Warum brauche ich unbedingt eine Überweisung vom Hausarzt?

vom 06.06.2012, 17:57 Uhr

Ich war schon seit Monaten, eigentlich schon seit über einem Jahr nicht mehr beim Hausarzt. Nun wollte ich mit meiner stark schmerzenden Schulter zum Orthopäden, da mir die Ärztin damals gesagt hat, wenn ich wieder Schmerzen in der Schulter bekommen sollte, mich an diesen Wenden soll.

Dort angekommen war die Sprechstundenhilfe entsetzt und meinte das Ich erst mal zu meinem Hausarzt gehen soll, abklären, ob ich wirklich Schmerzen habe und mir dann einen Überweisungsschein holen soll, wenn ich wirklich unbedingt zum Orthopäden muss.

Ich persönlich finde dies total schwachsinnig. Ich bilde mir die Schmerzen doch nicht ein. Es gibt sogar Röntgenbilder, die belegen, dass alles damals verkalkt und entzündet war. Ich kanns nicht nachvollziehen. Die 10,00 Euro hätte ich auch da bezahlen können, da ich eh nie zum Hausarzt gehe oder muss. Wieso muss ich dann unbedingt mir dort einen Überweisungsschein holen?

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» alkalie1 » Beiträge: 5526 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Das verstehe ich nicht. Wenn ich zu einem Facharzt gehe und keine Überweisung habe, dann muss ich die 10 Euro bezahlen und gut ist. Ich kann mir dann von diesem Facharzt sogar eine Überweisung zu einem Allgemeinmediziner geben lassen. So habe ich es schon oft gemacht, wenn ich vorher nicht zum Hausarzt konnte.

Zu einem Facharzt kann man auch ohne Überweisung gehen. Darüber habe ich mich auch mal mit der Mitarbeiterin der Krankenkasse (AOK) unterhalten. Wenn ich die 10 Euro bezahle spricht nichts dagegen. Wenn ich dann in dem Quartal doch noch zu meinem Hausarzt muss, muss ich dann, wenn ich die 10 Euro nicht wieder bezahlen will, von diesem Facharzt eine Überweisung zum Allgemeinmediziner holen.

Und wenn ich nie eine Überweisung haben will und jedesmal die 10 Euro zahle, muss der Facharzt mich dennoch dran nehmen. Eine Überweisung ist völlig unnötig. Die Krankenkasse hat es mir so erklärt, dass ich auch zu jedem Facharzt ohne Überweisung gehen kann und jedesmal 10 Euro bezahlen kann. Sinnvoller ist es aber, wenn ich mir von dem Arzt, wo ich die 10 Euro bezahlt habe, eine Überweisung hole und da ist es egal, ob es der Augenarzt, der Orthopäde oder der Frauenarzt ist.

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge


Ich glaube auch, dass es dabei auf den jeweiligen Arzt ankommt. Eine Bekannte von mir arbeitet manchmal in einer Facharztpraxis und darf ohne Überweisung auch keinen Patienten annehmen. Aber ich habe auch schon oft gehört, dass man ohne Probleme einen Termin bei einer Praxis mit einer bestimmten Fachrichtung bekommt, wenn man eben bereit ist, die Praxisgebühr dort zu entrichten. Ich kann mir das nur so vorstellen, dass es dem Arzt zu viel bürokratischer Aufwand ist, die Praxisgebühr abzurechnen.

Es war ja ursprünglich mal so angedacht, dass man zwingend zuerst zu seinem Hausarzt gehen soll und von dort in die verschiedenen Fachbereiche überwiesen werden soll. Das hat einfach den Grund, dass ein Arzt die Behandlung unter Kontrolle hat. Aber ich finde es auch ziemlich sinnlos, wenn ich Schmerzen habe, die nur ein Orthopäde abklären kann, erst zum Hausarzt gehen zu müssen, der da sowieso nichts erkennen kann. Das ist ja einfach nur Zeitverschwendung, wenn man schon weiß, zu welchem Facharzt man gehen muss.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge



Normalerweise hätte man dich als Schmerzpatientin sofort nehmen müssen. Die 10 € kannst du auch dort entrichten. Vielleicht wollen sie sich einfach den Aufwand sparen, man weiß ja nie was in den Köpfen los ist. Ich kann es jedoch wirklich nicht verstehen, warum man dir keinen Termin gegeben hat, ich meine das hätte man doch schon mal machen können, wenn es nur an der Überweisung liegt.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge



Ich bin auch der Meinung, dass man zum Facharzt gehen kann, ohne vorher den Hausarzt konsultiert zu haben. Ich bin mit meinen Sohn letztens auch gleich zum Orthopäden gegangen, als er sich das Sprunggelenk verrissen hatte. Man geht ja auch zum Zahnarzt, zum Frauenarzt und zum Augenarzt ohne Überweisung. Ich würde nie auf die Idee kommen, zuerst zum Hausarzt zu gehen, wenn ich merke, dass ich schlechter sehe. Die 10 Euro Praxisgebühr muss man natürlich extra zahlen.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Ich glaube, da hat die Sprechstundenhilfe nicht korrekt gehandelt. Wahrscheinlich hatten bisher alle Patienten, die zu ihr kamen, eine Überweisung vom Hausarzt. Das wäre ja auch der normale Ablauf. Aber rein rechtlich ist das nicht nötig. Und einen Notfall, wozu jemand mit akuten Schmerzen gehört, hätte sowieso drangenommen werden müssen.

