Wenn Sorgen auf den Magen schlagen
Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber seit einiger Zeit merke ich, dass ich nichts essen kann, wenn ich Sorgen habe oder wegen irgendetwas wirklich tieftraurig bin. Das war nicht immer so und ich kann auch ziemlich genau den Zeitpunkt angeben, an dem es bei mir damit angefangen hat. Das war nämlich vor etwa drei Jahren während einer ziemlich schwierigen Phase in meinem Leben, als mal wieder alles zusammenkam und jeder Bereich anfing, zu bröckeln. Damals hatte ich einfach keinen Hunger mehr und musste mir aus Vernunft mein Essen regelrecht hineinwürgen. Appetit hatte ich sowieso keinen, aber mir fehlte tatsächlich auch der Hunger. Ich finde es äußerst schwierig, damit umzugehen, zumal ich merke, dass auch meine Denkweise dann eine ganz andere ist als zu normalen Zeiten, wenn ich diese Probleme nicht habe.
In einer solchen sorgenreichen oder sonst irgendwie schwierigen Phase, die mich psychisch belastet, weiß ich zwar, dass ich etwas essen muss und ich sehe das auch tatsächlich so, zumal ich weiß, dass ich ohne Nahrung schnell müde werde und nicht mehr leistungsfähig bin, weil mir Energie fehlt. Dennoch kann ich dann oft gar nicht anders als eben irgendetwas zwangsweise essen, das schon so gut wie fertig ist und kaum noch Arbeit macht. Gestern habe ich mir deshalb nachts um eins zwei dieser belegten Tiefkühl-Baguettes aufgebacken, aber gegessen habe ich nur ein halbes, dann ging einfach nichts mehr. Heute stand ich in meiner Küche und habe überlegt, was ich zubereiten könnte, aber ich kann mich nicht wirklich dazu aufraffen, mit dem Kochen anzufangen, also schiebe ich das wieder hinaus, bis es vermutlich wieder irgendwann in der Nacht ist. Und ich verstehe nicht, weshalb ich da nicht den Punkt finde, an dem ich einfach anfange, mir etwas zu kochen. Ich weiß doch, dass das relativ schnell erledigt ist. Aber ehrlich gesagt befürchte ich, dass ich nach dem Kochen erst recht nicht mehr essen will und es dann auch nicht tue. Das würde mich dann vermutlich richtig ärgern.
Ist unter Euch jemand, dem es da ähnlich geht und der irgendeinen guten Weg gefunden hat, trotzdem zu seiner Nahrungsaufnahme zu kommen? Es ist schwer zu erklären, aber ich kann mich irgendwie nur schwer überwinden, etwas zu essen, weil mir dafür eigentlich so ziemlich alles fehlt. Ich denke, dass ich im Moment sogar tatsächlich nichts essen könnte, wenn ich einen Teller mit Essen vor mir stehen hätte, denn mir wird jetzt gerade allein beim Gedanken an Essen schlecht. Normalerweise habe ich mit dem Essen allerdings kein Problem und ich esse nun auch nicht sonderlich wenig. In solchen Phasen wie im Moment, wo alles etwas belasteter ist als sonst, sieht es aber leider eben ganz anders aus und ich würde mir wirklich wünschen, das ändern zu können. Mit „einfach essen“ ist es aber nicht getan. Wie sehen Eure Erfahrungsberichte dazu aus – hat irgendjemand einen guten Tipp?
Mein Mann hatte solch eine Phase, als er noch bei seiner alten Firma gearbeitet hatte. Ein dauer entzündeter Magen war hier keine Seltenheit. Er hat auch kaum noch was herunter bekommen und war spindeldünn. Dies hatte sich erst geändert, als er bei seiner jetzigen Firma angefangen hatte. Magnetplatten und Co hatten nicht wirklich was gebracht, vielleicht solltest du auch mal was in deinem Leben ändern, oder irgendwo zurück treten, damit es besser wird.
Ich kenne es auch, dass Sorgen einen sehr auf den Magen schlagen können und das ist alles andere als schön. Bei mir ist das zwar auch so, aber bei meinem Vater ist das wirklich extrem. Wenn er Sorgen hat, dann kann er auch nicht so viel essen, aber hauptsächlich hat er solche Beschwerden, dass er eine Magen-Darm-Krankheit bekommt. Wenn es ihm seelisch sehr schlecht geht, dann schlägt das bei ihm sofort auf den Magen-Darm und er verbringt die Zeit hauptsächlich auf der Toilette.
Ich kriege auch große Magenschmerzen, wenn es mir wirklich sehr schlecht geht, aber das artet bei mir nur mit starken Magenkrämpfen aus. Als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe, ging es mir seelisch wegen vielen Problemen nicht gut und dadurch hatte ich oft richtige Bauchschmerzen. Eines Nachts waren die Schmerzen so stark, dass wir zu einer Arztpraxis gefahren sind, die im Notfall noch geöffnet war. Es hat sich dran rausgestellt, dass der seelische Stress zu einer Magenschleimhautentzündung geführt hat und dadurch konnte ich auch nicht mehr so viel Nahrung zu mir nehmen.
