Nachtschwester schläft- wie verhalten?
Das Kind meines Arbeitskollegen ist schwer behindert. Damit die Eltern mal zur Ruhe kommen, ist über Nacht eine ausgebildete Krankenschwester bei dem Kind. Nun wurde mein Arbeitskollege letztens wach und wollte nach seinem Kind sehen. Als er ins Zimmer kam, schlief die Nachtschwester auf ihrem Sessel neben dem Bett des Kindes.
Das Kind ist auf regelmäßige Atemkontrollen und ähnliches angewiesen. Dem Kind ging es zwar gut, aber mein Kollege macht sich doch ein wenig Sorgen und weiß auch nicht, wie er das gegenüber der Nachtschwester ansprechen kann, da sie ansonsten wirklich super mit dem Kind zurecht kommt. Was würdet ihr machen?
Ist es denn erforderlich, dass die Nachtschwester durchgehend munter ist? Da würde ich einmal bei einem Arzt nachfragen. Es kann ja auch durchaus sein, dass bei dem Kind nur jede Stunde irgendwas kontrolliert werden muss oder dergleichen. Wenn da das Kind dann schläft und irgendwelche Werte oder so erst eine Stunde später oder so kontrolliert werden müssen, finde ich es nicht schlimm, wenn die Nachtschwester daneben auch ein wenig schläft. Vielleicht hat sie sich ja auch einen Wecker gestellt?
Oder ist es so, dass die Nachtschwester durchgehend munter sein muss und ständig auf die Atmung aufpassen muss? Möglich ist ja alles, aber das kann ich mir kaum vorstellen. Also ich würde da konkret einmal nachfragen, welche medizinischen Maßnahmen erforderlich sind. Ich kenne es von einer Bekannten, die ebenfalls Nachtdienste im pflegerischen Dienst hat, so, dass sie da dann eben schon schlafen kann, aber sie muss eben jederzeit bereit sein. Sie darf also neben dem Patienten schlafen, aber wenn der dann aufwacht oder sonst irgendwas braucht, muss sie natürlich jederzeit für ihn da sein. Dass sie dazwischen schläft, ist bei ihr aber kein Problem. Das wird aber wohl auch von Fall zu Fall verschieden sein.
Wenn das Kind eine durchgehende Aufsicht benötigt, würde ich das natürlich ansprechen und egal wie, klar machen, dass es nicht geduldet werden kann, wenn die Nachtschwester während der Aufsicht schläft. Wenn sie allerdings nur die Aufgabe hat jede Stunde zu kontrollieren wie Atmung, Puls und Blutdruck (nur als Beispiel) sind, dann fände ich es nicht schlimm, wenn sie zwischendrin mal weg nickt.
Wenn es allerdings ihre Aufgabe ist, zu jeder Zeit zu kontrollieren, ob beziehungsweise dass die Lebenszeichen vorhanden und ausgeprägt sind, dann würde ich das Gespräch mit ihr suchen und zu Beginn sagen, wie zufrieden man mit der Arbeit ist und was sie für einen guten Job macht. Allerdings sei euch etwas aufgefallen - wonach ihr im Anschluss vorsichtig ansprechen sollte, was euch stört. Das sollte dann jedoch nicht als Fehlverhalten angeprangert werden, viel eher solltet ihr auf die Wichtigkeit hinweisen. Wenn es wichtig ist, sollte es angesprochen werden - es geht hier schließlich um ein Kind.
Du schreibst, dass es regelmäßige Atemkontrollen sind, für die die Nachtschwester engagiert wurde. Also scheint es nicht zwingend notwendig zu sein, dass die Nachtschwester ihren Blick die ganze Zeit auf die Monitore (sofern vorhanden) oder auf den Brustkorb des Kindes heftet um die Atmung zu prüfen. Demzufolge vermute ich, dass es ausreicht in einem bestimmten Zeitabstand zu prüfen – und dass ließe ein Nickerchen durchaus zu sofern ein Wecker dafür sorgt dass die Nachtschwester in den vorher bestimmten Zeitabständen aufwacht und ihren Job tut.
Wenn der Vater des Kindes nun aber derartige Bedenken hat, finde ich ein Gespräch unausweichlich. Wie soll er zur Ruhe kommen können wenn er nicht mehr darauf vertrauen kann dass das Kind optimal versorgt ist?
Was mich allerdings wundert ist, dass der Vater die Nachtschwester nicht sofort aufgeweckt hat. Ein Gespräch würde sich damit vermutlich erübrigen weil die Schwester in flagranti erwischt wäre und sich sofort hätte rechtfertigen oder aber Besserung geloben können. Möglicherweise war es eine Ausnahme (was natürlich nicht zu entschuldigen wäre wenn wirklich dauerhafte Beobachtung nötig ist).
Wenn es um das Wohl meines Kindes ginge würde ich jedenfalls sofort reagieren und nicht weiter darüber nachdenken. Ich würde die Nachtschwester ansprechen wenn ich sie schon nicht geweckt hätte und mit ihr klären was ich von ihr erwarte. Das muss ja keinen Rauswurf bedeuten wenn sie sonst so gut mit dem Kind kann, es würde aber vielleicht für etwas mehr Sicherheit bei den Eltern sorgen.
Verstehen kann ich deinen Kollegen nicht. Wenn er schon feststellt, dass die Nachtschwester schläft, wäre es doch das Beste, sie sofort aufzuwecken und abzuklären, warum sie nicht Obacht gibt auf das Kind, sondern schläft.
Wenn das Kind nicht jede Minute beobachtet werden muss, kann die Nachtschwester ruhig mal einige Minuten einnicken. Wichtig ist nur, dass gewährleistet ist, dass sie im entscheidenden Moment wieder aufwacht.
Eine Nachtschwester im Krankenhaus hat außer auf Patienten aufzupassen noch andere Nebentätigkeiten, die sie so schnell nicht einschlafen lassen. Das ist aber nicht der Fall bei einem einzelnen Patienten, den man beobachten soll. Wenn er nicht an Monitore angeschlossen ist, wird die Zeit sehr lang und es kann durchaus passieren, dass die Schwester mal einnickt. Wie dir schon geraten wurde, ist es besser, dass dein Kollege mit dem Arzt die wichtigsten Dinge abspricht.
Ich kann schon irgendwo verstehen, dass das passieren kann. Immerhin ist es ja nicht gerade spannend und nachts, wenn es dunkel ist, ist eben der Körper auch darauf eingestellt zu schlafen. Natürlich hat sie diese Arbeit angenommen und war sich dessen bewusst.
An der Stelle deines Kollegen hätte ich die Nachtschwester dann sofort wach gemacht und gefragt, warum sie schläft. Nicht böse, aber man muss das ja erfragen. Vielleicht hat es ja einen Grund. Sie kann ja auch Probleme haben und deswegen wenig geschlafen haben. Man muss dann eben eine Lösung finden. Ihr wird das ja aber sicherlich nicht jede Nacht passieren, und wenn sie sonst gut ist, hat sie vielleicht auch einfach nur einen schlechten Tag gehabt. Man muss es aber zum Thema machen, damit man zeigt, dass es so eben nicht geht. Das Kind ist ja darauf angewiesen, dass jemand aufpasst.
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