Kleinkinder lärmen im Wartezimmer - Wo ist Schluss?
Ich musste heute mit meinem gebrochenen Handgelenk zur Gipskontrolle ins Krankenhaus. In dem sehr großen Warteraum war die Hölle los und dementsprechend lange musste ich auch warten. In dem großen Raum steht in der Ecke auch ein Tisch mit Bauklötzen, damit kleinen Kindern nicht zu langweilig wird und sie spielen können, während sie auf den Arzt warten müssen. In dieser Ecke saßen zwei Elternpaare mit jeweils zwei Kindern. Alle vier Kinder waren zwischen drei bis fünf Jahre alt. Wie alle anderen auch, mussten die Kinder sehr lange Zeit warten, bis ihre Namen aufgerufen wurden.
Ich habe ja Verständnis, wenn Kleinkinder mal lauter werden, aber heute war das Verhalten für mich persönlich schon hart an der Grenze. Insgesamt mussten alle wartenden Patienten die kleinen Kinder zwei Stunden ertragen, was wirklich sehr anstrengend war. Den Kindern wurde nämlich zunehmend langweiliger und so fingen sie an, zu randalieren und zu schreien. Sie warfen die Bauklötze durch den ganzen Raum, kippten Stühle um oder verschoben sie, schlugen sich gegenseitig, weinten und meinten ständig irgendwelche Türen öffnen zu müssen. Alle anderen Patienten im Warteraum waren sichtlich genervt, aber keiner sagte etwas. Die Eltern der Kinder unternahmen gegen das Verhalten ihrer Sprösslinge so gut wie gar nichts und ignorierten sie schlichtweg.
Nun frage ich mich, ob das denn wirklich sein muss? Wäre es in diesem Fall in Ordnung gewesen, mal etwas lauter zu werden und die Kinder zu ermahnen? Hätten die Eltern ihre Kinder nicht im Auge behalten müssen? Ist im Zweifelsfall sogar das Krankenhaus schuld, weil eine riesige Warteliste sich ansammeln konnte? Was hätte man machen können, damit den Kindern nicht ganz so langweilig gewesen wäre? Reichen die Bauklötze heutzutage nicht mehr, um Kinder über einen längeren Zeitraum zu beschäftigen? Sollten Kinder, zur Entlastung anderer wartender Patienten, einen separaten Warteraum bekommen? Wo ist bei euch die Schmerzgrenze?
Die Kinder würde ich persönlich nur zum Teil als schuldfähig bezeichnen, denn immerhin hätten die Eltern etwas tun können, weswegen ich die Schuld eher bei den Erziehungsberechtigten sehe. Aber ich muss sagen, dass eines der Kinder auch die ganze Zeit über sehr ruhig war und mit den Bauklötzen etwas baute, ohne diese durch den Raum zu werfen. Das beweist doch, dass es auch anders geht.
Ich finde schon, das, wenn es wirklich zu laut wird, und es die anderen Gäste stört, dass die Eltern die Kinder ermahnen sollten. Ich habe vor ein paar Wochen eine ähnliche Situation erlebt, dabei war ich beim Kinderarzt zur Nachkontrolle und dabei war der Lautstärkepegel auch immens hoch, die kranken Kinder kamen den Gesunden sehr nahe, sie warfen ebenfalls mit Bauklötzen.
Die Mutter interessierte sich überhaupt nicht für das Verhalten ihrer Sprösslinge, sie spielte mit ihrem Handy. Meines Erachtens ist es genug, wenn andere Gäste gestört werden. Klar, es ist verständlich wenn sie bisschen Lärm machen, aber Bauklötze oder Bücher, die die Mutter oder der Vater dem Kind vorlesen kann, sollten auf jeden Fall zur Besänftigung führen.
Ich stimme schon zu dass die Eltern eingreifen sollten, wenn geschrien, geweint oder geschlagen wird. Wenn die Kinder aber nur spielen, sehe ich darin kein Problem, solange niemand anderes belästigt wird. Dass kranke Kinder den gesunden Kindern sehr nahe kommen oder diese sogar mit Spielsachen bewerfen ist auch nicht in Ordnung, normalerweise bieten die Kinderärzte sogar separate Sprechstunden für kranke und gesunde Kinder an. Spielende Kinder stören mich nicht, und ich wüsste auch nicht wieso. Bisher bin ich auch von keinem Kind mit Bauklötzen beworfen worden, dass wäre ein Grund um die Eltern anzusprechen.
