung fungiert? Wie war es für Euch? Würdet Ihr es immer wieder tun oder denkt Ihr, der Mensch muss selbst damit klarkommen?
Grundsätzlich kann der Arzt dich natürlich ausschließen. Er wird es aber vermutlich nicht tun, wenn er meint, dass es dem Patienten nicht schadet, sondern sogar hilfreich ist. Wenn du dir da unsicher bist, dann bitte die Bekannte, vor dem Termin beim Arzt anzufragen, ob das in Ordnung geht. So fühlt sich der Arzt dann auch nicht überrumpelt. Ja, ich weiß, dafür müsste man den Arzt auch mal telefonisch erreichen. Aber wenn einem das wichtig ist, dann muss man da eben auch ausdauernd sein.
Ich habe das zwar noch nie gemacht, hätte aber keinerlei Bedenken, da jemanden aus der Familie oder enge Freunde zu begleiten. Wir sind alle nur Menschen, mit kleinen und größeren Fehlern und das Schicksal kann jeden treffen. Schwierigkeiten hätte ich allerdings, wenn es blutig würde oder wenn Spritzen zum Einsatz kämen.
Ich habe meinen Verlobten Mal mitgenommen und denke, dass das schon in Ordnung ist. Der Arzt hat da nichts gesagt, aber ich kann mir schon vorstellen, dass der Arzt bei manchen Sachen auch die Begleitperson nicht dabei haben möchte. Ich denke aber, dass der Arzt dich mit hereinnimmt, wenn du das möchtest. Bei einer Bekannten von mir würde ich das nicht machen, das wäre mir zu persönlich und ich denke, dass es auch keiner Bekannten von mir gefallen würde. Sollten aber nur Testergebnisse preisgegeben werden, sollte auch das kein Problem darstellen.
Ich hatte öfters Sachen beim Zahnarzt und auch eine Operation beim Arzt. Ich bin eigentlich ganz gelassen wenn Operationen ansteht, ich mag nur die Spritzen ganz am Anfang nicht. Da beiße ich dann kurz die Zähne zusammen und danach spürt man ja eh nichts mehr. Ich brauche also eigentlich niemanden, der meine Hand hält oder mich unterstützt oder so.
Mein Partner ist schon oft bei solchen Arztterminen mitgekommen und ist dann auch mit in das Behandlungszimmer gegangen. Einmal hatte ich sehr starke Unterleibsschmerzen und er ist dann auch sogar mit beim Frauenarzt in das Sprechzimmer gekommen. Bei der Untersuchung hat er jedoch dann dort gewartet. Ich war bei ihm auch schon mit in den Behandlungszimmern. Gerade, als er operiert werden sollte, bin ich da mitgegangen. So habe ich dann eben auch aus erster Hand gehört, was genau gemacht wird und womit man rechnen muss. Auch beim Zahnarzt ist mein Freund anfangs mit zur Behandlung gegangen, weil ich wahnsinnige Angst vor diesen Terminen hatte. Heute mache ich das alles alleine.
Ich denke nicht, dass ein Arzt etwas dagegen hat, wenn du deine Freundin begleitest. Ich habe jedenfalls noch nicht erlebt, dass jemand raus geschickt wurde. Wenn deine Freundin gern hätte, dass du mit ins Sprechzimmer gehst, dann solltest du das auch ruhig machen. Wenn es den Arzt wirklich stören sollte, wird er das ja äußern.
Ich selbst war auch schon häufig als Begleitperson zum Arztbesuch dabei und habe hier auch schon ganz unterschiedliche Erfahrungen machen können. Ich selbst bevorzuge es in der Regel eigentlich auch, lieber im Wartezimmer sitzen zu bleiben, da ich ebenfalls der Meinung bin, dass mich das, was dort zwischen Patient und Arzt besprochen wird, nichts angeht. Viele wollen dann aber eben, wie deine Freundin auch, dass man bei dem Gespräch dabei ist und als Unterstützung dient. Hier gibt es eigentlich keine Probleme, sofern der Patient damit einverstanden ist, kann man die Ergebnisse auch vor einem dritten besprechen.
