Enormer Anstieg von Magenverkleinerungen
Im letzten Jahr ließen sich in unserem Land ungefähr 7.000 Menschen den Magen verkleinern. Zwei Jahre vorher waren es noch 40 Prozent weniger. Der Kostenfaktor ist enorm hoch. Je nach Art des chirurgischen Eingriffs kosten diese Operationen rund 17.000 Euro. Ein Magenballon ist billiger. Die Krankenkasse übernimmt solche Kosten nur, wenn alles andere nicht angeschlagen hat und der massiv Übergewichtige als nicht therapierbar gilt.
Wenn zur Adipositasbekämpfung nun ein chirurgischer Eingriff Erfolg hatte, was ist später mit der herunterhängenden Haut? Würde die Krankenkasse auch diese Folgeoperationskosten übernehmen? Oder muss das selbst bezahlt werden. Normal ist ja, dass das selbst bezahlt werden muss, wenn man abgenommen hat. Eine Bauchstraffung ist aber dann dringend notwendig. Ich stelle es mir schrecklich vor, wenn man erst übermäßig fett ist und dann später die ganze Haut herunterhängt. Wenn man vorher nicht depressiv war, wird man es spätestens dann. Oder seht ihr das anders?
Es ist ein Trugschluss zu denken, mit einer solchen Operation wäre das Problem auf einmal beseitigt. Man muss doch auch erst einmal herausfinden, wo die Ursachen einer Adipositas liegen und daran arbeiten. Aber ich weiß, dass vielerorts gedacht wird, mit einer entsprechenden Operation wäre alles von selbst erledigt. Erst danach tauchen dann die Probleme auf, zum Beispiel, wenn trotz eines Mageneingriffs ein Stillstand bei einer Gewichtsabnahme vorkommt, was ganz natürlich ist oder auch, wenn man merkt, dass man gar nicht dick geworden ist, weil man viel Hunger hatte, sondern damit andere Probleme überdeckt hat und die dann quasi mit Essen betäubt hat. Daher und auch aus anderen Gründen stehe ich solchen Eingriffen immer mehr skeptisch gegenüber und ich für mich als selbst Betroffene kommt so etwas nicht in Frage.
Bei der Hautstraffung ist es schon eine Frage der Kostenübernahme. Man muss in jedem Fall einen Antrag stellen, und eben den Bescheid abwarten. Man kann bei nicht Stattgeben auch einen Einspruch einlegen und notfalls eben mit Hilfe eines Anwaltes die Kosten einklagen. Allerdings ist es nicht immer einfach, egal, wie man nun einiges an Gewicht verloren hat, die Hautstraffung zu bezahlt bekommen. Aber damit muss man eben rechnen. Ich kenne auch Fälle, wo die Krankenkasse aufgrund der Eigeninitiative die Kostenübernahme der Hautstraffung abgelehnt hat, weil die betroffene Person aus eigenem Antrieb und ohne medizinische Hilfe abgenommen hat. Aber es ist wohl immer eine Einzelfallentscheidung, weil es eben mit immensen Kosten verbunden ist, was jedoch nicht nur in diesem Bereich vorkommt.
@steph, für mich als Nichtbetroffene ist das kein Trugschluss. Mir ist durchaus bekannt, dass nicht nur übermäßiges Essen zur Adipositas führt, sondern auch noch andere Faktoren eine Rolle spielen. Zum Beispiel kann man durch eine Schilddrüsenunterfunktion dick werden, die hatte meine Mutter. Hohe Cortisongaben können dick machen, ebenso können Wassereinlagerungen durch Tabletten-Nebenwirkungen erfolgen. Eine Fettstoffwechselstörung kann an einer Zunahme der Körperfülle ebenso beteiligt sein. Außerdem haben auch Depressionen als Grunderkrankung einen nicht zu unterschätzenden Anteil daran, dass aus Frust immer mehr gegessen wird.
Mir ist schon klar, dass für die Betroffenen eine Magenverkleinerung nur das letzte Mittel ist, wenn nichts anderes mehr geht. Wenn man erst nach einer Operation merkt, dass das Dicksein nicht am Essen liegt, dann dürften die Ärzte und Befürworter einer solchen Operation gepennt haben. Es ist doch wohl selbstverständlich, dass vor der Operation abgeklärt wird, welches die Ursache für die Adipositas ist und man die Operation nur vornimmt, wenn sie aufgrund der Ursache auch verspricht, erfolgreich zu werden.