LikeDiamonds, du siehst es also als spielen an, wenn Kinder mit Bauklötzen werfen, laut rumschreien, Stühle umkippen und sich auf den Kopf hauen? Ich habe auch nichts gegen spielende Kinder, aber das heute war eben kein spielen mehr. Zudem war ich ja auch nicht beim Kinderarzt, wo ich solche Fälle noch etwas lockerer sehen würde, sondern in der Universitäts-Klinik.
Natürlich nicht, ich sagte ja dass die Eltern falsch reagierten, sie hätten ihre Kinder ermahnen/beruhigen sollen wenn diese schlagen, schreien oder weinen. Solange die Kinder aber spielen und dabei Tische verschieben oder Stühle durch den Raum schieben würde ich mein Kind auch nicht ermahnen. Ob Universitätsklinik oder Kinderarzt macht meines Erachtens keinen Unterschied, überall trifft man auf Kinder und ich finde man sollte gerade mit Kindern sehr tolerant umgehen. Wenn der Zufall es will, und sich 5 Kinder in einem Wartezimmer treffen dann kann man ja wohl kaum verlangen dass jedes still für sich alleine mit einem Blatt Papier spielt.
Ich für meinen Teil habe lediglich festgestellt dass viele Menschen hauptsächlich in Wartezimmern sehr angespannt oder sogar zornig reagieren wenn der Geräuschpegel etwas höher wird. Da ich momentan schwanger bin und kurz vor der Entbindung stehe fällt es mir eventuell gehäufter auf, bzw. ich achte mehr darauf als vorher. In manchen Situationen die ich bei Ärzten und auch im Krankenhaus gesehen habe in letzter Zeit wäre ich als Mutter wahrscheinlich ziemlich böse geworden. Ich bin der Meinung dass man als Eltern dafür Sorge trägt dass mein Kind niemanden belästigt durch Schreien oder Quengeln, aber wenn mein Kind nur spielt und dabei Geräusche macht erwarte ich dass man das toleriert, vor allem in Wartezimmern, denn da ist bestimmt niemand gerne oder freiwillig, und die Kleinen können am wenigsten dafür.
Also Kinder hin oder her, aber ich finde, es gibt auch Grenzen! Und das, was Du geschildert hast, geht nach meinem Dafürhalten definitiv zu weit! Aber wie es hier auch schon erwähnt wurde, haben nicht die Kinder schuld, sondern die Eltern. Ihnen sollte es eigentlich bewusst sein, dass auch noch andere Patienten im Wartezimmer sitzen. Es sollte schon so etwas wie Rücksichtnahme geben, aber leider ist es ja heutzutage so, dass Kinder quasi Narrenfreiheit haben und wenn man auch nur ein Sterbenswörtchen dagegen sagt, ist man gleich kinderfeindlich!
Ich hatte mal eine ähnliche Situation, beim Zahnarzt. Eine junge Mutter saß mit ihrem Sohn im Wartezimmer. Während sie in aller Ruhe telefonierte, fing der Sohnemann an, mit einem leeren Plastikbecher aus dem Getränkeautomaten herum zu knistern. Es war so nervig, dass ich mich echt beherrschen musste, nichts zu sagen. Ich frage mich manchmal auch, ob Eltern so etwas nicht selber merken
Ich kann mich noch gut an meine Kindheit zurück erinnern und weiß, dass meine Mutter mir so etwas nicht durchgehen lassen hätte. Zumindest hätte sie mich drauf hingewiesen, dass auch noch andere Leute anwesend sind. Und wenn ich so randaliert hätte, wie die Kinder, die Du beschreibst, wäre sie vermutlich ausgeflippt!
Ich kann das gut verstehen, dass dich das irgendwann genervt hat und denke auch, dass die Eltern wenigstens hätten versuchen können, die Kinder zu beruhigen oder zu ermahnen; oder man geht halt eben mal eine Runde mit den Kindern vor die Türe, oder raus. Aber so ganz wortlos die Kinder da herum randalieren lassen finde ich auch unmöglich. Ich weiß nicht ob es viel gebracht hätte den Eltern zu sagen, sie sollen bitte dafür sorgen dass die Kinder ruhiger werden; wahrscheinlich hätten diese auch nur geantwortet, dass Kinder eben so sind und dass es doch normal sei, dass diese nach langer Wartezeit das quengeln anfangen.
