In Sportstudio gehen, nur weil es IN ist und alle tun?

vom 19.06.2012, 13:21 Uhr

Der Sohn meiner Freundin will unbedingt einen Jahresvertrag für das Sportstudio haben. Er wünscht es sich, weil alle seine Freunde dort hingehen und "Muckitraining" machen. Der Junge ist eigentlich gar nicht der Typ dafür und er meint, dass er es auch nur machen will, weil sie anderen es auch machen und er nicht Außenseiter ist und es nicht mitmacht. Eigentlich würde er viel lieber weiterhin mit seinen anderen Freunden weiter im Schachclub seine Spielchen spielen. Aber für beides ist kaum Zeit, weil er viel für die Schule machen muss.

Nun stellt sich mir persönlich die Frage, ob es noch mehr Menschen gibt, die nicht, weil sie es wollen in ein Fitnessstudio gehen, sondern, weil es alle machen und es einfach IN ist. Sicher kann sportliche Betätigung nicht schaden. Aber sollte man wirklich, nur weil es alle machen ins Sportstudio / Fitnessstudio gehen? Geht ihr hin, weil ihr es wollt oder weil es alle machen?

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Ehrlich gesagt kenne ich wenige Leute, die ins Fitnessstudio gehen, weil ihnen das unheimlich viel Spaß macht. Wenn man das jugendliche Alter hinter sich gelassen hat, spielt der "in" Faktor bei der Wahl der Freizeitaktivität bei den meisten Leuten sicher keine große Rolle mehr, aber das Fitnessstudio ist eben eher ein notwendiges Übel und nicht das, was man am allerliebsten tut.

Wenn ich mal von mir ausgehe - ich mache Sport am liebsten in der freien Natur oder zumindest unter freiem Himmel, was bei den Wetterverhältnissen in diesem Land aber nicht immer möglich ist. Ich kann mich jedenfalls eher motivieren ins Fitnessstudio zu fahren als im strömenden Regen Laufen zu gehen. Das Fitnessstudio ist dann eben einfach Mittel zum Zweck, denn was ich will ist einen Ausgleich zu meiner weitestgehend sitzenden Tätigkeit haben und dadurch entstehende gesundheitliche Probleme vorbeugen.

Und dann mache ich vor der Saison immer Ski Workout, aber eigentlich möchte ich ja Snowboard fahren und nicht in einem Raum stehen und meinem Trainer irgendwelche Übungen nachmachen. Das mache ich nur, damit ich später fit bin und mich nicht verletze. Wenn ich mit einer Pille den gleichen Effekt ohne Nebenwirkungen erzielen könnte, würde ich wahrscheinlich lieber diese Pille nehmen.

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» Cloudy24 » Beiträge: 27476 » Talkpoints: 0,60 » Auszeichnung für 27000 Beiträge


So ganz verstehen kann ich dieses Verhalten nicht. Ich kann zwar schon verstehen, dass man ins Fitnessstudio gehen will, weil die Freunde dort auch alle hingehen, aber doch nicht nur, weil es eben "in" ist. Nachvollziehen kann ich es, wenn man eben Zeit mit Freunden verbringen will und wenn die nun mal alle dort hingehen, könnte ich es eben verstehen. Aber wenn man das nur macht, um nicht als Außenseiter dazustehen, halte ich nichts davon.

» SuperGrobi » Beiträge: 3876 » Talkpoints: 3,22 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Trend, wie jeder Trend, seine Mitläufer, Massen und auch ungewollte "Mitschwimmer" findet. Sport zu treiben ist an sich nichts falsches und bei den vielen schrägen Möglichkeiten die der Jugend zur Verfügung stehen, sollte man froh sein, dass sie sich körperlich Ertüchtigen wollen. Nur "Muckibuden" sind da mittlerweile zum sozialen Eckpunkt einer eigenen Community geworden und auch so berüchtigt, dort nicht nur zu trainieren. Ich selber wäre stolz, wäre mein Sohn im Schachclub wäre und vielleicht ab und an mal Sport treiben würde. Ein gesunder Geist wohnt schließlich in einem gesunden Körper. :) Aber in der Jugend ist man eher erpicht auf optische Genugtuung, um dazu zugehören. Prinzipiell sollte er diese Entscheidung treffen. Man kann verstehen, dass man ungern Außenseiter ist aber gerade die bringen es manchmal zu etwas. :) Mach es doch so, dass er eine Hälfte des Beitrags zahlt und ihr die andere. Bleibt er ein Jahr und will das auch, gebt ihm gern den Rest zur Mitgliedschaft dazu, wenn ihr einen positiven Effekt seht. Wenn nicht, wird es sich schnell regeln und da er einen Teil des Beitrags selber zahlen muss, wird er sich 2x überlegen, dass schleifen zu lassen, gar aufzugeben oder sich bewusst dagegen entscheiden.

