Krankheiten, die wirklich die Lebensqualität einschränken
Fragt man jemanden, was er sich wünscht, so lautet die Antwort oftmals, man möchte nur weiterhin gesund sein, gesund bleiben oder wieder gesund werden. An sich ein frommer Wunsch, aber einige Krankheiten lassen sich nun mal nicht heilen und sich nicht wegreden. Jede chronische Erkrankung erfordert ihre eigenen Spielregeln, die es hilft, im Alltag damit zurechtzukommen und sich auf solche Situationen neu einzustellen. Zudem erfordern manche Krankheiten einen Aufwand in Form von Zeit, Geld und auch in der Logistik.
Sicherlich können akute Erkrankungen auch die Lebensqualität einschränken, aber bei diesen ist es so, dass sie zumeist doch wieder vorüber gehen und man quasi in sein altes Leben wieder einsteigen kann. Aber chronische Erkrankungen bleiben und sind eben ein Bestandteil des Lebens. Ob eine Heilung irgendwann einmal möglich ist, stellt sich im Grunde nicht, ich denke für mich, es wäre nur Verschwendung, solche Gedanken zu haben.
Welche Krankheiten kennt Ihr, von denen Ihr meint, dass damit eine Lebensqualität nachlässt? Konntet Ihr dies schon bei Euch selbst verspüren oder bei Euch im Umfeld? Wie geht Ihr mit der nachlassenden Lebensqualität um? Was meint Ihr, könnten Gründe für die sich verringernde Lebensqualität überhaupt sein?
Ob eine Heilung irgendwann einmal möglich ist, stellt sich im Grunde nicht, ich denke für mich, es wäre nur Verschwendung, solche Gedanken zu haben.
Das sehe ich aber anders. Mein Neffe hat multiple Sklerose und muss jeden Tag ein sehr teures Medikament nehmen, damit die Krankheit in Schach gehalten wird. Noch hat er keine starke Einschränkung in der Lebensqualität, außer der, dass er keinen Leistungssport mehr machen sollte. Aber er und wir als Familie interessieren uns schon dafür, wie die Forschung steht, und hoffen, dass es eine Heilung oder zumindest ein Medikament gegen ein Weiterschreiten der Krankheit geben wird. Es wird ja sehr intensiv daran geforscht. Ich denke, dass sich jeder chronisch Kranke über die Weiterentwicklung der Forschung informiert. Für Aids-Kranke ist es doch auch bedeutsam, welche neuen Medikamente es momentan gibt.
Es gibt natürlich Krankheiten, gegen die man brav seine Medikamente nimmt, und ansonsten normal weiterlebt. Dazu zähle ich zum Beispiel den Bluthochdruck, an dem ich "leide". Dieser Bluthochdruck ist bei mir vererblich und hat nichts mit meinen Lebensgewohnheiten zu tun. Mein Bruder läuft zum Beispiel Marathon und muss die gleichen Medikamente nehmen. Hierüber mache ich mir keine Gedanken, weil die Medikamente keine Nebenwirkungen haben und ich normal damit leben kann. Ich würde das aber noch nicht einmal als Krankheit bezeichnen, sondern als Alterserscheinung.
Ich kenne eigentlich ansonsten keine chronische Krankheit, durch die die Lebensqualität nicht verringert wird. Diabetiker müssen auf ihre Ernährung achten, regelmäßig spritzen und sich alle paar Jahre im Krankenhaus einstellen lassen. Leute mit Herzfehlern müssen aufpassen, dass sie sich nicht überanstrengen. Leute ohne Beine können nur an behindertengerechten Veranstaltungen teilnehmen. Krebskranke müssen Chemotherapien über sich ergehen lassen und sich akut mit dem Tod auseinandersetzen, können also nicht unbeschwert eine Weltreise unternehmen. Morbus-Crohn-Patienten können mit ihren Bauchschmerzen und Durchfällen auch keinen unbeschwerten Alltag verleben, Migräne-Patienten leiden tagelang unter den schlimmsten Kopfschmerzen.
Nenne mir eine schwere, chronische Krankheit, die die Lebensqualität nicht beeinflusst. Mit der Aufzählung oben sind die Gründe für eine nachlassende Lebensqualität eigentlich klar. Wie man damit umgeht und wie schwer die Einschränkungen wiegen, ist individuell ganz unterschiedlich. Gerade körperlich Behinderte gehen damit sehr gut um und sind manchmal glücklicher als "normale" Leute. Aber ich würde trotzdem nicht sagen, dass sie keine Einschränkung der Lebensqualität haben. Krebspatienten finden sich auch individuell sehr unterschiedlich mit ihrem Schicksal ab. Meine Mutter war bis zum Schluss guter Dinge, weil sie bis zum Schluss noch Hoffnung hatte. Sie hat sich nie damit abgefunden, dass sie bald sterben wird. Andere versuchen, noch einen Sinn in ihre letzten Tage zu legen, und eine große Gruppe ist einfach verzweifelt bis zum Ende.