Ich kenne jetzt auch keinen Arzt, der schon mal gesagt hat, dass man nicht mit in den Behandlungsraum dürfe, weil es einem eben nichts angehe. Dies wäre irgendwie auch mehr als unangebracht und jeder wird schon mal in einer solchen Situation gewesen sein, in der man die haltende Hand benötigt. Anders sieht das natürlich aus, wenn man grade erst behandelt wird. Hier ist es dann nicht immer möglich, eine Hand zu halten oder ähnliches. Bei einer Operation oder auch bei einer Zahnarztbehandlung geht so etwas natürlich nicht. Man würde nicht nur im Weg herum stehen, besonders hygienisch wäre es sicherlich auch nicht und auch verkraftet nicht jeder jeden Anblick.
Wieso sollte ein Arzt was dagegen haben? Das entscheidet doch der Patient und nicht der Arzt! Und wenn ein Patient unbedingt möchte, dass eine bestimmte Person dabei ist, dann ist das eben die Entscheidung desjenigen. Man muss aber immer im Hinterkopf behalten, dass der Arzt einem auch was mitteilen kann, wo man vielleicht nicht wollte, dass das jemand weiß. Und beschweren kann man sich hinterher dann eben nicht und man kann auch nicht behaupten, dass das niemand hören sollte.
Ich kenne keinen Fall, wo ein Arzt es abgelehnt hätte, dass jemand mit zur Untersuchung oder zu einer Besprechung kommen darf. Mit welcher Begründung auch? Normalerweise nimmt man ja auch nicht jeden mit, sondern immer eine Person, die einem irgendwie nahe steht und psychisch auch unterstützen kann, falls man was über sich ergehen lassen muss oder etwas erfährt, was belastend sein kann. Insofern kann es einem Arzt auch ganz recht sein,wenn Unterstützung mit dabei ist.
Ich hatte mal jemanden in meinem Bekanntenkreis, der höllische Angst vor dem Zahnarzt hatte und hier liebend gerne eine Hypnose bekommen hätte, aber das war wohl keine Option. Jedes Mal, wenn er zu einer Untersuchung oder ähnlichem ging, hat er sich dann eine Freundin oder einen Freund als Begleitung mitgenommen und diese Person musste dann auch mit in den Behandlungsraum. Ich muss ehrlich sagen, dass ich es prinzipiell jetzt nicht schlecht finde, wenn jemand sich eine Begleitung für Gang zum Arzt sucht und nicht alleine gehen möchte, allerdings sollte das seinen Grund haben. Wenn jemand auf eine schwere Krankheit untersucht wird, wenn es um Schwangerschaften oder folgenreiche Diagnosen geht, dann finde ich sowas durchaus sinnvoll, aber bei einem Routinegang zum Zahnarzt empfinde ich es eher als kindisch.
Ich selbst habe das bisher einmal selbst machen müssen, ich habe eine Freundin zum Gynäkologen begleitet, wo geschaut werden sollte, ob sie schwanger sei. Ich sollte dann auch mit ins Behandlungszimmer kommen, was der Arzt ohne weiteres toleriert hat und sie wurde mittels Ultraschall untersucht, es kam dann heraus, dass sie nicht schwanger war und alles war wieder im Lot. Zur Sicherheit ist ihr dann noch Blut abgenommen worden. Ich selbst fand das jetzt nicht notwendig, aber ich denke, dass es für meine Freundin eine ziemliche Erleichterung war, dass sie eben nicht alleine gehen musste, also wieso nicht?
Ich denke, ich würde das in ähnlichen Fällen gerne auch wieder machen, aber halte sowas wirklich nur in ernsten Situationen für sinnvoll. Ich denke nicht, dass Ärzte sich dadurch gestört fühlen, wenn ein Patient eine moralische Begleitung braucht, dann ist das eben so und dann wird das in den meisten Fällen auch einfach hingenommen. Ich selbst hatte sowas bis jetzt noch nicht nötig und weiß nicht, ob ich es wollen würde, aber wenn jemand mich für sowas braucht, dann finde ich das in Ordnung und würde dann auch nicht ablehnen.