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» RobLehm » Beiträge: 54 » Talkpoints: 22,07 »



Der Sohn deiner Freundin sollte an seinem Selbstbewusstsein arbeiten. Ich kenne niemanden, der sich in einem Fitnessstudio quält, nur weil es die anderen tun. Er kann ja eine Probestunde nehmen und es ausprobieren. Aber wenn es ihm keinen Spaß macht, wird er es kein Jahr durchhalten. Schaden wird es nichts. Ich denke, er wird automatisch wieder zu seinem Schachclub zurückkehren.

ich glaube übrigens nicht, dass er keine Zeit für Fitness UND Schach hat, weil er so viel für die Schule tun. Wenn er Schach spielt, ist er doch einigermaßen intelligent, da müsste doch eigentlich Zeit für beides sein. Meine Kinder würden nie etwas tun, nur weil es die anderen tun. Trotzdem haben sie genügend Freunde. Ein Jugendlicher wird nicht ausgestoßen, nur weil er anders ist. Da muss noch mehr zusammenkommen.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Ich gehe ins Fitnessstudio aus freien Stücken. Es macht mir Spaß und ich arbeite sehr gern an meiner Kondition und an meinem Körper. Ich kann nicht verstehen, warum Jugendliche dahin gehen, wenn sie es nicht wirklich wollen. Nur weil alle anderen es machen, müssen sie es nicht auch tun. Ich denke, wenn man so etwas macht, dann hat man einfach keine eigene Meinung und möchte das vielleicht nur machen, um vor den anderen "cool" zu sein. Also liegt hier definitiv ein mangelndes Selbstbewusstsein vor. Der Sohn Deiner Freundin sollte sich lieber einen Sport suchen, der ihm auch Spaß macht. Es wird heraus geschmissenes Geld sein, wenn er nicht wirklich Lust dazu hat. Er wird nur wenige Male hin gehen und dann alles schleifen lassen.

» Jenna87w » Beiträge: 2149 » Talkpoints: 0,47 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Ich war auch jahrelang im Fitnessstudio angemeldet. Ich bin da hingegangen, weil ich einfach ein bisschen Sport treiben und fitter werden wollte, nicht, weil es gerade in war. Allerdings ist mir dann auch aufgefallen, dass sich viele meiner Freundinnen angeschlossen haben. Sie hatten vorher einfach keine Motivation dazu und als sich die Erste dann angemeldet hatte, haben die anderen einfach nachgezogen. Es hat auch wirklich viel mehr Spaß gemacht, zusammen mit den anderen Mädels zu trainieren, denn so kann man den inneren Schweinehund viel leichter überwinden.

Im Fall des Jungen finde ich das Verhalten aber ziemlich seltsam, wenn ich ehrlich bin. Er scheint sich ja wirklich nur anmelden zu wollen, weil es alle machen, nicht, weil er wirklich trainieren möchte. Anscheinend möchte er einfach kein Außenseiter sein und das ist nun echt kein Beweggrund. Wenn ihm das Schachspielen viel mehr Spaß macht, dann sollte er auch weiterhin dorthin gehen. Das würde ich ihm auch genauso erklären. Eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio ist ja nicht gerade günstig und da kann man das Geld echt besser anlegen. Da er nicht aus freien Stücken hingehen möchte, wird er es irgendwann auch schleifen lassen. Das ist echt nicht Sinn der Sache.

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» MeL.G » Beiträge: 4918 » Talkpoints: 16,81 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Ich selbst gehe gar nicht ins Fitnessstudio, habe mir das aber überlegt, weil ich der Meinung bin, dass etwas mehr Bauch- und Rückenmuskulatur mein Kreuz etwas entlasten könnten und für meine Haltung sicherlich gut wären, mit der ich einige Probleme habe, was sich natürlich auf alles mögliche auswirkt. Jedenfalls würde ich tatsächlich aus ganz rationalen Aspekten in ein Fitnessstudio gehen und es ist mir ehrlich gesagt total gleichgültig, was andere davon halten, ob es angesagt ist oder total uncool. An meiner Überzeugung und den Tatsachen, die meine Überzeugung erst begründen, ändert das nun rein gar nichts, also sehe ich wiederum keinen Grund, von meiner Überzeugung abzuweichen. Wieso auch?