» arril » Beiträge: 739 » Talkpoints: 10,78 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Es gibt nun auch mal Ärzte, die nur aufgrund einer Überweisung einen Patienten behandeln und so scheint es hier auch der Fall zu sein. In einer gewissen Art und Weise kann ich es verstehen, da manche Ärzte dermaßen überlaufen sind und sie nur noch in Ausnahmefällen Neuaufnahmen zulassen. Sonst kämen sie vielleicht nicht mehr mit den Kapazitäten zurecht. Klar ist es ärgerlich, wenn man als Patient das Gerenne hat, aber es ist immerhin telefonisch besser, als wenn man nun erst den Termin ausmacht, dann zum Arzt geht und die Mitarbeiterin dann nach der Überweisung fragt.

Gerade bei Fachärzten muss man leider damit rechnen und so scheint es dem Orthopäden auch gegangen zu sein. Allerdings ist es ja nun auch kaum ein Akt, eine Überweisung vom Hausarzt zu holen und diese dann dem Facharzt vorzulegen, oder? Es sei denn, der Facharzt möchte einen ausführlichen Befund und damit eine Begründung haben, weshalb man eben dorthin geht. Aber so weit ist es bei mir persönlich noch nicht gekommen. Ich sehe meine Hausarztpraxis allerdings auch nur, wenn ich entsprechende Überweisungen bekomme, manchmal sieht mich mein Hausarzt zwei Quartale nicht, aber zum Facharzt muss ich ja dennoch. Für mich wäre es aber umständlicher, erst zum Facharzt zu gehen und dort dann die Praxisgebühr zu hinterlegen, um mir dann erneut eine Überweisung zum Hausarzt ausstellen zu lassen, falls diese benötigt werden würde. Immerhin ist der Weg zum Facharzt nun auch nicht mal binnen fünf Minuten getätigt, ich muss dahin schon ein gewaltiges Stück fahren.

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



Damals ist immerhin schon ein Jahr her. Und üblicherweise klärt eben der Hausarzt vorher ab für welchen Fachkollegen eben das Problem ist. Ich selbst hatte vor Jahren ein Problem, wo mein Hausarzt auch erst mal alles getestet hat, was in seinen Behandlungsbereich fällt. Erst danach wurde der Facharzt hinzugezogen. Am Ende war es für den Hals-Nasen-Ohrenarzt ein Fall.

Und nicht jeder Schmerz ist eben gleich ein Fall für den Orthopäden, daher kann ich die Angestellte des Arztes da schon verstehen. Vor allem wenn die letzten Untersuchungen eben so lange her sind. Da wirst du entweder dein Glück in einer anderen Praxis versuchen müssen oder doch vorher deinem Hausarzt einen Besuch abstatten.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge


Ich schätze mal, dass der Orthopäde ziemlich überlaufen sein wird und deshalb viele Patienten erstmal an den zuständigen Hausarzt verweisen möchte, damit er entlastet wird. Erst wenn der Hausarzt sagt, dass da der Facharzt drauf schauen muss, dann macht er das. Das Recht dazu hat er. Und du kannst damit auch erstmal zum Hausarzt gehen, der kann sich das ansehen und dir eine Überweisung für den Orthopäden geben, wenn dies tatsächlich nötig sein sollte. Schlimm finde ich das nicht weiter.

Ich habe es bislang glücklicherweise noch nicht erlebt, dass mich ein Orthopäde erstmal abwies und mich zum Hausarzt weitergeben wollte. Wenn ich etwas habe, dann gehe ich zum entsprechenden Facharzt und wurde dort bislang immer freundlich aufgenommen ohne irgend welche Probleme.

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» Vampirin » Beiträge: 5979 » Talkpoints: 30,32 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Ich hätte jetzt zwei mögliche Erklärungen für diese Situation gehabt. Die eine wäre eine übereifrige Sprechstundenhelferin, die vielleicht nur darauf aufmerksam machen wollte, dass man ja eigentlich zuerst zu seinem Hausarzt gehen sollte, wenn man irgendetwas hat und sie dann aber etwas über die Strenge geschlagen ist und es besonders "gut" mit ihrem Kunden gemeint hat.

Die andere Möglichkeit, die ich mir vorstellen könnte, wäre, dass die orthopädische Praxis vielleicht überfüllt war und die Sprechstundenhilfe nicht wollte, dass unangemeldete Kunden kommen und man noch länger warten müsste. Oder sie wollte sich nur aufspielen :D aber das würde ich jetzt vielleicht nicht unbedingt ernsthaft in Erwägung ziehen wollen, da das unprofessionell ist.

Ich wäre in einer solchen Situation sicherlich nicht gegangen und hätte ihr gehörig meine Meinung gesagt, denn wenn ich Schmerzen habe, habe ich Schmerzen und muss nicht zunächst irgendwo anders hin, um dort zu erzählen, dass ich Schmerzen habe. Schließlich kann man woanders auch nicht klären, ob es sich um Schmerzen handelt, da Schmerzen subjektiv sind. Ich hätte dann gerne gleich eine Behandlung bzw. eine Diagnose mit Behandlungsvorschlag und würde mich sicherlich nicht abwimmeln lassen. Es muss die Ursache für die Schmerzen geklärt werden, nicht dass welche vorhanden sind.

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» Nettie » Beiträge: 7637 » Talkpoints: -2,59 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


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