Ich denke schon, dass es sicher angenehmer wäre, wenn Familien mit Kindern einen separaten Wartebereich bekommen würde, oder man sich einfach mal Gedanken darum macht, wie man die Kinder besser beschäftigen kann. Eventuell könnten Ärzte auch darüber nachdenken neben dem Wartezimmer so eine Art Kinderspielzimmer einzurichten; oder etwas ähnliches wo die Kinder in Ruhe spielen können.
Synchro hat geschrieben:Aber ich muss sagen, dass eines der Kinder auch die ganze Zeit über sehr ruhig war und mit den Bauklötzen etwas baute, ohne diese durch den Raum zu werfen. Das beweist doch, dass es auch anders geht.
Das hängt allerdings wirklich vom Kind ab und ist gar nicht unbedingt von den Eltern zu beeinflussen. Mein einer Neffe kann sich auch stundenlang ganz ruhig alleine beschäftigen, er kann aber auch schon nach wenigen Minuten durchdrehen und lässt sich dann einfach nicht mehr beruhigen. Andere Kinder können sich gar nicht längere Zeit alleine beschäftigen.
Ich hätte nicht mit dem Lärm leben können. Spielen heißt für mich nicht randalieren oder die Stühle umkippen und herum schreien. Kinder können auch vernünftig spielen, ohne gleich andere Leute damit zu nerven und viel zu laut zu sein. Die Eltern hätten auf jeden Fall etwas tun müssen, denn so etwas hat für mich nichts mit autoritärer Erziehung zu tun sondern eher das Gegenteil. Kinder müssen auch wissen und lernen wo ihre Grenzen sind, gerade an öffentlichen Orten. Dort sollte ein Spielen möglich sein ohne, dass gleich herum geschrien und randaliert wird. Ansonsten sollte man ein eigenes Wartezimmer für Familien mit Kindern einrichten.
Das ist natürlich eine schwierige Situation und zwar für alle Beteiligten. Ich habe mit meinem Sohn schon zahlreiche Stunden in diversen Warteräumen von Ärzten und Spitälern verbringen dürfen oder müssen. Mein Sohn ist da zum Glück generell von der sehr ruhigen Seite, somit kam es nie zu solchen Situationen. Aber zwei Stunden mit einem Kind oder sogar mit mehreren Kindern im Warteraum zu sitzen ist auch für die Eltern alles andere als lustig, das kann ich dir versprechen.
Und kranke Kinder sind da nochmal ein extra Fall. Die anderen Wartenden sind aber ebenfalls krank und somit auch viel leichter und schneller gereizt. Insgesamt ergibt das demnach eine schlechte Konstellation. Dennoch muss es natürlich Grenzen geben. Dass Stühle und dergleichen umgeworfen werden, geht natürlich nicht. Das ist klar und dass mit Bauklötzen herumgeworfen wird, geht natürlich auch nicht. Ich glaube, dass sich da alle einig sind. Wobei hier die Frage ist, wie viel damit geworfen wurde. Da kenne ich auch durchaus Fälle, die es gleich als unerzogen oder so finden, wenn ein Kleinkind die Bausteinbox ausleert oder dergleichen.
Insgesamt ist die Situation meiner Meinung nach wie gesagt schwierig. Mein Sohn konnte wie gesagt zum Glück auch Stunden in Ruhe im Warteraum verbringen. Das liegt aber nicht unbedingt an meiner supertollen Erziehung, sondern er ist eben vom Typ her so. Das Kind einer Freundin von mir, möchte ich glaube ich auch nicht zwei Stunden im Warteraum beobachten. Die Erziehung passt, aber der Kleine kann einfach keine Sekunde ruhig sitzen und dem würde ich auch zutrauen, dass er da mit der Zeit sehr nervig werden kann, insbesondere eben, wenn er krank ist.