Ich finde es nicht schlimm, wenn man sich jemanden zur seelischen Unterstützung mitnimmt, allerdings empfinde ich es in den meisten Fällen als überflüssig. Gerade bei solchen harmlosen Routineuntersuchungen beim Zahnarzt oder Hausarzt brauchen die wenigsten Leute jemanden, der ihnen beisteht. Das sind ja auch Dinge, die man seit der frühesten Kindheit immer wieder erlebt und meistens gewöhnt man sich auch daran, dass man zum Beispiel zweimal im Jahr zum Zahnarzt gehen sollte. Wenn dann dort etwas gemacht werden muss, ist das meistens auch nichts wildes, zumindest bei mir persönlich bisher nicht. Ich fände es sicher auch unangenehm, wenn ich nun wüsste, dass eine unangenehme Untersuchung oder ein kleiner Eingriff auf mich zukäme, aber vermutlich würde ich da auch alleine hingehen.
Ab und zu kommt es dennoch vor, dass ich mal Leute mit zum Arzt nehme, dann aber nur, weil die Wartezeit so lang ist und ich es lästig finde, zwei oder drei Stunden dort alleine zu warten. Das sind dann aber meistens Leute, die selbst ohnehin zu demjenigen Arzt wollten oder mit denen ich vorher oder nachher noch etwas unternehmen möchte. Dann wird der Arztbesuch eben gemeinsam erledigt und dann geht es weiter. Wirklich gebraucht habe ich eigentlich nur einmal jemanden, der mitgeht. Ich hatte vor ein paar Jahren große Probleme mit der Gallenblase, die dann auch entfernt werden musste. Als ich dann ins Krankenhaus ging, habe ich meine Omi mitgenommen, weil ich schon ein bisschen Angst vor der Operation hatte. Das war auch meine erste richtige Operation. Vor kurzem war ich nochmal zu einer Operation im Krankenhaus. Da musste ich aber niemanden mitnehmen und bin alleine in die Stadt gefahren. Da bei der ersten Operation alles gut verlaufen ist, hatte ich keine Angst und brauchte niemanden zum Händchenhalten.
Ich würde wohl in den meisten Fällen auch mitgehen, wenn mich jemand darum bitten würde und ich genug Zeit dafür hätte. Ich fände es sicher komisch, wenn mich jemand um so einen Gefallen bitten würde, wenn nur eine harmlose Routineuntersuchung ansteht. Ansonsten denke ich aber, dass dass ich da auch nichts sagen würde. Ich finde es normalerweise nicht unangenehm, zum Arzt zu gehen und gehe zum Beispiel auch gerne zum Zahnarzt. Allerdings kenne ich auch Leute, für die solche Arzttermine grundsätzlich schrecklich und furchteinflößend sind. Ich kann das nicht so recht nachvollziehen, würde die Person aber begleiten, wenn es ihr wichtig wäre.
Ob man mit in das Behandlungszimmer kommen kann, ist meistens natürlich vom Willen des Patienten abhängig. Allerdings habe ich es einmal auch erlebt, dass mich ein Arzt aus dem Zimmer geschickt hat, als ich mit meiner damaligen Freundin dort war. Es handelte sich nur um eine harmlose Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchung bei meiner Freundin, da sie ein paar kleinere Nävi hatte. Sie hat dann auch irgendwie verpasst zu sagen, dass ich bleiben soll. Daher habe ich dann ein paar Minuten draußen gewartet. Ansonsten überlassen es die Ärzte aber meistens allein den Patienten, ob diese ihre Begleitung auch während der Untersuchung oder Behandlung dabei haben wollen.