Dass es Menschen gibt, die sich für irgendetwas interessieren und an etwas teilhaben wollen, nur, weil das in ihren Kreisen bzw. ihrem sozialen Umfeld gerade angesagt ist, ist aber nichts wenig Verbreitetes. Ich kenne das hauptsächlich von Teenagern, aber auch von jungen Erwachsenen. Ganz selten lerne ich auch mal Erwachsene gesetzteren Alters kennen, die sich aufgrund dieses Dabeiseinwollens und irgendwelchen Profilierungsvorstellungen auf etwas einlassen, ohne, dass sie dafür zuvor, bevor das jeweilige also entsprechende Beliebtheit in ihrem Bekanntenkreis erfahren hat, in irgendeiner Weise interessiert haben oder gar begeistern konnten. Häufig, jedenfalls traf das auf die Menschen zu, die ich bisher kennengelernt habe, hatten diese Personen ein recht auffälliges Problem mit ihrem Ego und einen spürbaren Minderwertigkeitskomplex und sie wollten wohl mit ihrem Mitmischen und ihrer Aktion zeigen, dass sie eben auch wer sind.

Die Teilnahme an solchen angesagten Aktionen, Kursen oder ähnlichem bedeutet allerdings eben auch, dass man mitreden kann, und das ist vielen Menschen aufgrund des Anschlusses, den sie dann allein dadurch an andere Menschen bekommen, und natürlich auch mit der Beachtung, die ihnen dadurch zuteil wird, vielleicht aber auch Anerkennung, Lob und all solchen positiven Feedbacks tatsächlich ziemlich wichtig.

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» moin! » Beiträge: 7218 » Talkpoints: 22,73 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Ich selbst gehe nicht ins Fitnessstudio, sondern trainiere entweder zu Hause, in der Praxis oder im Verein allein oder mit meinem Trainingspartner oder Trainer. Ich kenne diese Situation aber von früher aus meiner ehemaligen Clique. Es betraf nicht mich selbst, aber ein paar Jungs, die immer dazugehören wollten, aber es irgendwie nie geschafft haben, richtig integriert zu sein.

Ich habe schon immer viel im Verein trainiert. Die Krafteinheiten habe ich damals teilweise mit meinen Freunden im Fitness-Studio gemacht. Nicht, weil ich aus Zwang dazugehören wollte, das tat ich ja schon, aber es ist mehr als nur Sport. Wenn Freunde zusammen ins Fitness-Studio gehen, wird meist zu 50% trainiert und zu 50% gequatscht - denn es gibt eine Menge Pausen, in denen man über Alltägliches reden kann. Das hat mir auch immer ganz gut gefallen. Ob man allerdings dafür andere Interessen aufgeben möchte, weiß ich nicht. Denn wenn der Sohn gern Schach spielt und dort ebenfalls einen Freundeskreis besitzt, dann sollte er sich vielleicht lieber mit denen treffen, denn man sollte sich nicht zu etwas hinreißen lassen, dass eigentlich gar keinen richtigen Spaß macht. Und wenn er es nötig hat, sich im Fitnessstudio anzumelden, nur um zu vermeintlich cooleren Jungs dazuzugehören, sollte man davon abraten. Leider wird er nicht auf jemanden hören, von daher sollte man ihn einfach machen lassen.

» benutzer7 » Beiträge: 2116 » Talkpoints: 49,80 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Ich habe mich vor Jahren zwar auch mal von Freundinnen dazu breitschlagen lassen, mit ins Fitnessstudio zu gehen, es dann aber auch sehr schnell wieder sein gelassen, nachdem ich gemerkt habe, dass ich mich dort nicht wirklich wohl fühle und es mir einfach keinen Spaß macht.

Ich halte auch nichts davon, Dinge zu tun, die einem eigentlich gar keinen Spaß machen, nur um sich den anderen anzupassen. Mit Leuten, die mich nur akzeptieren, wenn ich dieses und jenes tue, will ich sowieso schon lange nichts mehr zu tun haben. Da suche ich mir doch lieber andere Freunde und wenn es tatsächlich überhaupt niemanden geben würde, der mich so akzeptiert wie ich bin, dann wäre ich immer noch lieber allein, als mich zu verstellen.

Wenn sich die "Freunde" des Jungen, um den es hier geht, tatsächlich von ihm abwenden sollten, nur weil er kein Interesse am Sportstudio hat, dann sollte er doch lieber auf sie pfeifen. Er hat dann ja immer noch seine Schachclub-Freunde. Die sind vielleicht nicht so cool wie die anderen, aber er sollte sich einfach mal überlegen, ob es nicht trotzdem die besseren Freunde für ihn sind.

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» Jessy_86 » Beiträge: 5456 » Talkpoints: 0,18 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


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