Welche Nebenwirkungen hat eine Chemotherapie?

vom 31.05.2012, 18:17 Uhr

Heutzutage ist ja jedes Medikament schon so entwickelt, dass es so wenig Nebenwirkungen wie möglich hat. Eine Bekannte ist an Krebs erkrankt und hat nun in absehbarer Zeit ihre erste Chemotherapie. Sie hat nicht nur Angst die Krankheit nicht zu überstehen, sie hat auch Angst vor den Nebenwirkungen der Chemotherapie.

Sie hat Anfang nächster Woche erst mal einen Besprechungstermin beim Arzt. Aber sie würde gerne jetzt schon wissen, auf welche Nebenwirkungen sie sich einstellen muss. Dass sie Haare verlieren wird soll angeblich nicht mehr unbedingt der Fall sein. Denn auch da wurde schon weiterentwickelt. Stimmt das? Auch die Übelkeit soll nicht mehr ganz so dramatisch sein. Aber auch das weiß ich nur aus dem Fernsehen, als ich mal eine Gesundheitsreportage gesehen habe.

Wisst ihr, wie das mit den Nebenwirkungen der aktuellen Chemotherapien ist? Sind die immer noch so krass wie früher? Mit welchen Nebenwirkungen muss meine Bekannte rechnen?

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Selber habe ich keine Erfahrung damit gemacht, aber wie ich gehört habe, gibt es die von dir angesprochenen Nebenwirkungen leider immer noch. Problem bei einer solchen Behandlung ist, das es eben schwerwiegende Medikamente sein müssen, um die Krebszellen zu zerstören und da bleiben Nebenwirkungen leider nicht aus. Es muss aber nicht zwangsläufig zu den benannten Nebenwirkungen kommen.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Bei der Chemotherapie ist das so, dass viele, neuere Medikamente noch in der Forschung sind. So gehören beispielsweise die sogenannten VEGF-Inhibitoren zu den Chemo-Medikamenten, die meines Wissens nach immer noch erforscht werden, teilweise aber schon vereinzelt gegeben werden. Der Sinn dieses Medikamentes ist die Hemmung der Blutzufuhr bzw. der Gefäßproliferation (=Angiogenese), so dass den Tumorzellen die nährstoffliefernden Gefäße abgeschaltet werden.

Die Chemotherapie insgesamt muss man sich so vorstellen, dass man versucht die sehr teilungsaktiven Tumorzellen an ihrem Wachstum zu hemmen und letztlich komplett zu zerstören durch weitere Kombimedikamente. Die Therapie setzt sich schließlich nicht nur aus einem Medikament zusammen, es sind vielmehr Kombipräparate, die allesamt unterschiedliche Wirkungen auf die aktiven Tumorzellen haben, aber letztlich alle in dasselbe Ziel münden, nämlich die Zerstörung der entsprechenden Zellen. Das Problem dabei ist aber nun, dass nicht nur die Tumorzellen daran glauben müssen, sondern auch die gesunden, normalen, teilungsaktiven Zellen des Menschen. Da unsere Haare nunmal eine der teilungsaktivsten Komponenten unseres Organismus ist, werden auch diese in ihrem Wachstum gehemmt und ge- bzw. zerstört, so kommt es letztlich zum Haarausfall.

Die Nebenwirkungen sind abhängig von den eingesetzten Chemotherapeutika, denn im Grunde genommen können die unterschiedlichsten Nebenwirkungen auftreten. Es gibt darüber hinaus so viele Medikamente, die man je nach Stadium und Karzinom einsetzt, so dass selbst zwei Medikamente derselben Medikamentenklasse unterschiedliche Nebenwirkungen haben können. Prinzipiell kann man sich aber daran orientieren, dass während der Chemotherapie auch die gesunden, mitotisch sehr aktiven Zellen angegriffen werden und diese dementsprechend mit "behandelt" werden.

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Heute kann man zu den Nebenwirkungen so allgemein gar nichts mehr sagen. Es gibt so viele Chemotherapeutika, dass die Nebenwirkungen genauso vielfältig sein können. Es gibt hier Mittel, da verliert man weder die Haare, noch ist einem Übel oder sonst irgend etwas. Aber das kommt auch auf den Patienten an, denn jeder Patient verträgt Chemotherapie anders und reagiert anders darauf.

Dann gibt es aber auch Mittel, die ganz schlimme Nebenwirkungen nach sich ziehen. Von Haarausfall oder Übelkeit bis hin zu Nervenstörungen, Verlust der Nägel an Füßen und Händen, Reizung der Mundschleimhaut usw. Viele Chemotherapeutika greifen die Zellen an, die sich schnell erneuern, deshalb kommt es zu Schäden der Mundschleimhaut, der Nägel und auch der Fußsohlen. Manche greifen in die Blutbildung ein, deshalb kann man als Nebenwirkungen Müdigkeit und Abgeschlagenheit bekommen. Es kommt einfach darauf an, was man konkret verabreicht bekommt. Dazu sollte deine Freundin ihren Arzt befragen, der kann ihr am ehesten sagen, welche Nebenwirkungen auftreten können. Ob dies dann aber bei ihr der Fall sein wird, das wird sie dann sehen.

Heutzutage werden übrigens für zahlreiche Nebenwirkungen schon Gegenmedikamente gegeben, wie zum Beispiel für Übelkeit und Erbrechen, gegen Schmerzen in Gliedern oder Gelenken. Als Krebspatient muss man gar nichts aushalten, es sei denn es gibt keine Medikamente dagegen. Die Ärzte verschreiben einem alles, damit die Lebensqualität erhalten bleibt. Sie sollte also danach fragen, wenn es bei ihr mit Nebenwirkungen sehr schlimm sein sollte.

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» Vampirin » Beiträge: 5979 » Talkpoints: 30,32 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



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