Ich habe auch schon einige Male jemanden mit ins Behandlungszimmer genommen, allerdings nicht nur beim Zahnarzt, sondern auch bei anderen Ärzten. Der Grund, den ich dafür hatte, war allerdings nicht immer nur Angst, wobei das beim Zahnarzt teilweise zugetroffen hat. Dennoch kann mir die Angst niemand nehmen und auch eine Begleitung vermag das nicht, aber das erwarte oder erhoffe ich mir von dieser Begleitung auch gar nicht. Vielmehr war mir bei einigen Arztbesuchen wichtig, dass ich noch jemanden dabei habe, der mit mir zuhören kann, denn bei einer großen Informationsflut neige ich dazu, dass ich im Nachhinein einiges nicht mehr erinnern kann, das möglicherweise wichtig ist. Insoweit hilf es mir dann doch sehr, wenn ich nochmal jemanden fragen kann, der eben dabei war.
Bei meinen Zahnarztbesuchen, die mit einer entsprechenden Angst einhergingen und bei denen meine Angst auch begründet war, handelte es sich eher um solche langwierigen Termine, bei denen ich viel im Behandlungszimmer warten musste, weil der Zahnarzt zwischendurch immer wieder den Raum verlassen hat, um andere Patienten zu behandeln, wenn bei mir eben im Moment nichts zu tun war. Als ich meine Kronenbehandlung bekommen habe und meine zu überkronenden Zähne geschliffen wurden, da war ich beispielsweise wirklich froh darüber, dass noch jemand mit mir im Behandlungszimmer gesessen ist. Immer dann, wenn Spritzen wirken mussten oder es sonst irgendwelche Leerlaufzeiten gab, verließ der Zahnarzt für eine Viertelstunde oder zwanzig Minuten das Behandlungszimmer und ich war dann wenigstens nicht allein, sondern hatte eine vertraute Person bei mir, mit der ich mich austauschen konnte. Das war wirklich wohltuend und ich bin mir sicher, dass diese Zahnarztbesuche noch deutlich unangenehmer für gewesen wären, wenn ich da jeweils niemanden bei mir gehabt hätte.
Dass mit solchen Ängsten jeder Mensch selbst klarkommen muss, finde ich übrigens auch nicht, denn ich denke, dass es doch ganz gut ist, wenn man seine Angst kennt und versucht, sie zu lösen, indem man jemanden mitnimmt. Immerhin führt die Angst insbesondere vor dem Zahnarzt doch bei vielen Menschen dazu, dass sie gar nicht erst zum Zahnarzt gehen, und wenn jemand diese Vermeidungshaltung nicht einnimmt, sobald er jemanden mitnehmen kann, dann ist das doch wirklich eine Lösung, die unterstützenswert ist. Auch meine ich, dass man für solche Ängste nie zu alt ist, zumal sie auf persönlichen Erfahrungen beruhen dürften, jedenfalls sicherlich in den meisten Fällen. Dafür kann man in der Regel einfach nichts und ich fände es falsch, eine solche Angst vorzuverurteilen. Jemandem beizustehen, kann nicht sonderlich falsch sein und eine Begleitung zum Zahnarzt, auch in der Form, dass man als derjenige, der begleitet, mit ins Behandlungszimmer geht, ist nichts anderes als ein Beistand.
Auch ich selbst war schon Begleitung beim Arzt und ich fand es nun überhaupt nicht schlimm, mitzugehen. Ich hatte auch nie das Gefühl, dass sich derjenige, der meine Begleitung erbeten hat, in irgendetwas hineinsteigert, sondern es war tatsächlich jedes Mal so, dass der Grund für diese formulierte Bitte, dass ich doch mitgehen möge, auf irgendwelchen durch schlechte Erfahrungen hervorgerufenen Ängsten beruht hat. Ich konnte das jeweils nachvollziehen und empfand es nicht als zu viel, hier „Händchen zu halten“, sondern ich habe eben versucht, beruhigend auf den Betroffenen einzuwirken, während ich ihn begleitet habe. Wenn jemand versucht, sich seinen Ängsten zu stellen, darf er sich dafür meiner Meinung nach eben auch Hilfe holen, und wenn ich derjenige bin, den er sich als Hilfe wünscht, kann ich das nicht schlecht finden.
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