Solch eine Operation ist nun wirklich in meinen Augen keine Kleinigkeit. Da wundert es mich schon, wenn innerhalb von zwei Jahren ein Anstieg von 40 Prozent verzeichnet wird. Das muss ja eine allgemeine Ursache haben, die weiter verbreitet ist, als man denkt. Aber was es ist, kann ich nicht sagen.
Natürlich ist es nicht zu verstehen, dass jemand, der durch Disziplin und eisernem Willen alleine massig abgenommen hat, dann durch die Krankenkasse auch noch bestraft wird, in dem die nachfolgend nötige Operation nicht bezahlt wird, wie du schreibst. Hätte die Person anders gehandelt und wäre nicht so eisern vorgegangen, stände sie nun nicht da und müsste die Kosten selbst übernehmen.
@Cid, ich sprach auch eher von Betroffenen, die durchaus als fettleibig sind und der Meinung sind, sie müssten sich nur kurz unter das Messer legen und schon haben sie ihr Gewichtsproblem in den Griff bekommen. Leider sagt Deine Statistik beziehungsweise Dein Thread nichts darüber aus, inwiefern es auch Selbstzahler sind. Nicht alle Magenoperationen werden ja von den Krankenkassen übernommen, darunter sind auch Selbstzahler, die sich das Geld ansparen, leihen oder sonst irgendwie zusammenkratzen. In solchen Fällen ist meines Wissens nach auch selten Voruntersuchungen beziehungsweise Hinterfragungen mit im Behandlungsplan, sondern es wird operiert, weil es eben viel Geld einbringt. Aber vielleicht kannst Du mir einen Link zukommen lassen, wo Du den 40%igen Mehranstieg entnommen hast, das würde mich schon interessieren. Immerhin ist die Selbstzahloption von mir auch nur eine Vermutung.
@steph, wenn sich die Betroffenen ohne zu wissen, woher die Fettleibigkeit kommt, einfach operieren lassen und ein Arzt macht das mit, ist nicht nur der Betroffene unheimlich dumm, sondern auch der Arzt sehr verantwortungslos. Das wiederum kann ich mir bei einem Arzt nicht vorstellen, selbst wenn es um sein Einkommen geht.
Die Angaben habe ich aus der Apotheken-Umschau 1.6.12A. Dort waren auch nur zwei Sätze mit den Zahlen geschrieben.
@Cid: Die meisten Gründe für Übergewicht, welche du aufgezählt hast, haben doch nicht wirklich etwas mit übermäßigem Essen zu tun. Daher ist dort dann eine entsprechende Operation nicht wirklich sinnvoll. Denn die Ursachen liegen woanders und müssten entsprechend angegangen werden.
Wer also durch die Einnahme bestimmter Medikamente Wassereinlagerungen hat, sollte seine Ernährung umstellen. Es gibt viele Lebensmittel, welche überschüssiges Wasser ausscheiden helfen. Reicht das allein nicht aus, muss man halt auch mit Medikamenten nachhelfen. Und das ist nur ein Beispiel, wo die Ursachen selbst nicht durch eine Operation bekämpft werden können.
Allerdings sind wir auch eine Überschussgesellschaft, welche eben Lebensmittel an jeder Ecke zu sich nehmen kann. Dazu können eben auch entsprechende Lebensumstände dazu führen, dass man eben keine entsprechende Therapie wirklich ernsthaft durchführen kann. Besonders sind davon wohl Menschen betroffen, welche im Schichtdienst arbeiten oder einen Job haben, welcher sehr kurze Pausen für die Mahlzeiten hat.
Da nun das Sättigungsgefühl erst einige Zeit später eintritt, schaufeln eben diese Menschen mit entsprechenden Zeitmangel das Essen einfach so rein. Wer allerdings entsprechende Zeit zum Essen hat, wird auch weniger zu sich nehmen und eben auch eher sein Gewicht halten.
@Punktedieb, ich habe bereits steph erklärt, dass es hier nicht um Magenverkleinerungen für alles geht, sondern nur, wenn die Fettsucht am Essen liegt. Meiner Meinung nach habe ich diese Erklärung verständlich geschrieben.
Ich kenne jemanden persönlich, der eine solche Magenverkleinerung bei sich hat vornehmen lassen. Der Eingriff liegt auch noch nicht allzu lange zurück, er ist gerade einmal vier Monate her. Ich kannte diese Person vor ihrer Magenverkleinerung noch nicht lange, war aber der Meinung, dass ihr Übergewicht zwar sichtbar, aber nicht so enorm ist, dass ich sie als fett bezeichnet hätte. Möglicherweise habe ich von dem Begriff „fett“ allerdings aber auch wieder ein andere Definition als andere Menschen, das kann ich schwer beurteilen. Dieser Mensch hatte sich jedenfalls, wohl nach reiflicher Überlegung, für eine solche Magenverkleinerung entschieden und diese auch entsprechend durchführen lassen.