Es gibt ja immer wieder Ärzte, die Kleinkinder vorreihen und vorzeitig dran nehmen. Eben aus genau diesen Gründen. Die ideale Lösung ist das aber wohl auch nicht, weil da hagelt es dann auch Beschwerden von anderen, dass sie es nicht einsehen, wenn Kinder vorgezogen werden und sie deswegen länger warten müssen. Man wird es also wohl nie allen wirklich recht machen können. Ich war in der geschilderten Situation nicht dabei, demnach kann ich nicht wirklich beurteilen, ob es zu übertrieben war oder nicht. Grenzen gibt es trotz der schwierigen Situation mit Sicherheit, aber wie gesagt, man sollte auch nicht vergessen, dass es auch für die Eltern kein Spaß ist, zwei Stunden mit Kindern im Warteraum zu verbringen.
Ich muss sagen, dass ich generell die Erziehungsmethoden einer Eltern in der heutigen Zeit sehr fragwürdig finde, zumindest das, was man so als Außenstehender mitbekommt und das ist ja auch schon mal eine ganze Menge. Ich habe schon häufiger mit ähnlichen Situationen wie der von dir geschilderten zu tun gehabt, Eltern die nur reglos zusehen wie ihre Kinder im Kaufhaus herumrennen und Vorhänge von Umkleidekabinen beiseite schieben, im Supermarkt herumschreien und sich Süßigkeitstüten schnappen die sie einfach woanders wieder ablegen, in Warteschlangen herumkreischen und auch im Wartezimmer nicht still sitzen können, sondern herumschreien und randalieren müssen, als wären sie auf dem Spielplatz. Natürlich sollte man seine Kinder nicht zu sehr einschränken, aber das ist meiner Ansicht nach schon reine Ignoranz, laissez-faire, dass ist keine Erziehung!
Manchmal denke ich so über unsere Gesellschaft nach und denke mir, für alles braucht man heute einen Schein, zum Autofahren, Rettungsschwimmen, um in der Bäckerei olle Brötchen zu verkaufen, nur für die verantwortungsvollste Aufgabe der Welt, der Erziehung der nächsten Generation, dafür braucht man keinen Schein! Vielleicht ist das weit hergeholt, aber ich sehe heute auf der Straße viele Paare oder einzelne Elternteile bei denen ich mir denke, dass Jugendamt sollte kommen und euch die Kinder wegnehmen, denn was aus denen wird, Gott allein weiß es. Es ist schließlich nicht nur alleine die Tatsache, dass diese Kinder schrecklich nerven und eine Belastung für alle beteiligten Personen sind, nein, es kann auch unmöglich gut für die Kinder selbst sein, wenn ihre Eltern ihr schlechtes Verhalten derartig ignorieren.
In deinem Beispiel würde ich ehrlich gesagt kein Blatt vor den Mund nehmen und den Eltern klipp und klar sagen, dass sie doch bitte dafür Sorge tragen mögen, dass ihre Kinder sich der Umgebung entsprechend verhalten. Es muss nicht sein, dass in einem Raum mit kranken Leuten die ohnehin schon genervt durch die lange Wartezeit gezwungen sind stundenlang in diesem Raum zu verweilen, dass dann noch Kinder herumtollen und schreien wie irre und alle Wartenden stören. Ich finde es ohnehin schon erstaunlich, dass sich bei einem vollen Raum niemand beschwert hat. Natürlich gibt es immer die eine oder andere Person dabei, die Kinder einfach so unendlich süß findet, dass sie das nervige Verhalten nicht stört, aber das ein solcher Zustand zwei Stunden lang andauert ohne dass jemand irgendwas sagt, finde ich schon interessant, ich hätte mir das zumindest nicht gefallen lassen.
Natürlich kann man die Schuld nicht zwingend den Kindern geben, denn die Charaktere sind eben verschieden. Es gibt Kinder, die einen sehr angenehmen Charakter haben und sich eben auch alleine beschäftigen können. Eine Bekannte von mir führt hier als Beispiel immer sehr gerne ihren eigenen Sohn auf, der einen Montessorikindergarten besucht, wo die Kinder schließlich auch darauf trainiert werden sich längere Zeit alleine auf etwas bestimmtes zu konzentrieren. Das soll kein Vorwurf sein, auch gegen ein wildes Kind ist in erster Linie nichts auszurichten, sofern die Eltern es im Griff haben und das war in deinem Beispiel sicherlich nicht der Fall. Ich würde hier nicht zögern mich an die Eltern zu wenden und hätte das nicht erduldet, besonders nicht im Krankenhaus.
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