Bei mir ist das eigentlich ähnlich und ich mache da auch nichts großartig gegen. Es gibt Situationen in denen ich einfach sehr aufgerecht bin, auf etwas bestimmtes warte oder mich eben auch wegen gewisser Dinge sorgen und wenn es sehr extrem ist, dann habe ich auch ein flaues Gefühl im Magen und keinen Hunger. Wenn ich morgens nichts esse, dann wird mir im Laufe des Tages eigentlich recht schnell schwindelig, meistens noch in den Morgenstunden, deswegen esse ich morgens, auch wenn ich keinen Appetit habe, immer eine möglichst kalorienreiche Kleinigkeit, damit ich für den Tag gerüstet bin. Oftmals ergeben sich dann um die Mittags- und Abendszeit herum selbst Gelegenheiten, mein Freund oder die Familie möchte mit mir essen gehe, mein Freund hat irgendwas leckeres gekocht und so weiter, auf jeden Fall esse ich dann einfach ein bisschen, auch wenn der Hunger nicht groß ist und am Abend muss ich dann nichts mehr haben.
Ich finde, man muss hier einfach mit dem gesunden Menschenverstand herangehen und selbst wenn man keinen Hunger hat und am liebsten nichts essen würde, dennoch einfach etwas herunterschlingen, weil es der eigenen Gesundheit ansonsten schaden wird. Sicherlich tut man sich hiermit einfach, wenn man dann einfach zu Speisen greift, wie man am Liebsten ist, also sich während solcher Zeit nicht großartig versucht gesund oder so zu ernähren, wenn man wenig isst, dann ist es auch nicht schlimm, wenn es sehr kalorienreich ist. Egal ob Appetit oder nicht, man sollte wissen wann es kritisch ist und dann eben essen, auch wenn man sich dabei unwohl fühlt. Nicht selten ist es so, dass durch diese anhaltenden Hungerperioden irgendwann gar nicht mehr bemerkt wird, dass man eigentlich Appetit hat und dieser kommt dann bei den ersten Bissen durchaus zum Vorschein.
Ehrlich gesagt war ich eher der Typ, der bei Frust viel gegessen hat und essen konnte. Auf dem Magen ist mir selten etwas geschlagen, aber inzwischen sieht es schon etwas anders aus und ich habe zwar durchaus etwas Nahrhaftes zu mir genommen, aber auf irgendeine Art und Weise ist das Essen nicht mehr schmackhaft oder ich brauche nur relativ kleine Portionen. Würde nicht etwas anderes dahinter stecken, zu dem ich nicht einmal etwas kann, würde ich es sogar als eine ganz gute Methode betrachten, um etwas am Gewicht oder so zu drehen. Aber auf diese Art und Weise könnte ich sehr gut verzichten.
Ich weiß nicht unbedingt, ob ich mehr essen müsste, wenn ich mich in einer unguten Phase befinde. Eher habe ich bei mir den Eindruck, dass sich das Essen dann doch wieder auf eine andere Art und Weise verabschiedet, ohne nun näher ins Detail gehen zu wollen und gehen zu müssen. Keine Ahnung, ob sich das Gefühl bei anderen schwierigen Phasen wiederholt oder ob es sich anders gestaltet, sicherlich ist es auch davon abhängig, ob man selbst etwas dagegen oder dafür tun kann, damit es einem wieder besser geht und es sich anders gestalten lässt.
Ich kenne das Gefühl. Auch mir fällt die Nahrungsaufnahme sehr schwer wenn ich mir Sorgen mache. Schlimmer ist es jedoch wenn es ums schlafen geht. In wirklich sorgenvollen Zeiten schlafe ich sehr schlecht und nur sporadisch. Ich kann kaum einschlafen, wache dann oft auf und fühle mich am nächsten Tag natürlich wie gerädert.
Das Problem habe ich bereits identifiziert: ich mache mir einfach zu viele Sorgen und grübel zu viel. Die Lösung für das Problem habe ich allerdings leider noch nicht gefunden. Ich versuche mich momentan in Yoga und Meditation, was es ein wenig besser macht, jedoch nicht komplett hilft. Auch ein etwas sanfteres Abendprogramm wie z.B. Lesen hilft mir ein wenig besser zu schlafen.
Ansonsten versuche ich mir tagsüber ganz bewusst zu sagen das ich manche Dinge nicht ändern kann, auch wenn ich noch so sehr darüber nachdenke. Und das ich die Zukunft eh nicht beeinflussen kann. Ich werde nicht aufhören gegen meine Sorgen anzugehen. Denn wenn die Sorgen gehen kommt der Appetit und der Schlaf wieder.
Link dieser Seite https://www.talkteria.de/forum/topic-191955.html
Ähnliche Themen
Weitere interessante Themen
- Junge Generation kennt deutsche Wörter nicht mehr 4073mal aufgerufen · 18 Antworten · Autor: anlupa · Letzter Beitrag von Wibbeldribbel
Forum: Alltägliches
- Junge Generation kennt deutsche Wörter nicht mehr
- Ungerechte / ungleiche Freundschaft 2180mal aufgerufen · 6 Antworten · Autor: merlinda · Letzter Beitrag von Hufeisen
Forum: Alltägliches
- Ungerechte / ungleiche Freundschaft
- Was fasziniert euch an amerikanischen Serien 3432mal aufgerufen · 16 Antworten · Autor: Federmäppchen · Letzter Beitrag von mittenimleben7
Forum: Film & Fernsehen
- Was fasziniert euch an amerikanischen Serien
- Shampoo Mousse besser als normales Shampoo? 2225mal aufgerufen · 2 Antworten · Autor: Nurse · Letzter Beitrag von bambi7
Forum: Fingernägel, Haut & Haare
- Shampoo Mousse besser als normales Shampoo?
- GM Aktien: jetzt wieder investieren? 1690mal aufgerufen · 1 Antworten · Autor: T. Patrick · Letzter Beitrag von Verbena
Forum: Geldanlage
- GM Aktien: jetzt wieder investieren?