@anlupa, sicherlich kommt es auch auf die Art der Erkrankung an und auch, mit welchen Nebenwirkungen, mit welchen Symptomen man zu rechnen hat. Du hast ja durchaus einige Krankheiten aufgelistet, bei denen man wirklich eine baldige Verbesserung durch die Medizin hoffen kann. Aber gehe ich nun bei mir von meiner Stoffwechselerkrankung aus, so bin ich mit mir damit im Reinen und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass da irgendwie eine Heilung möglich ist. Immerhin lässt sich die Bauchspeicheldrüse nicht wieder herstellen, sie ist nun einmal zerstört, weshalb ich eben von außen auf Insulin angewiesen bin.
Bei Krankheiten wie AIDS, Multiple Sklerose und so weiter, wo man im Grunde kaum etwas selbst dafür tun kann, damit es einem besser geht, sehe ich es schon auch so, dass man da eine Heilung vielleicht eher erhoffen kann. Aber solange keine Nebenwirkungen auftreten, die Krankheit mithilfe der jetzigen vorhandenen Medizin in Schach gehalten werden kann, ist die Lebensqualität sicherlich auch noch weiterhin vorhanden. Ich denke da meist auch immer an die Neben- oder Folgewirkungen und die sind sicherlich nicht ohne. Meistens sind es auch eher diese Wirkungen, die dafür sorgen, dass die Lebensqualität nachlässt, oder?
Ich denke es kommt da ganz darauf an, unter welcher Krankheit man leidet und welcher Typ von Mensch man ist. Ich denke mit vernünftigen Medikamenten kann man schon ein vernünftiges Leben führen. Mich beeinträchtigen teilweise meine Allergien, da ich manchmal so oft niesen muss und mir die Augen tränen, sodass es einfach nicht mehr schön ist. Außerdem kommt es auf die Phase der Krankheit an.
Wenn man Krebs im Endstadium hat dann ist mit Sicherheit nicht mehr viel Lebensqualität vorhanden, wenn man realisiert, dass es bald zu Ende ist. Ähnlich ist es, wenn man mehrere Schlaganfälle hatte und nur noch bettlägerig ist und noch nicht einmal mehr sprechen kann. Dann hat man kein vernünftiges Leben mehr und wartet eigentlich nur noch auf den Tod.
Ich denke, dass so gut wie alle Krankheiten die Lebensqualität einschränken, es sei denn man hat wirklich etwas, was sich überhaupt nicht auf einen auswirkt, aber da fällt mir jetzt spontan nichts ein. Die meisten Krankheiten haben Symptome und diese Symptome zeigen sich nach außen, belasten den Menschen. Dabei ist es egal ob es sich um Schmerzen handelt, Veränderungen des Äußeren wie etwa Hautausschläge, Deformationen, Haarausfall und dergleichen, Einschränkung bestimmter Körperfunktionen oder sonst was. Ein dauerhafter Schnupfen kann einen Menschen genauso ermüden und belasten, wie eine andere Krankheit, alle Krankheiten schwächen Menschen und wirken sich so schon negativ aus.
Besonders lästig würde ich aber Krankheiten finden, die eben regelmäßiges Handeln erfordern, heißt also, man muss sich regelmäßig etwas spritzen oder spritzen lassen, man muss zu Therapien und Sitzungen zum Arzt oder Krankenhaus, man muss seine Ernährung umstellen, Sachen wie Dialyse und so weiter, auch regelmäßige Medikamenteneinnahme fällt für mich schon unter diesen Punkt, weil hierdurch auch andere Organe belastet werden und der Patient auf die Medikamente angewiesen ist, heißt also, spontane Unternehmungen oder Reisen sind nur bedingt möglich.
In dem Sinne ist man also irgendwie immer belastet, entweder man kann bestimmte Tätigkeiten nicht ausüben, man kann gewisse Dinge nicht essen, muss regelmäßig Medikamente nehmen, das äußere Erscheinungsbild leidet unter der Krankheit, was den Menschen auch belastet oder der komplette Körper selbst ist geschwächt. Daher sehe ich in allen Krankheiten eine gewisse Minderung der Lebensqualität.
Ich kann mir eigentlich keine chronische Krankheit vorstellen, die die Lebensqualität nicht vermindert, denn ich finde schon die regelmäßige Einnahme von Medikamenten setzt die Lebensqualität teilweise enorm herab, das bekomme ich selbst tagtäglich zu spüren.
Weiter oben wurde ja schon Morbus Crohn aufgezählt und ich selbst habe leider diese blöde Krankheit. Klar, ich versuche, das Beste aus meinem Leben herauszuholen, fühle mich aber trotzdem fast permanent stark eingeschränkt. Einfach mal irgendwo unterwegs was essen geht beispielsweise fast nie, weil ich nicht genau weiß, welche Inhaltsstoffe drin stecken und was die dann in mir auslösen. So richtig Sport machen funktioniert auch nicht mehr, da ich immer total schnell erschöpft bin - das liegt an den vielen Mangelerscheinungen, die Folge der Krankheit sind.
Dazu kommt noch, dass der Crohn sich bei mir andauernd in Fisteln äußert, sodass ich wenigstens einmal im Jahr unterm Messer liege. Das Alles schränkt schon sehr ein und deswegen hoffe ich, dass die Forschung da bald ein wenig voran kommt.
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