Nach dem Eingriff habe ich den jungen Mann noch drei- oder viermal zu Gesicht bekommen, immer im Abstand von mehreren Wochen. Es ist jedes Mal so erstaunlich gewesen, dass ich es schon als erschreckend bezeichnen würde, wie viel er wieder abgenommen hatte. Als ich ihn das erste Mal nach seiner Magenverkleinerung gesehen habe, habe ich direkt an ihm vorbeigeschaut, obwohl ich wusste, dass er gleich auf mich zukommen muss. Ich hatte allerdings aber nach einem Menschen mit ganz anderer Statur Ausschau gehalten und sein Gesicht alleine hat mir wohl nicht dabei geholfen, ihn zu erkennen und einwandfrei zu identifizieren. Als wir uns das letzte Mal vor zwei Wochen getroffen haben, kam dann auch schon langsam auf, was Du hier angeschnitten hast und was ich ebenfalls ehrlich gesagt schon erwartet hatte: man sieht mittlerweile, dass sein Körper vor allem aus leerer Haut besteht.
An dem Tag, an dem ich ihn während seines letzten Aufenthalts hier gesehen habe, hatte er Shorts und ein T-Shirt an. Während unseres vorherigen Treffens war es deutlich kälter und er hatte eine lange Hose und eine Jacke getragen, vielleicht ist mir das Problem aus diesem Grunde auch noch nicht so aufgefallen. Allerdings hat man ihm beim letzten Besuch auch eine deutliche Veränderung im Gesicht angesehen, langsam hängt nämlich auch dort die Haut schlaff herunter. Bisher handelt es sich hierbei allerdings wohl noch nicht um ein Ausmaß, das unglaublich auffällt und ich denke sogar, dass jemand, der diesen jungen Mann nicht vor seiner Magenverkleinerung kannte, auch gar nichts Auffälliges bemerken würde, außer eben, dass seine Essensportionen wirklich verschwindend klein sind. Aber die Hauterschlaffung und das Herunterhängen eben dieser fällt vermutlich bisher nur demjenigen auf, der diese Veränderung miterleben konnte.
Ich denke aber, dass es hier nicht mehr allzu lange dauern kann, bis ein straffender Eingriff notwendig wird und ich stelle mir das als Betroffener auch alles andere als leicht vor. Ich selbst würde mich vermutlich fragen, wie lange ich mit immer mehr erschlaffender Haut durch die Welt gehen muss, bis das Ende der Fahnenstange in Sachen Abnehmen bei mir erreicht ist, denn ich kann ja schlecht auf diesem Weg, der mehrere Monate andauern wird, mehrere Hautstraffungen über mich ergehen lassen, oder läuft das so ab? Ich wollte den jungen Mann nun nicht so direkt fragen, um ihn nicht zu kränken oder ihm das Gefühl zu geben, neugierig zu sein, so wissbegierig bin ich dann doch nicht. Vor allem aber denke ich, dass er sich sicherlich umfassendst beraten lassen haben wird, sodass er sich über die definitive Notwendigkeit der Durchführung einer solchen Hautstraffung oder gar mehrerer solcher Eingriffe durchaus im Klaren sein wird.
Dass er nun aber depressiv wird, weil er erschlaffende Haut an sich sehen kann, die irgendwann auch wirklich richtig unschön herunterhängen wird, kann ich mir ehrlich gesagt beim besten Willen nicht vorstellen. Diese Problematik ist in der Regel doch mittlerweile weithin bekannt und Du kannst Dir sicher sein, dass es zur Aufklärung eines solchen geplanten Eingriffs gehört, dass man auch über diese Konsequenz umfangreich unterrichtet und darauf hingewiesen wird, dass weitere Eingriffe nötig werden, eben, um die Haut zu schlaffen. Würde es eine solche Aufklärung nicht geben und wüsste keiner der Patienten, die eine Magenverkleinerung an sich vornehmen lassen, von der Problematik der Hauterschlaffungen, dann könnte ich mir einen Anstieg an Depressionen entsprechend erklären, ja. Aber nicht, wenn darüber aufgeklärt wird, und das ist ja nun noch vor dem magenverkleinernden Eingriff der Fall, also weiß jeder Patient, was ihn erwarten wird.
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